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Diagnose: Geld gespart!

18.11.2002


Fraunhofer IGD präsentiert auf der Medica 2002 die Augmented Reality-Endoskopie/Studie ermittelt Wirtschaftlichkeitsreserven in der Diagnostik



Jede Operation belastet den betreffenden menschlichen Körper. Die Belastung nimmt mit der Schwere des Eingriffs zu. Chirurgen setzen daher minimal-invasive Verfahren ein, die einen möglichst kleinen Eingriff erfordern. Um in den Körper des Patienten zu gelangen, braucht es hier nur einen kleinen Schnitt und die inneren anatomischen Strukturen, wie z. B. Kniegelenk, Nasenkanäle oder Bronchien können betrachtet werden. Das dafür erforderliche Endoskop besteht aus einer Optik, die in den Patienten eingeführt wird sowie einer Lichtquelle und einer Kamera, die an diese Optik angeschlossen werden. Sichtbar ist der Weg durch den menschlichen Körper am Endoskopie-Monitor. Die Schwierigkeit der Endoskopie besteht jedoch darin, sich anhand der Kamerabilder im Körper des Patienten zu orientieren.



Dazu wird am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD ein Endoskopie-System entwickelt, das modernste Technologien aus dem Bereich der Erweiterten Realität (Augmented Reaality oder kurz AR) zur Unterstützung bei minimal-invasiven Eingriffen einsetzt. Vor der Operation entsteht mit Hilfe von Tomographie-Bildern ein dreidimensionales, passgenaues Modell der anatomischen Struktur des Patienten. Mit Hilfe der Planungssoftware ist es nun möglich, den optimalen Weg zur Verletzung bzw. erkrankten Stelle zu berechnen. Auch Implantate und Prothesen lassen sich durch das vorab entwickelte 3D-Modell optimal positionieren. Am Endoskopiemonitor werden dem Chirurgen navigationsunterstützende Informationen eingeblendet. Die Software zeigt ihm den vorher berechneten Weg zur der therapierenden anatomischen Region genau an.

Zu jeder Zeit kann er jetzt nachvollziehen, wo er sich im Körper des Patienten befindet und welche Aktion als nächstes durchgeführt werden muss. Durch die AR-Endoskopie spart der Arzt wertvolle Zeit, mit der er den teueren Operationssaal belegt, gleichzeitig wird das Operationsrisiko gesenkt und eine höhere Präzision gewährleistet. Auf der Medica 2002 in Düsseldorf stellt das Fraunhofer IGD die Entwicklung am BMBF-Stand der interessierten Öffentlichkeit vor.

Wirtschaftslichkeitsreserven in der Diagnostik

Dass es im gesamten Gesundheitssystem erhebliche Wirtschaftlichkeitsreserven gibt, zeigt auf der Sonderaustellung MedicaMedia in Halle 16 Prof. Dr. Detlef Krömker vom Fraunhofer Anwendungszentrum Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC). "Durch eine innovative Informations- und Kommunikationsstruktur lassen sich Wirtschaftlichkeitsreserven zum Beispiel in der Diagnostik erzielen." Krömker stützt diese Aussage auf eine repräsentative Studie, die von sechs Fraunhofer-Instituten erarbeitet wurde. Demnach entstehen die Einsparpotenziale immer dann, wenn sich die Kommunikation zwischen dem Labor und dem behandelnden Arzt, den Krankenhäusern oder den niedergelassenen Ärzten verbessert. Dabei sind es gerade Informations- und Kommunikationstechnologien, neue Verfahren der Visualisierung und des Wissensmanagements, die beispielsweise in der Diagnostik erhebliche positive Wirkungen erzielen können. Sie ermöglichen eine einfachere Kommunikation zwischen Arzt und Patient oder die zuverlässige individualisierte Patienteninformation. Zu diesem Thema findet am 4. Dezember 2002 im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt auch ein Symposium statt, bei dem die wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Bedürfnisse für eine Umsetzung erörtert werden. Experten gehen dann unter anderem der Frage nach, ob eine breit angelegte Initiative zur Einführung neuer und modernen Informations- und Kommunikationsstrukturen in der Diagnostik Sinn macht - wirtschaftlich, technisch und organisatorisch. Entscheidend ist dabei sicherlich das Innovationspotenzial in diesem Bereich, da sich die Investitionen in neue Technologien bezahlt machen muss. Ebenfalls von immenser Bedeutung sind die rechtlichen Aspekte wie Datensicherheit und Datenschutz, nötige Standards für den Austausch der Daten und die Wissensverarbeitung in der Diagnostik.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auf der Medica am BMBF-Stand F 73 in der Halle 3 bzw. auf der Sonderfläche MedicaMedia vom 20. bis 23. November 2002 besuchen. Wenn Sie einen persönlichen Termin für ein Interview wünschen, kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail (Bernad.Lukacin@igd.fhg.de) oder telefonisch (06151/155-146).

Bernad Lukacin | idw

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