Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker der Freien Universität Berlin präsentieren neuartige Sensoren

21.04.2004


Die Kommunikationstechnologie schreitet immer weiter voran und so auch die Datenübertragung von Computer zu Computer. Eine neue Generation von Sensoren ist im Stande, Daten in ihrer Umwelt zu erfassen und an den nächsten Sensorenknoten zu übermitteln. Per "Stille Post" werden die Messungen von Knoten zu Knoten gesendet, bis sie schließlich dem Menschen zur Auswertung übertragen werden. So kann ein Sensor zum Beispiel nach einem Erdbeben den Zerstörungsgrad eines Gebäudes und dessen Einsturzgefahr ermitteln. Oder er zeichnet Bewegungen und Wärmequellen in einem eingestürzten Haus auf und informiert dann die Rettungseinsätze über Verschüttete. Die Erfinder, Informatiker der Freien Universität Berlin, präsentieren die neuen Sensoren noch bis Samstag, den 24. April 2004, auf der Hannover Messe 2004 "Research and Technology". Dort haben sie unter anderem Berlins Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, sowie den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, empfangen und in die Welt des ScatterWebs eingeführt.



Das neuartige Kommunikationsnetz "ScatterWeb" funktioniert drahtlos und ist deshalb mobil einsetzbar. Wie der Name bereits verrät, stellt ScatterWeb ein klein dimensioniertes Internet da, in dem Daten verstreut gesammelt und Informationen durch das Sensornetz übermittelt werden. Die Sensoren sind für eingebettete Minicomputer bestimmt, also solche, die zum Beispiel in Waschmaschinen oder Zügen eingebaut sind. Das sind immerhin etwa 98 Prozent aller Computer im Vergleich zu den Computern, wie wir sie von unseren Schreibtischen kennen.



Das Neue an ScatterWeb stellt nicht nur die flexibel programmierbare Hardware dar, sondern insbesondere die außerordentlich günstigen Kosten. Während klassische Sensoren meist mit spezieller Hardware, einer teuren Verkabelung und spezieller Software daherkommen, bietet ScatterWeb - basierend auf Internet-Technologie bei Preisen ab zwanzig Euro pro funkendem Kleinstrechner - eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Systemen. Jeder beliebige Webbrowser dient hierbei als Zugang zum Sensornetz.

Die Software von ScatterWeb ist vielseitig einsetzbar, da die Sensorknoten Licht, Vibration, Temperaturen, Luftdruck, Bewegung und viele andere Umweltdaten erfassen können. Die Sensoren haben - je nachdem, welche Daten ermittelt werden sollen - unterschiedliche Reichweiten: Nachbarknoten werden bis zu einer Entfernung von vier Kilometern über Funk erkannt, Bewegungen bis zu zehn Meter Distanz aufgezeichnet. Temperaturen jedoch werden typischerweise direkt am Standort der Knoten gemessen.

Mit ScatterWeb kann zum Beispiel auch das Verhalten von Herdentieren oder Einzelgängern erforscht werden. Jedes Tier wird dann mit einem Sensor ausgestattet, und die Daten werden per Funk von Sensor zu Sensor übertragen. Da jeder Sensorknoten die Daten eines anderen Sensors aufnimmt und weitersendet, erhält der Empfänger schließlich das gesamte Datenmaterial zur Auswertung. In Bäumen installiert kann mit dem Kommunikationsnetz auch der Wildwechsel innerhalb eines Reviers beobachtet und aufgezeichnet werden.

Weitere Anwendungsgebiete wären die Überwachung von Bauwerken hinsichtlich Schäden durch Alterung, die Erfassung von Energieverbrauchern in Gebäuden im Hinblick auf Energiesparpotenziale oder auch die Kontrolle von Ölpipelines in Bezug auf mögliche Lecks.

Ilka Seer | idw
Weitere Informationen:
http://www.scatterweb.net

Weitere Berichte zu: Knoten Kommunikationsnetz ScatterWeb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie