Anzeige

Das Gesicht des Gesprächspartners auf dem Handydisplay: Er lächelt, lacht oder reagiert mit fragendem Blick auf das zuletzt Gesagte. Ein Verfahren aus dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI macht es möglich, diese Bilder per Mobilfunk zu übertragen. Das MPEG-4-Streaming-System ist eines der zahlreichen Exponate, die unter dem Motto "interaktiv sehen" in Halle 5.3 auf der Internationalen Funkausstellung IFA 2003 in Berlin gezeigt werden (29.8.-3.9.2003).
Bildtelefonie und Datenkompression - beides Themen, die für Multimedia-Anwendungen von Bedeutung sind. "Wir haben einen MPEG-4-Player entwickelt, mit dem Kopf-Schulter-Szenen auch bei Datenraten von wenigen kbit/s übertragen werden können", so Dr. Peter Eisert vom HHI. Damit lassen sich Mimik, Mundbewegung und Sprache selbst auf Handys und Pocket-PCs übertragen, die oft über Netze mit geringen Datenraten angebunden sind. Der Trick der Forscher: Anstatt die Sequenz mit herkömmlichen Verfahren zur Datenkompression, wie beispielsweise MPEG-2, direkt zu codieren, wird zu Beginn des Gesprächs einmalig ein 3-D-Computermodell der Person übertragen. Im Folgenden reichen 3-D-Bewegungs- und Mimikparameter aus den Kameraansichten aus, um einen durchgängig lebensechten und synchronen Sprecher auf dem Display zu sehen und zu hören. Basis dafür sind am HHI entwickelte Algorithmen zur Analyse und Visualisierung von Gesichtsmimik und 3-D-Bildern. Außerdem wird vom HHI ein neuartiges MPEG-4-Streaming eingesetzt, das die Echtzeitdarstellung von Videodaten und 3-D-Szenenstrukturen unterstützt.
Die Modelle lassen sich beliebig austauschen, das heißt eine Person kann mit den Bewegungen einer anderen Person dargestellt werden. Dann wird aus dem anrufenden Nachbarn plötzlich ein bekannter Politiker - neue Tricks für die Filmbranche. Auch aktuelle Nachrichtensendungen und andere Animationen können in guter Qualität auf tragbaren Endgeräten gezeigt; von der virtuellen Freundin, dem virtuellen Freund vorgelesen werden. Darüber hinaus lassen sich virtuelle Agenten und benutzerfreundliche Mensch-Maschine-Schnittstellen realisieren. Eine Kommunikation mit dem Computer erfolgt dann nicht mehr per Maus, Tastatur und Textmeldungen, sondern in einem natürlichen Dialog mit dem Agenten. Reaktionen und Emotionen des Anwenders können mit berücksichtigt werden. In der Kommunikation nützlich, eröffnet die dreidimensionale Vermessung von Gesichtsmimik aber auch neue Möglichkeiten für Diagnose und Therapie in medizinischen Anwendungen.
Dieses und weitere Exponate, beispielsweise einen PC-basierten Mixed-Reality Arbeitsplatz, zeigen die Fraunhofer-Institute unter dem Motto "interaktiv sehen" in Halle 5.3 auf der Internationalen Funkausstellung IFA 2003 in Berlin.
Ansprechpartner:
Dr. Peter Eisert
Telefon 030 - 31002-614
Fax 030 - 39272-00
eisert@hhi.fraunhofer.de
Dr. Johannes Ehrlenspiel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hhi.fraunhofer.de
www.ifa2003.fraunhofer.de
www.fraunhofer.de/presseinfo
Weitere Berichte zu: Funkausstellung > IFA
Mensch und Roboter Seite an Seite
16.05.2012 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Stickereien auf Beton und Metall
16.05.2012 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Australische Flusskrebse besitzen einen Zahnschmelz, der dem menschlichen sehr ähnelt
Manche besonders gelungenen Entwicklungen kopiert die Natur bei sich selbst. So hat ein Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Ben-Gurion Universität im israelischen Beer-Sheva herausgefunden, dass die Zähne des australischen Flusskrebses Cherax quadricarinatus mit einem Schmelz überzogen sind, der dem Zahnschmelz von Wirbeltieren ...
Göttinger Wissenschaftler rekonstruieren einen radikalen Umbau in der Evolution des Gehirns
Die Hirnarchitektur der Maus hat sich im Laufe ihrer Evolution möglicherweise kaum verändert. Wie bei den winzigen Urahnen der heutigen Säugetiere, die vor etwa 80 Millionen Jahren lebten, sind auch bei der Maus Nervenzellen in der Sehrinde in einem kleinen Hirnbereich zusammengedrängt.
Bei der Evolution größerer Gehirne ist es zu ...
Gerste hat sich durch eine Veränderung der inneren Uhr an nördliche Anbaugebiete mit kurzen Sommern angepasst
Eine in Skandinavien verwendete Sommergerste hat Wissenschaftlern vom Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln vom John Innes Centre in Norwich zufolge zwar eine ramponierte innere Uhr, ist aber trotzdem sehr ertragreich. Ihr Trick: Sie dämpft die biologische Zeitmessung durch eine Mutation und kann dadurch auch bei kurzem Tageslicht einen ...
Der Transkriptionsfaktor P-TEFb reguliert RNA-Polymerase nach einem unerwarteten Muster
Wird genetische Information von der Erbsubstanz DNA abgelesen, übersetzt die RNA-Polymerase II sie in RNA-Moleküle. Ein wichtiger Bereich des Polymerase-Moleküls ist die C-terminale Domäne, kurz CTD. Sie übermittelt der Polymerase Informationen darüber, wie der genetische Code abgeschrieben und weiter verarbeitet werden soll. Dazu heftet das Enzym P-TEFb molekulare Botschaften in ...
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Gerd Weigelt vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn berichtet über die Erforschung eines aktiven Galaxienkerns.
Nahinfrarot-Interferometrie ermöglichte es dem Team, eine ring-förmige Ansammlung von Staub, einen sogenannten "Staubtorus", in der inneren Region des Kerns der Galaxie NGC 3783 aufzulösen. Mit dieser Messtechnik erreicht man eine Winkelauflösung, die so gut ist wie die Auflösung eines Riesenteleskops mit 130 Metern Spiegeldurchmesser. Der aufgelöste Staubtorus bildet wahrscheinlich das ...
Anzeige
Anzeige

Downsizing erhöht Marktdurchdringung von Ottomotoren
16.05.2012 | Studien Analysen
16.05.2012 | Materialwissenschaften
New 'metamaterial' practical for optical advances
16.05.2012 | Materialwissenschaften
Mikrotechnik trifft Medizin – auf der 9. MST-Regionalkonferenz NRW in Dortmund
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Soziale Kettenreaktionen und ihre digitale Spuren
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
16.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten