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Biotechnologie als Schlüssel für ökologisch und wirtschaftlichvorteilhafte Produktionsverfahren

06.10.2003


Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vom 7. bis 9. Oktober auf der „BioTechnica“ in Hannover– Halle 3, Stand F08


Probennahme am Lake Bogoria, Kenia, Lebensraum für thermo- und thermoalkaliphile Mikroorganismen


Elektronenmikroskopische Aufnahme von Corynebacterium glutamicum



Ihren Themenschwerpunkt Integrierte Biotechnologie wird die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, auf der internationalen Leitmesse der Biotech-Branche, der BioTechnica, vom 7. bis 9. Oktober auf dem Messegelände in Hannover präsentieren. Inhaltlich steht dabei auf 120 Quadratmetern Ausstellungsfläche in Halle 3 (Stand F08) gemeinsam mit neun Projektpartnern die nachhaltige Gestaltung industrieller Produktionsprozesse durch biotechnologische Innovationen im Mittelpunkt, die den über 1.000 Ausstellern aus 24 Nationen vorgestellt werden sollen. Im Förderschwerpunkt Integrierte Biotechnologie hat die DBU bisher über 250 Vorhaben mit 63,1 Millionen Euro unterstützt. „Biotechnologischen Innovationen kommt eine besondere Bedeutung bei der Umsetzung wirtschaftlich und ökologisch vorteilhafter Produktionsverfahren zu: Ressourcen werden geschont, Umweltbelastungen vermieden oder verringert und unternehmerische Risiken minimiert“, erläuterte Franz-Georg Elpers, DBU-Pressesprecher.



Die Mitaussteller der DBU im Überblick

Hierbei sei der Einsatz von Biokatalysatoren besonders vielversprechend, wie Dr. Stefanie Heiden, Leiterin des Referats Biotechnologie der DBU, ausführte. „Daher stehen die Entdeckung und Optimierung industriell relevanter Enzyme sowie die Entwicklung wirkungsvoller Produktionsverfahren im Mittelpunkt der durch die DBU etablierten Verbünde Biokatalyse und InnovationsCentrum Biokatalyse (ICBio)“, so Heiden. Mitaussteller auf dem DBU-Stand sind die Unternehmen Amino GmbH (Frellstedt), ASA Spezialenzyme GmbH (Wolfenbüttel), Bio-Ingenieurtechnik GmbH (Leipzig), B.R.A.I.N. AG (Zwingenberg), GREIBO-Chemie (Velten) und die Hölle & Hüttner AG (Tübingen) sowie der Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik der TU München, der Lehrstuhl für Technische Biochemie der Universität des Saarlandes und das Institut für Technische Mikrobiologie der TU Hamburg-Harburg.

"Moderne Medizin benötigt dringend neuartige Wirkstoffe“

Elpers weist weiter darauf hin, dass „die moderne Medizin dringend neuartige Wirkstoffe benötigt. Zum Beispiel, um Erreger bekämpfen zu können, die gegen Antibiotika resistent sind oder für den Einsatz in wirkungsvollen Krebstherapien.“ In den letzten Jahren gewännen als Wirkstofflieferanten bevorzugt Mikroorganismen an Bedeutung, die in den unwirtlichsten und ursprünglichsten Milieus der Erde leben. Wo andere Organismen nicht existieren könnten, seien sie zu finden: In der Tiefe bei Drücken von mehreren hundert Bar, in heißen vulkanischen Quellen bei über 100 Grad, in kalten Regionen oder in Salzseen.

Kälteaktive Enzyme für die pharmazeutische Industrie besonders gut geeignet

Auf solche Mikroorganismen aus derart extremen Lebensräumen, so genannte Extremophile, haben sich die Experten der TU Hamburg-Harburg spezialisiert. Für die Herstellung besonders reiner Synthese-Bausteine für die pharmazeutische Industrie eigneten sich kälteaktive Enzyme besonders gut. Quasi „on the rocks“ lieferten sie bei geringen Temperaturen unter sehr umweltfreundlichen Bedingungen vielfältig einsetzbare Wirkstoffvorstufen.



Die Aminosäure L-Serin könne vom menschlichen Körper nicht in ausreichender Menge hergestellt werden. Deshalb müsse sie ergänzend zugeführt werden. Auch für pharmazeutisch wichtige Wirkstoffe werde Serin benötigt. Sie sei daher ein interessantes Produkt für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie. In hochreiner Form werde sie beispielsweise als Zusatz von Infusionslösungen benötigt. Mithilfe gentechnischer Methoden sei nun ein spezielles Bakterium so optimiert worden, dass es das Serin mit hoher Ausbeute produziere.

Ökologisch und ökonomisch klare Vorteile

Für dieses biotechnologische Herstellungsverfahren und das konventionelle chemische Verfahren, das einen sehr hohen Energie-, Wasser und Chemikalieneinsatz erfordere und bei dem große Abfall- und Abwassermengen anfielen, seien eine Ökobilanz und eine Analyse der Wirtschaftlichkeit unter den aktuellen Marktgegebenheiten erstellt worden. Sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich weise das biotechnologische Verfahren klare Vorteile auf. Elpers: „Das Ergebnis war so überzeugend, dass die Amino GmbH zukünftig das neue biotechnologische Verfahren anwenden und in den Produktionsmaßstab überführen wird.“

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/press/artikel.php?id=683&mailverteiler=1&this=106

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