Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Recycling-Verfahren für kraftstoffverschmutzte Tanks aus Polyethylen

04.09.2003


Beim Recycling müssen eingesammelte Altstoffe meist gereinigt werden. Alte Tanks aus Autos und Heizkellern haben sich mit Kraftstoffen regelrecht vollgesaugt. Auf der Messe Entsorga in Köln führen Forscher vor, wie sich die Kunststoffe dennoch wiederverwerten lassen.


In Deutschland fallen jährlich rund 10 000 Tonnen alter Heizöltanks an. Sollen daraus neue Teile entstehen, müssen zuvor die Kraftstoffe aus dem Material extrahiert werden. © Fraunhofer ICT



Die Auflagen für die Wiederverwertung von Autos werden immer strenger: Ab dem Jahre 2006 sind gemäß europäischer Altauto-Verordnung mindestens 85 Prozent des durchschnittlichen Gewichts eines Altfahrzeugs zu verwerten - Tendenz steigend. Immerhin 80 Prozent müssen stofflich verwertet werden, also ohne Verbrennung oder verwandte thermische Verfahren einzusetzen. Die damit verbundenen Kosten tragen die Hersteller und Importeure.

... mehr zu:
»Kraftstoff »Kunststoff »Polyethylen


Ein Beispiel dafür, unter diesen Rahmenbedingungen wirtschaftliche Recycling-Verfahren zu etablieren, betrifft Kraftstofftanks aus dem Kunststoff Polyethylen. Aus Altfahrzeugen und Werkstätten fallen in Deutschland jährlich rund 15 000 Tonnen davon an. Mit den 10 000 Tonnen alten Heizöltanks ist ihnen gemeinsam, dass sie am Ende ihres Daseins mit drei bis fünf Gewichtsprozent der einstigen Füllungen vollgesogen sind. Bei der stofflichen Verwertung ergibt sich daraus das Problem, Kraftstoffe und Polyethylen voneinander trennen zu müssen. Denn wenn die erhitzten Kunststoffgranulate eine neue Form erhalten sollen, verdampfen Teile der brennbaren Kohlenwasserstoffe und werden zum Sicherheitsrisiko. Zudem würden daraus hergestellte Neuteile unangenehm riechen. Daher untersuchen sieben Industrieunternehmen die beim Recycling auftretenden Probleme und versuchen, sie zu akzeptablen Kosten in den Griff zu bekommen. Das vom Bundesministerium BMBF bis Januar 2004 finanzierte Projekt "Kreislaufführung flüssigkeitstragender Polymerbauteile" leitet das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT.

"Was die Stofftrennung betrifft, setzen wir auf die Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid", erläutert ICT-Projektleiterin Birgit Bohlmann den zentralen Prozess. "In verschiedenen Druckgefäßen versetzen wir die geschredderten Kraftstofftanks mit diesem Gas. Bei bestimmten Drücken und Temperaturen wird es zu einem Superlösungsmittel. Es extrahiert die in den Kunststoff eindiffundierten Kraftstoffe. Im Kreis gepumpt, werden sie anschließend bei vermindertem Druck wieder freigesetzt." Mit solchen Laborversuchen werden die optimalen Pro-zessparameter bestimmt, die die Forscher mit den Projektpartnern auf größere Maßstäbe übertragen. Ein gegenwärtig bereits verfolgtes Ziel betrifft die kombinierte Extraktion und Extrusion. Dabei wird kein Mahlgut gereinigt, sondern die plastische Kunststoffmasse - kurz bevor sie ihre neue Form erhält. Auch dieses Know-how vermitteln die ICT-Forscher auf der globalen Umweltmesse Entsorga, die vom 23. bis 27. September in Köln stattfindet: in Halle 12.2 am Stand F 041.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Birgit Bohlmann, Tel. 0721 - 4640-302, Fax -111, boh@ict.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. Jörg Woidasky, Tel. 0721 - 4640-367, woi@ict.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Kraftstoff Kunststoff Polyethylen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE