Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Highlights auf der Laser 2003

24.04.2003


Schneller Zahn aus Titan! Oder suchen Sie etwa glänzenden Marmor ohne Rutschgefahr? Wer mehr zu diesen Themen wissen will, sollte den Fraunhofer-Gemeinschaftsstand auf der Laser in München vom 23. bis 26. Juni besuchen.



Auf der weltweit führenden Fachmesse für Lasertechnik präsentieren auf 160 m2 das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, für Werkstoff- und Strahltechnik IWS und die Patentstelle für die deutsche Forschung PST zusammen mit ihren Industriepartnern Highlights ihrer Innovationen.

... mehr zu:
»BEGO »IWS »Zahntechnik


Der Zahnersatz ist eine typische Aufgabe für die individualisierte Massenproduktion. Zurzeit wird in den Dentallabors jedes Bauteil einzeln in einem aufwändigen manuellen Prozess abgeformt und gegossen. Mit Hilfe des Selective Laser Melting (SLM) Verfahren läßt sich der Prozess von einer Woche auf zwei Tage verkürzen. Dabei sichert das Rapid Prototyping Verfahren hundertprozentige Dichtheit bei optimaler Zugfestigkeit. Generative Fertigungsverfahren, die Bauteile Schicht für Schicht auf der Grundlage von CAD-Daten aufbauen, werden bereits erfolgreich im Werkzeug- und Formenbau eingesetzt. Nun hat das Aachener Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Kooperation mit der Firma Trumpf in Ditzingen und der BEGO Medical AG in Bremen das Verfahren auf den Bedarf der Dentaltechnik angepasst. Üblicherweise stellen Zahntechniker manuell metallische Gerüste für Brücken und Kronen her, die als Unterbau für die keramische Verblendung dienen. Der aufwändige Herstellungsprozess mit den Arbeitsschritten Gipsmodell, Artikulator, Wachsmodellation, Einbetten bis hin zum Guss dauert bis zu einer Woche. Mit dem neuen SLM-Verfahren kann sich der Zahntechniker stärker auf seine Kernkompetenz -der kundenspezifischen Gestaltung des Zahnersatzes, konzentrieren. Wie bisher erstellt er auf der Grundlage der Abformung des Gebisses, die er vom Zahnarzt erhält, ein Modell aus Gips. Dann beginnt die von der Firma BEGO initiierte digitale Prozesskette. Mit einem optischen Scanner erstellt das Labor ein digitales, dreidimensionales Abbild. Der Zahntechniker modelliert nun am Bildschirm die Brücke oder Krone. Anschließend werden die Daten elektronisch an die BEGO Medical AG weitergeleitet. Mit dem SLM-Verfahren des Fraunhofer ILT entstehen dreidimensionale metallische Gerüste in wenigen Stunden. Diese gehen dann an das Dentallabor zur weiteren Verblendung. Neben dem Zeitgewinn bietet das SLM-Verfahren auch bessere Hafteigenschaften der Verblendung. Gegenüber konventionellen Verfahren entfällt das nachträgliche Aufrauhen der Gerüste durch den Zahntechniker. Auf der Laser´03 präsentieren das ILT und die Firma BEGO erstmals gemeinsam die Ergebnisse.


Ein weiteres Highlight auf dem Fraunhofer-Stand ist die Herstellung rutschfester Steinoberflächen mittels Lasertechnik. Glanz und Farbintensität des Materials bleiben erhalten. Hotels, Banken, Bahnhöfe oder Flughäfen empfangen ihre Besucher oft mit repräsentativen, glänzenden Fußböden aus Naturstein wie Granit. Die glatten polierten Oberflächen sind zwar schön anzusehen, doch wenn im Herbst und Winter Nässe und Schmutz hereingetragen werden, hat sich schon so mancher Besucher mit einem filmreifen Slapstick-Ausrutscher auf den Boden gesetzt. Um diese Gefahrenquelle auszuschalten, müssen die Natursteinböden trittsicher sein. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden entwickelten ein Verfahren mit dem die Steinoberflächen rutschfest gemacht werden - unter Beibehaltung der optischen Qualität. Im Gegensatz zu herkömmlichen chemotechnischen Verfahren ist das Laserverfahren des IWS umweltfreundlicher und unabhängig von Umgebungsbedingungen. Ein gepulster Laserstrahl wird über zwei Scannerspiegel und eine Planfeld-Optik gelenkt. Bis zu 15 000 Mikrokrater werden pro Sekunde an der Oberfläche erzeugt. Durch Anpassung von Abstand und Abmessung der einzelnen Krater lassen sich verschiedene Grade der rutschhemmenden Wirkung herstellen. Nach der Bearbeitung verlieren die Steine nur geringfügig von ihrem Glanz und den strahlenden Farben. Während erste stationäre Anlagen bereits 1997 in die Produktion gingen, stellt nun das Fraunhofer IWS auf der Laser´03 den Prototypen einer mobilen Anlage vor. Mit diesem System können bereits verlegte Steinplatten im Nachhinein mit den rutschhemmenden Strukturen versehen werden.


In den mobilen Laseranlagen zum Aufrauhen der Oberfläche von Natursteinen werden die neuesten Laserstrahlquellen, die auf dem Markt erhältlich sind, eingesetzt: die INNOSLAB-Laser. Der Hersteller - das Aachener Unternehmen EdgeWave GmbH, eine Fraunhofer Ausgründung - stellt sie auf der Laser´03 vor. Bei dieser Weltpremiere handelt es sich um eine neue Generation diodengepumpter Festkörperlaser. Sie bringen wesentliche Verbesserungen im Vergleich zu konventionellen Festkörperlasern bei einer Reihe bestehender Anwendungen wie dem Strukturieren von Glas, Keramik und Metall. Darüber hinaus ermöglichen sie komplett neue Anwendungsgebiete wie das Tiefbohren in Glas. Die Vorteile des INNOSLAB-Konzeptes liegen in der Kombination von hoher Präzision und Qualität bei gleichzeitig ausgezeichneter Pulsbarkeit und hoher Leistungsfähigkeit. Die Systeme sind äußerst kompakt, was sehr vorteilhaft für die Integration in Anlagen ist. Die Firma Edge Wave GmbH präsentiert drei unterschiedliche INNOSLAB-Systeme, jeweils aus den Wellenlängenbereichen Infrarot, Grün und Ultraviolett.


Außerdem zeigen die Fraunhofer-Institute neuartige Laserstrahlquellen in verschiedenen Ausführungen und angepasst auf unterschiedliche Anwendungen in der produzierenden Industrie. Hierzu zählen unter anderem kompakte CO2-Laser, die über die Fraunhofer-Patentstelle PST von einem freien Erfinder vermarktet werden, sowie innovative Diodenlaser und diodengepumpte Festkörperlaser des Fraunhofer ILT. So werden multifunktionale Diodenlaser-Ringstrahlen für Fügeanwendungen und fasergekoppelte Hochleistungsslablaser mit 1 kW Laserleistung aus einer 100-m-Faser als Prototypen vorgestellt. Auch bei den Laseranwendungen gibt es viel Interessantes auf dem Fraunhofer-Stand zu entdecken. Ob kompakte Hybridschweißköpfe für den Einsatz beim Laser-Lichtbogen-Hybridschweißen, Innenbearbeitungsoptiken für das Laser-Auftragschweißen, Prototypanlagen für das Simultanschweißen von Kunststoffen mit Diodenlasern, Anlagen zum induktiv unterstützten Laserstrahlschweißen oder Laserkleinhärteanlagen - für Systemhersteller und Laseranwender bieten die Fraunhofer-Institute maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand.


Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf der Laser´03 in Halle B2, Stand 141 oder rufen Sie uns einfach an.

Dipl.-Phys. Axel Bauer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: BEGO IWS Zahntechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ein Feuerwerk der chemischen Forschung

24.08.2017 | Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rauch von kanadischen Waldbränden bis nach Europa transportiert

24.08.2017 | Geowissenschaften

Wie Zellen ihre eigenen Gene „hacken“ - Forscher entschlüsseln neuen Mechanismus der Genexpression

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ein Feuerwerk der chemischen Forschung

24.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten