Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Identifikationssystem und Bildverarbeitungssensoren

01.04.2003


Wem ist das nicht schon passiert: Nach dem Einkauf rätselt man - in den Händen pralle Taschen - wo genau im Parkhaus das Auto geparkt ist. Diese Information könnte künftig der Kassenautomat auf dem bezahlten Ticket liefern. Zur Hannover Messe (vom 7. bis 12. April) stellt Siemens das Identifikationssystem Moby R vor, mit dem Objekte in Echtzeit auf eine Entfernung von 300 Metern mit einer Genauigkeit von drei Metern lokalisiert werden können.


Ortungssystem zeigt Position von Neuwagen im BMW Werk


Vision Sensor Simatic VS 120



Im Einsatz ist das System bereits im BMW-Werk in Dingolfing. Rund 1300 Autos rollen täglich aus der Montagehalle. Mit Moby R können die Mitarbeiter jederzeit im Intranet verfolgen, wo sich ein bestimmter Wagen gerade befindet. In den Autos hängen zigarettenschachtelgroße Signalgeber, die in einem frei wählbaren Rhythmus zwischen fünf Sekunden und einer Stunde charakteristische Funkwellen aussenden. Vier Antennen fangen diese auf und leiten die Daten an einen Ortungsrechner weiter, der aus den zeitversetzten Signalen den Sendeort und damit die Position des Autos ermittelt. Auf dem Rechner sind auch alle Informationen über das Fahrzeug online verfügbar, also Typ, Ausstattung oder Sonderwünsche. Siemens verhandelt bereits mit einer Vielzahl von Unternehmen aus den Branchen Logistik, Chemie und Luftverkehr über die Lieferung des Echtzeit-Ortungssystems.



Moby R könnte etwa in einem Überseehafen zur Verfolgung von Frachtcontainern eingesetzt werden. Selbst bei tausenden verschiedenen Objekten behält das System die Übersicht. In einem Lager könnte ein Arbeiter einen Warnhinweis bekommen, wenn er zwei Behälter mit Chemikalien nebeneinander stellen will, die aus Sicherheitsgründen in weitem Abstand gelagert werden müssen - oder das System öffnet gar nicht erst die Hallentür.

Blitzschneller Bildsensor kontrolliert Pralinen

Ob bei Schrauben, Tabletten oder Schokopralinen - in der modernen Massenfertigung spielt die Qualitätskontrolle eine herausragende Rolle. Angesichts einer Tagesproduktion, die oft in die Zehntausende geht, ist der Mensch bei der Überprüfung solch kleiner Produkte im Zentimetermaßstab aber weit überfordert. Stattdessen sortieren vollautomatische Systeme während und nach der Produktion fehlerhafte Waren aus.

Diese optische Qualitätskontrolle von Kleinteilen erleichtern Bildverarbeitungssensoren von Siemens. Die Vision Sensoren Simatic VS 110 und VS 120, die jetzt auf der Hannover Messe vorgestellt werden, bestehen aus einem Sensorkopf mit integrierter Kamera, einer Infrarot-Beleuchtungseinheit und einem Auswertegerät. Unterschiedlich ist nur die Art der Beleuchtung. Beim VS 110 passieren die Prüflinge das System auf einer Produktionsstraße und werden von der Beleuchtungseinheit in Infrarotlicht getaucht. Wie bei einem Scherenschnitt wird dabei der Schattenumriss des Produkts auf den gegenüberliegenden Sensorkopf projiziert und mit der Sollvorgabe verglichen. Weicht das Ergebnis ab, wird das betreffende Teil aus dem Produktionsprozess entfernt. Eine Möglichkeit besteht darin, den Ausschuss mittels einer angeschlossenen Luftdüse einfach vom Förderband zu pusten - nach dem bekannten Motto "die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen". Aber selbst Aschenputtels dienstbare Täubchen hätten ernsthafte Probleme, mit der Siemens-Technik Schritt zu halten: Das System kann bis zu 25 Teile pro Sekunde auf Mängel überprüfen. Der Sensor VS 120 ist eine Auflichtvariante, bei der das Licht aus der Richtung der Kamera kommt.

Die neuen Lösungen zeichnen sich durch eine leichte Installation und Inbetriebnahme aus. Nachdem die Einrichtungssoftware auf einem handelsüblichen PC installiert ist, führt man den Vision Sensoren ein mustergültiges Produkt vor. Auf diese Weise erlernt das System, welche Teile es durchlassen soll und welche nicht. Da sich das System bis zu 15 verschiedene Teile merken kann, ist es auch für Produktionsstraßen geeignet, auf denen unterschiedliche Teile gefertigt werden.

Norbert Aschenbrenner | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof
http://www.siemens.de/newsdesk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften