Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachgesteuerter Operationssaal / Instrumente bewegen sich wie von Geisterhand

22.10.2002


Innovation auf der weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2002 in Düsseldorf

Schwierige Operationen unter schwierigen Arbeitsbedingungen, das ist ein Schwierigkeitsgrad zuviel! Abhilfe soll der sprachgesteuerte Operationssaal bieten, vorgestellt auf der weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2002 (20. bis 23. November) in Düsseldorf. Das neue OP-Konzept soll den Operateur entlasten und den OP-Ablauf effizienter gestalten.

Die Arbeitsbedingungen, unter denen Chirurgen ihre "Kunst" vollbringen müssen, sind unter ergonomischen Gesichtspunkten betrachtet häufig katastrophal, insbesondere bei der so genannten Schlüssellochchirurgie. Von "Problemen der Augenkoordination" einhergehend mit Nacken- und Rückenschmerzen spricht der Freiburger Universitäts-Chirurg und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Chirurgische Technologie, Dr. Ulrich Matern und verweist auf ein OP-Konzept, das nicht auf den Chirurg als den Hauptakteur abgestimmt ist. Inmitten eines technologischen Sammelsuriums arbeitend, kann von ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung wahrlich nicht die Rede sein. Negativ-Beispiele lassen sich leicht aufzählen.

Die Monitorposition ist so eine Hürde, die es auf dem Weg zum optimalen und vor allem effizienten Arbeitsplatz des Chirurgen zu nehmen gilt. Eine andere ist die Bedienung der hochkomplexen technischen Umgebung. Neue Operationstechniken fanden Einzug in den OP, ohne dass sich dieser wesentlich weiterentwickelt hat. Bis heute ist man im OP von der viel zitierte "Mensch-Maschinen-Integration" weit entfernt.

Dr. Thomas Horbach, Chirurg vom Universitätsklinikum Erlangen, hat ein neues OP-Konzept in der täglichen Routine erprobt, das die vielen Behinderungen während der Operation vermindern soll. Fazit: Der Operateur gewinne durch den Einsatz des Systems die volle Kontrolle über seine Operationsumgebung zurück. Gerade die "Reduktion der eigenen Belastung", hält der Erlanger Chirurg für einen "wichtigen Vorteil".

Im Zentrum der Innovation steht die Sprachsteuerung. So gut wie alle für die Durchführung der Schlüssellochchirurgie erforderlichen Maschinenbefehle, wie Positionsveränderungen des OP-Tisches und der OP-Leuchte oder Einsatz von Insufflator und Saugeinrichtung, gibt der Chirurg über ein Mikrophon (Headset) aus dem sterilen Bereich an das System weiter. Dieses erkennt die Stimme des Akteurs und setzt die gesprochenen standardisierten Befehle in Funktionsänderungen um. Voraussetzung: Die Subsysteme unterschiedlicher Hersteller müssen mit der Kreation kommunizieren können.

Mit etwa 20 gesprochenen Befehlen kommt man in Erlangen beim Ablauf standardisierter Eingriffe aus. Erheblich mehr gesprochen werden muss bei komplexen Operationen. Wenn dem Headset-Chirurgen gegen Ende eines anstrengenden OP-Tages die Stimme rau und heiser geworden ist, dann steigt zwar die Spracherkennungsfehlerrate leicht an und nervt den Chirurgen durch wiederholte Spracheingaben, doch die Vorteile sind unübersehbar. Aus der Position des Bittenden in die des Handelnden zurückgekehrt, empfindet es Horbach als eine späte Genugtuung, "die Steuerung wieder in die Hand oder besser in den Mund zu nehmen".

Auf der weltgrößten Medizinmesse MEDICA präsentieren sich vom 20. bis 23. November 2002 in Düsseldorf über 3.600 Aussteller aus 65 Ländern. Die Unternehmen, Organisationen sowie Forschungsinstitute können mit ihren Angeboten recherchiert werden über das Medizinportal MEDICA.de im Internet unter www.medica.de. Aussteller auf dem Gebiet der Sprachsteuerung sind z. B. Siemens und Philips.



Pressekontakt:



Messe Düsseldorf GmbH
Pressereferat MEDICA und ComPaMED 2002

Martin-Ulf Koch/ Larissa Browa
Tel. +49(0)211-45 60-444/-549
FAX +49(0)211-45 60-8548
E-Mail: KochM@messe-duesseldorf.de

| ots

Weitere Berichte zu: MEDICA Medizinmesse Operationssaal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Designvielfalt für OLED-Beleuchtung leicht gemacht
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics