Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reifensensor sorgt für Sicherheit beim Fahren

31.03.2003


Forschungszentrum caesar auf der Hannover-Messe

Bremsen bei Glatteis oder nasser Fahrbahn, die Reibung geht gegen Null, der Wagen gerät ins Schleudern: Ein Szenario, das zukünftig vermieden werden soll. Wissenschaftler des Bonner Forschungszentrums caesar entwickeln eine neue Technologie, um die Sicherheit von Fahrzeugen weiter zu verbessern. Auf der Hannover-Messe präsentiert caesar vom 7.-12. April 2003 am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Halle 18, EG, Stand E10 einen Reifensensor, der den Straßenzustand erkennt und rechtzeitig vor Gefahren warnt.

Der Reifensensor ist nur wenige Quadratmillimeter groß und wird direkt in das Gummi des Reifenprofils eingebettet. Ausgelesen wird er drahtlos: Im Radkasten des Fahrzeugs befindet sich eine Antenne, die ein hochfrequentes Funksignal an den Sensor überträgt. Je nach Straßenzustand wird das Signal vom Sensor verän­dert und an die Antenne zurück gesandt. Es enthält Informationen über die Verformung des Reifens, die je nach Fahrbahnbeschaffenheit unterschiedlich ist. So entsteht beispielsweise bei Aquaplaning vor dem Reifen ein typischer Wasserwulst.

Bei Nässe, Schnee oder Glatteis wird die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn geringer. Auch hierüber wacht der Reifensensor. Die Messungen des Sensors ergeben für jede Situation eine charakteristische Kurve. Im Fahrzeug könnten die Messergebnisse zukünftig beispielsweise von einem verbesserten Antiblockier­system (ABS) verarbeitet werden, mit dem Ziel, den Bremsweg weiter zu verkürzen. Mit Hilfe des Reifensensors können gefährliche Straßenzustände früh­zeitig erkannt werden, da die Haftung der Reifen mehrere Male pro Sekunde gemessen wird.

Um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen, kontrolliert der Sensor außerdem permanent den Reifendruck. Laut einer französischen Studie verursacht falscher Reifendruck zwölf Prozent aller Fahrzeugunfälle in Frankreich, sei es durch einen verlängerten Bremsweg oder durch geplatzte Pneus. Steigt oder fällt der Druck im Reifen, kann der Sensor rechtzeitig eine Warnung ins Cockpit übermitteln.

Bei der Entwicklung des Reifensensors arbeiten die caesar-Wissenschaftler rund um Dr. Eckhard Quandt mit dem Reifenhersteller Goodyear zusammen. Zusätzlich wird das Projekt vom BMBF im Rahmen von EUREKA (EUREKA-Projekt S! 2375: Tyresense) gefördert. Die Erwartungen auf allen Seiten sind sehr hoch. Wenn der Sensor fertig für die Serienproduktion ist, soll er nicht nur dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Auch die Umwelt wird geschont, denn die Reifen erhalten eine längere Lebensdauer. Durch den Sensor soll auch ein Beitrag zur Zukunfts­sicherung der europäischen Reifen- und Automobilindustrie geleistet werden.

Das internationale Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) aus Bonn hat 1999 die Arbeit auf­genommen. Mit inzwi­schen 150 Mitarbeitern forschen interdisziplinäre Teams in den Bereichen Material­wissenschaften/ Nanotechnologie, Medizintechnik und Biotechnologie. Forschung und industrielle Anwendung gehen Hand in Hand: caesar entwickelt innovative Produkte und Verfahren und unterstützt die Wissenschaftler bei Firmenaus­grün­dungen. Ende Mai wird das neue Forschungsgebäude eingeweiht, das Platz für bis zu 350 Mitarbeiter bietet.



Ansprechpartner für weitere Informationen zu EUREKA:

... mehr zu:
»EUREKA »Reifensensor

EUREKA/COST-Büro, Bonn
Dr. Julia Kipper-Albertini
Telefon: 0228 / 38 21-355

E-Mail: julia.kipper@dlr.de

| Forschungszentrum caesar
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de/pressroom
http://www.dlr.de/eureka

Weitere Berichte zu: EUREKA Reifensensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Medica 2017 – TU Kaiserslautern präsentiert Fortschritte in der Medizintechnologie
20.10.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben
18.10.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fettstoffwechsel beeinflusst Genaktivität

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Forscher der Universität Hamburg entdecken Mechanismus zur Verdopplung von Pflanzengenomen

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bakterielle Toxine im Darm

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie