Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Polymermaterialien: Chancen für innovative Technologien

15.09.2003


Die Synthese von maßgeschneiderten Polymeren für neue Technologien ist Gegenstand der Präsentation des Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) auf der Werkstoffmesse "MATERIALICA" vom 16. bis 18. September 2003 in München.


Durch Temperaturänderung ausgelöstes Ablösen von Zellen von einer mit einem Hydrogel beschichteten Oberfläche. (Bild: IPF Dresden e. V., D. Schmaljohann)



Im "Jahr der Chemie" soll Werkstoffentwicklern und -anwendern auf diesem Forum vermittelt werden, welch enormes Potential noch in Polymeren steckt und welche speziellen Kompetenzen und Möglichkeiten die Wissenschaftler am IPF zur Lösung von Werkstoffproblemen durch gezielte Polymersynthesen anbieten können.

... mehr zu:
»IPF »Polymer »Synthese


Mehr als alle anderen Werkstoffe können Polymere in ihren Eigenschaften variiert und so verschiedensten Einsatzzwecken angepasst werden. Über den gezielten Aufbau von Makromolekülen entstehen "maßgeschneiderte" Materialien, die dank ihrer spezifischen Eigenschaften und der Fähigkeit, bestimmte Funktionen zu übernehmen, neue Verfahren und Bauelemente z. B. in der Elektronik, in der Medizintechnik oder in der Sensorik erst möglich machen.

Einige Beispiele verdeutlichen die Möglichkeiten: So werden Polymere vorgestellt, die schaltbare und strukturierbare Hydrogele bilden. Diese reagieren auf Umwelteinflüsse wie Temperatur, pH-Wert oder Licht und können so zum Beispiel zum kontrollierten Binden bzw. Freisetzen von Wirkstoffen und Zellen eingesetzt werden. Die Beschichtung von Trägermaterialien für Zellkulturen macht es möglich, zunächst Zellen auf einem Substrat zu kultivieren und sie dann durch eine geringfügige Temperaturveränderung abzulösen und so ohne Beschädigung für Zelltherapien verfügbar zu machen. Hydrogelbeschichtungen können auch verwendet werden, um das Gleitvermögen von Herzkathedern zu verbessern oder die Einsatzzeit von Dialysemembranen zu erhöhen.

Entwickelt wurden außerdem Polymere, aus denen nanoporöse oder strukturierbare dünne Filme für den Einsatz in der Mikroelektronik erzeugt werden können. Neue Polymere mit extrem hydrophoben Eigenschaften können als Beschichtungsmaterialien für Außenanwendungen verwendet werden und zeigen dabei den aus der Natur abgeschauten Selbstreinigungseffekt.

All diese Eigenschaften können über die gezielte Auswahl der in den Polymeren miteinander verknüpften Struktureinheiten und deren Anordnung in der Polymerkette eingestellt werden. Die Wege zu solchen neuen Polymeren sind vielfältig. Am IPF arbeitet man besonders an der Synthese sehr stark verzweigter, funktioneller und regelmäßiger Makromoleküle. Diese kommen dann direkt als neue Funktionspolymere zum Einsatz oder werden genutzt, um bereits kommerziell verfügbare Polymere, z. B. durch Einbau zusätzlicher funktioneller Gruppen, gezielt zu verändern.

Für die künftigen Anwendungen ist es ein entscheidender Vorteil, dass die Arbeiten am IPF neben der Charakterisierung und Modellierung der neu synthetisierten Polymere auch deren Verarbeitung und die Untersuchung der Zieleigenschaften (wie mechanische Kennwerte, Permeation, Oberflächeneigenschaften, Benetzungseigenschaften, elektrische Eigenschaften, thermische Eigenschaften, Verhalten gegenüber Blut) einschließen, sodass durch eine schnelle Rückkopplung zur chemischen Struktur die jeweils angestrebte Zieleigenschaft effektiv optimiert werden kann.

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de/research/spt3.htm

Weitere Berichte zu: IPF Polymer Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie