Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wellenmuster für keramische Filter

04.08.2003


Keramische Filter sind zwar noch teuer, besitzen jedoch technisch interessante Eigenschaften. Werden die weichen keramischen Folien umgeformt, reißen sie leicht. Auf der Messe Ceramitec in München überträgt eine Maschine ihr Wellenmuster kontinuierlich und sanft.


Im Bereich der Maschine unten links wird der keramischen Grünfolie schonend eine Wellenstruktur aufgeprägt. © Fraunhofer IKTS


Der kontinuierliche Ablauf ist eine Voraussetzung für kostengünstige Filtermodule. © Fraunhofer IKTS



Flüssigkeiten müssen in vielen Bereichen der Industrie filtriert werden: Frisch- und Abwässer, Fruchtsäfte, Milch oder Bier in der Lebensmittelindustrie ebenso wie Lösungen verschiedenster Art in der chemischen Industrie. Filter aus Keramiken sind zwar noch deutlich teurer als solche aus Kunststoffen, doch besitzen sie einige Vorteile: Sie sind härter und robuster, halten länger und verstopfen nicht so leicht. Aggressiven Lösungen und heißen Reinigungsmitteln halten sie besser stand. Ein wesentlicher Nachteil gegenüber Kunststoffen ist jedoch, dass sie aufwendiger gefertigt werden müssen. Kontinuierlich am laufenden Band und kostengünstig sind daher auch hier die Schlagworte für neue Fertigungskonzepte. Eine Herausforderung besteht darin, die noch weichen Grünfolien aus Aluminiumoxid oder Siliziumcarbid vor dem Sintern in Form zu bringen oder zu strukturieren. Bei Kunststoffen und Papier gelingt dies leicht - Folien aus Keramikmassen dagegen reißen schnell oder werden gequetscht. Ein neues Verfahren überwindet solche Probleme. Eine Maschine, die Grünfolien schonend und kontinuierlich ein Wellenmuster einprägt, kann auf der Ceramitec in München in Augenschein genommen werden: vom 16. bis 20. September in Halle A1 am Stand 438.

"Die Folie läuft über eine beheizbare Trommel mit gewellter Oberfläche", erläutert Dr. Hans-Jürgen Richter vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS den zentralen Teil der Maschine. "Das Wesentliche ist ihre behutsame Arbeitsweise: Bewegliche, stegartige Faltwerkzeuge pressen die empfindliche Grünfolie ohne Zugspannung in die Wellentäler der rotierenden Trommel. Unterstützt von Wärme wird so das Muster dauerhaft übertragen." In einem nachfolgenden Schritt verbindet die Maschine die strukturierte mit einer zweiten, flachen Folie. Der an Wellpappe erinnernde Aufbau gewährleistet nicht nur eine höhere Festigkeit als bei ebenen Filtern. Zu einem Modul zusammengebaut, wird ein wesentlich günstigeres Verhältnis von Oberfläche zu Volumen erreicht. Dies führt zu entsprechend hohen Filtriergeschwindigkeiten.


Die Maschine dürfte neben Herstellern von keramischen Filtern und kompletten Membrananlagen auch Vertreter anderer Branchen interessieren. Dabei denken die IKTS-Forscher beispielsweise an dichte, nicht poröse Keramiken. "Bei Wärmetauschern etwa steht die Temperaturbeständigkeit noch stärker im Vordergrund als bei Filtern", betont Richter. "Die Möglichkeit, Sandwichstrukturen mit vielen Kanälen kontinuierlich zu fertigen, eröffnet auch hier neue Perspektiven."

Ansprechpartner: Dr. Hans-Jürgen Richter, Tel. 0351 - 2553-557, Fax -145, hans.j.richter@ikts.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochleistungskeramik.fraunhofer.de
http://www.ikts.fraunhofer.de/events/messen/ceramitec1.html
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Weltneuheit im Live-Chat erleben
25.05.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt
24.05.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics