Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Web zum Grid Computing

11.02.2003


Noch liefert das Internet vor allem Informationen. In Zukunft soll es auch Computer-Power bereitstellen. Das Netz bietet dann immer und überall Zugang zu den leistungsfähigsten Rechnern der Welt. Speziell für Anwender aus der Industrie entwickeln die Fraunhofer-Forscher jetzt das Fraunhofer-Resource-Grid. Erste Anwendungen sind auf der CeBIT in Halle 11, Stand A24/B36 zu sehen.



"So wie ich heute meinen Laptop mit dem Stromnetz verbinde, werde ich ihn in Zukunft mit den Grids dieser Welt verbinden und die Power großer Rechner und leistungsfähiger Software nutzen." Dr. Franz-Josef Pfreundt vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM ist überzeugt vom Erfolg des neuen Grid-Computing: "Das ist der Trend in der Computerbranche. In den USA herrscht geradezu eine Grid-Euphorie." Die NASA und das amerikanische Departement of Energy verfügen bereits über eigene Grids, Microsoft und IBM investieren Milliarden in den Aufbau der neuen Computing-Systeme.

... mehr zu:
»Computing »Grid


"Grid" heißt übersetzt Raster oder Netz. "Grid-Compuing" bedeutet schlicht, ein Netz von Computern zu nutzen. Im einfachsten Fall liefert ein solches Netz reine Rechnerleistung. Doch es kann auch mehr bieten: "Mit dem Fraunhofer-Resource-Grid wollen wir Ingenieuren innerhalb und außerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft einen umfassenden Service anbieten", erklärt der Projektleiter Dr. Franz-Josef Pfreundt. "Der Name Fraunhofer-Resource-Grid macht schon deutlich, dass es nicht nur um Computing geht, sondern auch darum, Maschinen, Messgeräte, Sensoren und Software mit der Rechnerinfrastruktur zu verbinden."

Im ersten Schritt soll das Grid fünf Fraunhofer-Institute umfassen. Damit steht allen Beteiligten eine erhöhte Rechnerkapazität zur Verfügung. Da Rechenoperationen an unterschiedlichen Standorten durchgeführt werden können, lassen sich zudem teure Softwarelizenzen besser nutzen. Im zweiten Schritt wird das Grid auf alle interessierten Fraunhofer-Institute erweitert, und externe Vertragspartner bekommen die Möglichkeit, Rechnerleistung und Softwarewerkzeuge zu nutzen.

Die ersten praktischen Anwendungen gibt es schon: Auf der CeBIT präsentieren die Fraunhofer-Forscher neue Grid-Lösungen: Das Simulationssystem ERAMAS - die Abkürzung steht für Environmental Risk Analysis and Management System - berechnet und bewertet die Ausbreitung von Schadstoffen in Luft, Boden und Wasser. "Das Modell zeigt, was nach einem Industrieunfall oder einem Transportschaden passiert und ist damit eine wichtige Voraussetzung für den Katastrophenschutz", erklärt Andreas Hoheisel vom Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST. Bisher scheiterte die Entwicklung solcher Umweltmodelle für den Einsatz im Katastrophenfall an der begrenzten Rechnerleistung. Um aussagefähige Prognosen machen zu können, muss man eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigen: die Windverhältnisse, die geologischen Gegebenheiten, die Bebauung und Besiedelung, die möglichen Auswirkungen von Schadstoffen auf die menschliche Gesundheit. Nicht minder komplex ist die Erstellung geeigneter Maßnahmenkataloge für den Notfall: Der Einsatz von Hilfskräften, die Kapazität von Krankenhäusern und notwendige Evakuierungsmaßnahmen müssen auf den Einzelfall abgestimmt werden. "Industrie und Behörden haben schon Interesse an der Simulation signalisiert", berichtet Hoheisel: "Unternehmen verfügen oft nicht über die Computerleistung und die Simulationssysteme, solche Berechnungen selbst durchzuführen, würden sie aber gern als Serviceleistung in Anspruch nehmen."

Ein anderes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz der Grid-Technologie ist "Magmasoft", eine Software zur Verbesserung der Qualität von Gießereiprodukten: Aus der Geometrie eines Bauteils werden mögliche Schwachstellen abgeleitet und sichtbar gemacht. Durch Variation der Form und der technischen Parameter lassen sich die Produkte verbessern. "Für die Berechnungen ist eine hohe Computerkapazität notwendig, über die kleine und mittelständische Betriebe meist nicht verfügen", erklärt Pfreundt. "Das Fraunhofer-Resource-Grid bietet uns die Möglichkeit, solche Programme als Serviceleis-tung anzubieten. Die Anwender können dann über ein Portal direkt auf Magmasoft zugreifen."

Ansprechpartner:
Dr. Franz-Josef Pfreundt
Telefon 0631 - 205-2744
E-mail: pfreundt@itwm.fraunhofer.de

Andreas Hoheisel
Telefon 030 - 6392-1819
E-mail: andreas.hoheisel@first.fraunhofer.de

Isolde Rötzer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fhrg.fhg.de

Weitere Berichte zu: Computing Grid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie