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Der schnelle Versuch für den Optik-Unterricht: "Experimentekoffer"

16.04.2004


Physiker der Universität Jena präsentiert auf der Hannovermesse "Experimentekoffer"



Das kennt jeder aus dem Physikunterricht: Der Versuch ist nach langer Vorbereitung aufgebaut - und am Ende stimmt ein Detail nicht, das Experiment findet nicht statt, weil die Fehlerbehebung zuviel Zeit kosten würde. Das sollte bald der Vergangenheit angehören. Denn optische Experimente schnell und narrensicher vorzuführen, ermöglicht eine Erfindung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die vom 19.-24. April auf der Hannovermesse vorgestellt wird. Auf dem Gemeinschaftsstand der Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt (Halle 18, 1. OG, Stand M 16) präsentiert Dr. Vladislav Matusevich vom Institut für Angewandte Optik "Optomechanische Elemente für optische Praktikumsversuche und flexible Demonstrationsexperimente".

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Hinter diesem langen Namen verbirgt sich ein kaum 10 kg schwerer Koffer, der einen Bausatz enthält, um optisch-relevante Versuche durchführen zu können. Rund 40 Experimente zu Brechung, Reflexion, Abbildung, Beugung und Interferenz können derzeit vorgeführt werden. "Alle optischen Versuche können auf einem Tisch realisiert werden", nennt Dr. Matusevich einen Vorteil. Auf einer Montageplatte können verschiedene Versuche sehr schnell und dank magnetischer Elemente ohne großen Aufwand aufgebaut und gewechselt werden. Dies unterscheide das preiswerte Jenaer System, das die Universität bereits zum Patent angemeldet hat, von Konkurrenzprodukten, ist sich der 27-jährige Habilitand sicher. Zudem sind alle Elemente so markiert, dass selbst Laien die Versuche durchführen könnten. Der Bausatz eignet sich daher auch gut für Selbstversuche in Schulen und Jugendeinrichtungen. Das Jenaer System ist aber auch in der Aus- und Weiterbildung an Hochschulen oder für Firmenpräsentationen nutzbar, beschreibt Matusevich mögliche Einsatzgebiete.

Auf der Hannovermesse hofft der Physiker entweder Firmen zu finden, die an der Produktion des Bausatzes interessiert sind oder auch erste Kunden. Denn einzelne Exemplare des Systems kann der Thüringer Erfinder bereits jetzt liefern. Dass er an der Messe trotz fehlender Landesmittel überhaupt teilnehmen kann, verdankt er dem Bereich Forschungstransfer der Jenaer Universität. "Mit unseren geringen Eigenmitteln versuchen wir, trotz der Streichung der zentralen Mittel durch das Thüringer Wissenschaftsministerium, wichtige Wissenschaftler und aussichtsreiche Projekte auf Messen zu schicken", erklärt der Leiter Dr. Karl Brosche und ist froh, dass in Hannover dank des Gemeinschaftsstandes die Kosten moderat gehalten werden können.

Ob sich der Einsatz gelohnt hat, ist immer erst weit nach der Messe bemerkbar. Dr. Matusevich ist optimistisch und plant bereits für die Zukunft. Er will den Koffer noch leichter machen, mehr Experimente integrieren und entwickelt außerdem ein Computerprogramm zur Simulation der Versuche. Ob er all dies gemeinsam mit einem Industriepartner oder der eigenen Firma vermarkten wird, ist für den Nachwuchsphysiker noch offen. Sicher hingegen ist er sich des Erfolgs seiner Erfindung: "Mit dem Bausatz können die Schüler auch spielen und eigene Effekte erzeugen" - damit könnte das physikalische Lernen zum optischen Kinderspiel werden.

Auch wissenschaftlich ist das Interesse an seiner Erfindung groß. Dr. Matusevitch ist zum nächsten Treffen der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Optik eingeladen worden, um dort das Jenaer System in einem Vortrag vorzustellen.

Kontakt:

Dr. Vladislav Matusevich
Institut für Angewandte Optik der Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 - 947659, Fax: - 947652
E-Mail: Vladislav.Matusevich@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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