Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette

19.04.2004


Wie verhalten sich Blechkarosse und Stoßstange, wenn ein Fahrzeug bei Tempo 40 vor eine Steinmauer gesetzt wird? Hält eine Stahlschraube auch bei Temperaturen von bis zu 80 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit allen Belastungen stand? Wie reagiert ein Kunststoffelement auf Dauerfrost? Wie lange trägt ein Rollstuhl einen 95 Kilo schweren Mann? Solche Fragen kann ein Forscherteam der Fachhochschule (FH) Bielefeld beantworten. Die Wissenschaftler haben das fachübergreifende Projekt "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette" ins Leben gerufen, das sie jetzt auf der Hannover Messe auf dem Gemeinschaftsstand der Hochschulen "Forschungsland NRW" erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Sie zeigen, das auch kleine und mittelständische Unternehmen ihre Betriebsabläufe mit modernen Datenmanagement- und Simulationssystemen revolutionieren können.



"Noch bevor Produkte oder Systeme heutzutage in die Fertigung und den Vertrieb gehen, können sie mit neuesten Instrumenten der Informationstechnologie in dreidimensionaler Umgebung simuliert, getestet und analysiert werden", erklärt Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier, Sprecher der interdisziplinären Forschungsgruppe "Vernetzte Simulationen" an der FH Bielefeld, "Experten nennen das Product Lifecycle Management, das bedeutet, dass ein Produkt mit Hilfe systematischer Datenverarbeitung mit seinem gesamten Lebenszyklus unter die Lupe genommen werden kann." Professor Hörstmeier und seine Kollegen aus verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen, Professor Dr.-Ing. Christoph Jaroschek, Professor Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba, Professor Dr.-Ing. Ulrich Kramer und Professor Dr. Christian Schröder machen ihr Wissen jetzt in Kooperation mit externen Partnern der Wirtschaft zugänglich.



Simulationstechnik und Datenmanagement ist in großen Unternehmen wie beispielsweise bei Automobilherstellern häufig Normalität. In kleinen und mittelständischen Betrieben wird vielfach noch mit so genannten Insellösungen gearbeitet, die einzelne Bereiche aus dem Lebenszyklus eines Produktes oder Systems abbilden, die aber nicht miteinander verknüpft sind. Der innovative Ansatz des interdisziplinären Bielefelder Forscherteams liegt in der Erarbeitung ganzheitlicher und anwendungsorientierter Problemlösungen in Kooperation mit Industriepartnern: "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette" können den gesamten Zyklus von der Idee eines Produktes oder Systems über die Planung, Entwicklung und Fertigung bis hin zum Vertrieb, zur Nutzung und zur Entsorgung abdecken.

"Wettbewerbsvorteile für Unternehmen"

Mit Hilfe moderner Datenmanagement-Systeme lassen sich nach Aussage Hörstmeiers alle Bereiche eines Betriebes einbinden, darstellen, auswerten und verifizieren. Im Zusammenspiel mit dreidimensional arbeitender Software wie Computer Aided Design (CAD), Computer Aided Manufacturing (CAM) oder Computer Aided Testing (CAT) könnten Entwicklungszeiten beschleunigt, Betriebsabläufe rationalisiert, könnte die Qualitätssicherung verbessert und die Nachhaltigkeit eines Produktes geprüft werden - von der Idee bis zum Recycling. "Das bedeutet eine enorme Zeit- und Kostenersparnis und bringt damit gerade für kleine und mittelständische Unternehmen Wettbewerbsvorteile", erläutert Professor Hörstmeier.

Unterstützt wird die Forschergruppe der Fachhochschule Bielefeld von regionalen und überregionalen Firmen wie der Ceres Vision GmbH (Bielefeld, ausgegründet aus der Fachhochschule), Invacare Deutschland GmbH (Bad Oeynhausen), Princess Interactive Software Technology GmbH (Magdeburg), Heinrich Torwegge GmbH & Co. KG (Bielefeld) sowie der Weidmüller Interface GmbH & Co. KG (Detmold). Die pro Anfrage individuell zusammengesetzten Projektteams erarbeiten Lösungen für alle Branchen und Bereiche - dabei können sowohl ganzheitliche, neue Vernetzungen geschaffen als auch vorhandene Systeme miteinander verknüpft werden. Da die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Fachhochschule eng in Lehre und Studium eingebunden sind, lassen sich betriebliche Problemstellungen auch anwendungsgerecht in von den beteiligten Professoren betreute Projekt- und Abschlussarbeiten einbinden. Das Forscherteam präsentiert sein Projekt "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette" vom 19. bis 24. April auf der Hannover Messe in Halle 18 auf Stand M12 (erstes Obergeschoss).

Kontakt und weitere Informationen:

Fachhochschule Bielefeld
Prof. Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10, 33602 Bielefeld
fon 0521-106-7256, fax -7160
e-mail simulation@fh-bielefeld.de

Petra Werdin | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bielefeld.de/simulation

Weitere Berichte zu: Simulation Wertschöpfungskette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie