Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit vier Exponaten auf dem Weltforum für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie

20.05.2003


Auf der ACHEMA 2003 präsentiert die Fachhochschule Fulda vom 19. bis 24. Mai in Frankfurt am Main auf dem Gemeinschaftsstand der hessischen Hochschulen (Halle 1.2) vier Exponate.

Hygienegerechte Gestaltung einer Stickstoff-Kleinmengen-Dosieranlage


Die exakte Kleinmengen-Dosierung von flüssigem Stickstoff (LIN) wird vor allem in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei der Abfüllung biotechnologischer Produkte und in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Diese empfindlichen Produkte dürfen nicht aus der Umgebung verunreinigt werden. Kleine Mengen von flüssigem Stickstoff werden in die Packung oder auf das Produkt dosiert.



Ziel des Projektes, das Prof. Dr.Ing. Uwe Grupa vom Fachbereich Lebensmitteltechnologie der Fachhochschule Fulda gemeinsam mit der Vacuum Barrier Corporation (USA) durchführte, war es, eine LIN-Dosiereinrichtung so zu gestalten, dass die hygienischen Anforderungen der Einsatzgebiete erfüllt werden. Die FH Fulda ergänzt die kryotechnische (kältetechnische) Kompetenz von Vacuum Barrier Corporation im Hinblick auf Anwendungsorientierung und Anpassung an hygienische Anforderungen.

Die Anwendung auf festen Medien ist relativ unproblematisch. Schwieriger ist die Anwendung bei flüssigen Medien, da diese spritzen können. Spritzer in der Abfüllanlage bilden ein potenzielles Nährmedium für Mikroorganismen.

Der tiefkalte Stickstoff gibt technische Anforderungen vor:

  • im Dosiergerät darf keine Gas- / Dampfblasenbildung erfolgen
  • durch Blasen kann der Leitungsquerschnitt vermindert oder versperrt werden, so dass keine oder keine ausreichende Dosierung von Flüssigstickstoff möglich ist.
  • alle verwendeten Materialien müssen einer Temperatur von -196 Grad Celsius standhalten

Lebensmittel- und Umweltanalytik

Der Fachbereich Oecotrophologie (Haushalt und Ernährung) informiert auf der ACHEMA über sein spezielles Serviceangebot für Unternehmen und Institutionen der Lebensmittelbranche und angrenzende Wirtschaftsbereiche. Das Service-Center des Fachbereichs vermittelt Experten, wenn es um Fragen der Lebensmittelqualität oder Ernährung, Schadstoffuntersuchungen in Baumaterialien oder deren Auswirkungen auf das menschliche Immunsystem geht.

Vom Abfall zum Rohstoff

Was ist mit dem Rest? Üblicherweise werden Pressrückstände von Ölfrüchten zu Tierfutter verarbeitet. Doch aus den Presskuchen von Raps oder Nüssen lässt sich auch mit geringem Aufwand ein Lebensmittel für Menschen machen.

Prof. Dr.-Ing. Burkhard Ahlert und Dr.-Ing. Anke Knoblauch vom Fachbereich Lebensmitteltechnologie der Fachhochschule Fulda nahmen sich für ihr Projekt Tempeh, ein traditionelles indonesisches Sojaprodukt, zum Vorbild. Anders als bei Tofu werden hierbei die eingeweichten Sojabohnen nicht zerdrückt, sondern mit einem bestimmten Schimmelpilz beimpft und fermentiert. Nach zwei Tagen ist das Tempeh fertig, kann geschnitten und gebraten oder als Suppeneinlage verwendet werden. Ahlert: "Die Herstellung einer industriell gefertigten Tempeh unterscheidet sich kaum von der herkömmlichen Produktion - und es muss nicht immer Soja sein". So lässt sich aus Pressrückständen von Walnüssen, Raps oder Erdnüssen ein wertvoller Vitamin- und Eiweißlieferant erzeugen. Der verwendete Schimmelpilz ’Rhizopus oligosporus’ durchwächst den Ausgangsstoff und wandelt Kohlenhydrate und Fette um. Frisch hergestellte Tempeh kann gekühlt, tiefgefroren oder pasteurisiert in Folie oder im Glas angeboten werden.

In ihrem zweiten Projekt beschäftigen sich die beiden Fuldaer Forscher mit der ’Hygienisierung von Bioabfällen in der industriellen Kompostierung’. Durch Kompostierung gelangen wichtige Nährstoffe wieder in den natürlichen Stoffkreislauf. Der Rohstoff ’Bioabfall’ kann aber auch gefährlich sein, wenn er Krankheitserreger wie etwa Salmonellen enthält. Anke Knoblauch und Burkhard Ahlert haben die Veränderung verschiedener Organismen im Verlauf einer industriellen Rottetrommelkompostierung untersucht. Sie konnten nachweisen, dass bei verfahrenstechnischer Prozessoptimierung ein hochwertiger, hygienisch einwandfreier Kompost entsteht. Entscheidende Größen sind die Bewässerung, die mechanische Aufarbeitung und die Belüftung. Als wichtigstes Kriterium für die Hygienisierung von Kompost sieht Dr. Knoblauch den Temperatur-Zeit-Verlauf. Außerdem seien neben der Produktqualität im Zusammenhang mit der Hygiene natürlich auch Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich. Die Konzentration schädlicher Keime in der Luft lassen sich dadurch so weit reduzieren, dass sie unterhalb der Vorgabe der technischen Kontrollwerte liegt.

Ralf Thaetner | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-fulda.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler
27.04.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Elektroimpulse säubern Industriewässer und Lacke

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler

27.04.2017 | Messenachrichten