Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues zu Bakterien-Fabriken, Biosensoren und Brennstoffzellen

27.03.2003


Das Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2003



Jülich / Hannover, den 27.März 2003. Mit interessanten Entwicklungen zur Energieforschung und Biotechnologie zeigt sich das Forschungszentrum Jülich auf der diesjährigen Hannover Messe, der größten Industriemesse der Welt. Wissenschaftler aus mehreren Instituten stellen vom 7. bis 12. April verschiedene Exponate vor - von Brennstoffzellen über Biosensoren bis zu Bakterien-Fabriken. Das Forschungszentrum ist auch am neuen Experten-Portal für die Industrie beteiligt, das die Helmholtz-Gemeinschaft der Großforschungszentren auf der Messe freischaltet.

... mehr zu:
»Biosensor »Brennstoffzelle »DMFC »NRW »SOFC


Brennstoffzellen - Strom von morgen

(Gemeinschaftsstand NRW, Halle 13, Stand G 38;
Stand "Wasserstoff & Brennstoffzellen", Halle 13, Stand G 66 / 6)

Auf dem "Gemeinschaftsstand NRW" präsentieren die Wissenschaftler Direkt-Methanol-Brennstoffzellen (DMFCs), eigengefertigte DMFC-Komponenten und einen Dieselreformer. DMFCs gehören zu den Niedertemperatur-Brennstoffzellen (60 bis 100 °C) und eignen sich z.B. als Akku-Ersatz für Videokameras oder Laptops sowie als Stromaggregat für Sonderanwendungen. DMFCs tanken Methanol statt Wasserstoff. Der Vorteil: Methanol ist flüssig und damit leichter zu handhaben als gasförmiger Wasserstoff. Das Kernstück einer DMFC ist die mehrschichtige Membran-Elektroden-Einheit (MEA): Sie wird am Institut für Werkstoffe und Verfahren der Energietechnik (IWV-3) mittlerweile überwiegend mit einer Beschichtungsmaschine gefertigt. So können die Wissenschaftler die Herstelltechnik von Brennstoffzellen weiter voran treiben und Komponenten industrienah, kostengünstig und mit hoher Qualität fertigen. Der gezeigte Reformer wandelt schwefelarmen, konventionellen Dieselkraftstoff in wasserstoffhaltiges Brenngas um und macht ihn so für die Brennstoffzelle nutzbar - beispielsweise für die Festoxid-Brennstoffzelle.

Komponenten der Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC) präsentieren die Forscher auf dem Stand "Wasserstoff & Brennstoffzellen". Die SOFC gehört zu den Hochtemperatur-Brennstoffzellen (700°C bis 1000 °C) und ist vor allem für die stationäre Strom- und Wärmeerzeugung interessant. Jülicher Wissenschaftler arbeiten an fortgeschrittenen SOFCs mit planaren Zellen und dünnem Elektrolyten. Mit einem methanbetriebenen System haben sie bereits Leistungen von über 5 Kilowatt erreicht. Daneben wird ein DMFC-System mit einem Brennstoffzellenstapel zu sehen sein, der eine Leistung von 2 Kilowatt liefert - gegenüber dem letzten Jahr eine Steigerung um das Vierfache. Der Stapel ist integriert in ein komplettes Modul, das alle zum Betrieb erforderlichen Aggregate enthält. Abgerundet werden die Exponate durch einen Apparat zur Brenngaserzeugung. Dieser enthält neben einem autothermen Reformer eine mehrstufige Gasreinigung zur Entfernung von Kohlenmonoxid und einen Katalytbrenner, der Brennstoffzellenabgase reinigt.


Corynebakterien - die Synthesekünstler

(Gemeinschaftsstand "Forschungsland NRW", Halle 18, 1. OG, Stand M 12)

Die Produkte einer "Mini-Fabrik" der besonderen Art präsentieren Forscher des Instituts für Biotechnologie 1 (IBT-1) auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland NRW"). Ihre "Fabrik-Arbeiter" sind Bakterien - und als solche äußerst produktiv. Denn sie können Aminosäuren, die Grundbausteine der Eiweiße, produzieren, darunter auch diejenigen, die der Mensch nicht selbst herstellen kann. Diese essentiellen Aminosäuren wie L-Valin oder L-Isoleucin muss er vielmehr mit der Nahrung aufnehmen. Daher sind sie begehrte Substanzen - beispielsweise als Bestandteil von Infusionslösungen oder Sporternährungsprodukten. Die Jülicher Forscher beschäftigen sich mit dem Bodenbakterium Corynebacterium glutamicum und dessen Aminosäurebildung. Es ist ihnen gelungen, die zelleigenen Regulationsprozesse der Bakterien zu überwinden, so dass die kleinen Arbeitstiere nun bis zu 1000-mal mehr L-Valin bilden als sie für sich selbst benötigen. So können die Wissenschaftler mit ihrer Bakterien-Fabrik kostengünstig L-Valin herstellen.


Biologie plus Mikroelektronik - und was dabei herauskommt

(VDI-Gemeinschaftsstand "Technologies for New Mobility", Halle 18, 1. OG, Stand K 03)

Die Vereinigung biologischer Zellen mit Silizium-Mikro-Chips zu neuen Bauteilen ist eine der großen Herausforderungen der Wissenschaft - der sich auch das Institut für Schichten und Grenzflächen (ISG) des Forschungszentrums Jülich stellt. Physiker und Biologen arbeiten Hand in Hand an solchen bioelektronischen Hybridsystemen. Drei Beispiele präsentieren sie auf dem VDI-Gemeinschaftsstand "Technologies for New Mobility": einen DNA-Chip, einen Herzzellen-Transistor-Chip und einen Knoblauch-Biosensor.

Ein DNA-Chip dient dazu, DNA-Abschnitte zu identifizieren. Die Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um solche Chips auszulesen: Statt die zu identifizierende DNA mit einem Farbstoff zu markieren, verarbeiten sie ein elektrisches Signal.

Durch Ansiedlung von einigen tausend Herzzellen auf einer Halbleiter-Oberfläche bildet sich ein vernetztes, elektrisch aktives Zellgebilde, welches ähnlich wie ein richtiges Herz "schlägt". Ein solcher Herzzellen-Transistor-Chip könnte in der Pharma-Forschung bei der Vorentwicklung von Herzmedikamenten eingesetzt werden.

Die medizinische Wirkung des Knoblauchs schließlich wird wesentlich durch schwefelhaltige Substanzen hervorgerufen. Der Knoblauch-Sensor nutzt einen Biokatalysator - ein Enzym - das auf einem Mikrochip fixiert ist, um diese Stoffe zu detektieren und ihre Konzentration zu messen. Damit ist es möglich, die wertvollen Inhaltsstoffe des Knoblauchs auch in anderen Pflanzen aufzuspüren.


Wissenschaftsexperten für die Industrie

(Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Halle 18, EG, Stand E 10;
Stand des Forschungszentrums Karlsruhe, Halle 6, Stand A 26)

Auf dem Stand des Bundesforschungsministeriums fällt der Startschuss für das neue Experten-Portal www.helmholtz-experten.de der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Von der Nanoelektronik über Gesundheit bis zur Energietechnik - Industriepartner erhalten einen Überblick über die Kompetenzen der Großforschungseinrichtungen und können direkt Kontakt zu den jeweiligen Wissenschaftlern aufnehmen. Auf den Ständen des Bundesforschungsministeriums und des Forschungszentrums Karlsruhe stellen verschiedene Helmholtz-Zentren, darunter auch das Forschungszentrum Jülich, den neuen Service vor (Näheres erfahren Sie über die Helmholtz-Gemeinschaft www.helmholtz.de).


Treffpunkt für den Mittelstand

(Innovationsmarkt Forschung & Technologie, Halle 18, OG, Stand L 01)

"SteP - Treffpunkt Mittelstand" ist das Motto der diesjährigen Präsentation der SteP-Initiative (Suche nach technischen Problemlösungen für Innovationen) des Forschungszentrums Jülich, die eng mit dem Informationsdienst Wissenschaft (idw) zusammenarbeitet. Als Anlaufstelle insbesondere für klein- und mittelständische Unternehmen werden folgende innovative Dienstleistungen angeboten: Beratung von Unternehmern bei Innovationsfragen, Vermittlung von neuen Technologien und Experten, Zugriff zu internationalen Technologie- und Kooperationsdatenbanken, Nutzung einer aktuellen Kontaktbörse für Angebote und Nachfragen. Bei der Sonderaktion "Ist Ihr Unternehmen noch zukunftsfähig?" liefert ein auf langjähriger Praxis basierender Kurzscan eine erste Orientierung.


Informationen:

Dr. Renée Dillinger, Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich, www.fz-juelich.de
Tel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666, r.dillinger@fz-juelich.de

Mechthild Hexamer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666, m.hexamer@fz-juelich.de


Peter Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/portal/angebote/pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: Biosensor Brennstoffzelle DMFC NRW SOFC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018
23.05.2018 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen
23.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics