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Innovationen in der Abwasserbehandlung - CUTEC auf der Terratec 2003

04.03.2003


Verfahrensentwicklung und Produktoptimierung - Vom 11. bis 14.03.2003 präsentiert CUTEC in Leipzig zwei innovative Projekte aus dem Bereich der Abwassertechnik:


- Der Schlüssel zur optimierten Entwässerung
- Auf die Verpackung kommt es an - Mikroorganismen im neuen Outfit



Der Schlüssel zur optimierten Entwässerung


Flockungs- und Konditionierungsprozesse werden in vielen technischen Anwendungen als Verfahrensstufen eingesetzt. In der Abwassertechnik beispielsweise wird die Effizienz der maschinellen Entwässerung oder der Abtrennung bestimmter Inhaltsstoffe entscheidend von der Flockung beeinflusst. CUTEC hat Verfahren entwickelt, die Flockungsprozesse charakterisieren, die Konditionierung optimieren und regeln.

In einem photooptischen Messverfahren arbeitet der neuartige Flockungssensor als Reflexionsmessgerät, eine digitale Zeilenkamera analysiert online das geflockte Partikelsystem. Dieses Verfahren wurde auf einer kommunalen Kläranlage an einer Entwässerungsanlage im Pilotmaßstab erfolgreich getestet: Erstmalig kann der Grad der Entwässerung vorhergesagt werden, da eine Korrelation zwischen Sensorberechnung und Entwässerungsverhalten der eingesetzten Klärschlämme besteht. Die berechneten Werte sind prozessspezifisch und können kalibriert werden. Neben einer Qualitätskontrolle, ist auch eine Prozessregelung durch den Sensor realisierbar.

Auf Grundlage der Sensorergebnisse wurde ein zweistufiger Flockungsreaktor mit vier Freiheitsgraden entwickelt. In einem Turbo-Mischer wird zunächst das Flockungsmittel homogen in das Medium eingebracht, danach wird im Reaktor eine spezifische Flockenstruktur ausgeprägt. Die Regelung des Flockungsreaktors durch den Sensor erlaubt eine prozessgerechte Flockenausbildung trotz laufender Änderungen der Schlammeigenschaften. Höhere Entwässerungsleistungen und geringerer Flockungsmittelverbrauch garantieren einen ökonomisch optimierten Betrieb der Schlammentwässerung und -entsorgung. Entsprechende Patente sind angemeldet.

CUTEC bietet Unternehmen und Verbänden zielgerichtete Unterstützung und Kooperation in umweltrelevanten Bereichen an. Die optimierte Schlammbehandlung ist ein Beispiel für die vielseitigen, innovativen und anwendungsnahen Technologieentwicklungen. Die vorgestellten Verfahren können auf andere Branchen und Anwendungen übertragen werden.

Auf die Verpackung kommt es an - Mikroorganismen im neuen Outfit

Die Anforderungen an die kommunale Abwasserbehandlung sind vielfältig. Dabei nimmt die Verringerung der Stickstofffracht eine herausragende Stellung ein. Begrenzender Faktor der konventionellen biologischen Verfahren, insbesondere bei niedrigen Temperaturen, ist die vergleichsweise geringe Wachstumsrate der nitrifizierenden Organismen. So kann das erforderliche Schlammalter nur in ausreichend dimensionierten Belebungsbecken gewährleistet werden.

Um die Aufwendungen der biologische Reinigung herkömmlicher Kläranlagen, speziell für die Belüftung, zu reduzieren, werden zahlreiche Immobilisierungstechniken eingesetzt. Diese sollen das Auswaschen der Nitrifikanten verhindern. In der Praxis bietet man den Mikroorganismen geeignete Anwuchsflächen zur Bildung von Biofilmen, deren Zusammensetzung i. A. abhängig von der Prozessführung und vom Abwasser ist.

Das neuentwickelte kostengünstige Einschluss-Immobilisat LentiKat® der Firma geniaLab, Braunschweig, eröffnet einen neuen Weg in der Abwasserbehandlung. Verhinderten bisher finanzielle Gründe den Einsatz von Einschlussimmobilisaten, so kann die Stickstoffelimination nun mit vergleichsweise niedrigen Investitions- und Betriebskosten erreicht werden. LentiKats® bestehen aus einem Gel, in das extern gezüchteten Nitrifikanten unter milden Bedingungen eingeschlossen werden. Die entstehenden linsenförmigen Immobilisate haben einen Durchmesser von 3-4 mm und eine Dicke von 200-400 µm.

Wesentliche Vorteile der Lentikats® sind:
- Hohe Überlebensrate der Mikroorganismen
- Hohe Aktivität
- Stabile selektive Nitrifikation
- Reduzierter Kohlenstoffabbau

Erfolgreiche Langzeitversuche unter Laborbedingungen (etwa 2 Jahre) sollen jetzt im Pilotmaßstab vor Ort an einer Kläranlage bestätigt sowie die Herstellung und Verwendung der Lentikats® optimiert werden.


Weitere Informationen erhalten Sie am Messestand G40 in Halle 2 oder bei:
Dr.-Ing. Britta Kragert
Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH (CUTEC-Institut)
Leibnizstraße 21+23
D-38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. 05323/933-208 Fax 05323/933-100
E-mail: britta.kragert@cutec.de

Dr. Britta Kragert | idw
Weitere Informationen:
http://www.cutec.de

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