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Lesezeichen am Computertisch

21.10.2002


Roomware jetzt in Serie: Fraunhofer IPSI zeigt auf der Orgatec-Messe "Passage for Windows", Wilkhahn, Messe-Halle 10.1, Stand E 20, F 21



Ganze Textdokumente, Präsentationen oder Tabellenkalkulationen einem Schlüsselbund zuordnen und von einem Raum in den anderen tragen - diesen wie einen Zaubertrick erscheinenden Umgang mit digitalen Dokumenten führt Dr. Dr. Norbert Streitz, Leiter der "Ambiente"-Forschungsgruppe am Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt, gerne Besuchern vor. Nun, der Vorgang ist in der Tat trickreich, aber der Hintergrund ist ernsthaft und sinnvoll. Gemeinsam mit dem Büromöbelhersteller Wilkhahn haben Streitz und sein Team in den vergangenen Jahren die "Roomware" entwickelt; Arbeitstische, Wanddisplays und Sitzmöbel, in die Computer nahtlos integriert sind. Zur Ergänzung - um die digitalen Daten vom Arbeitsplatzcomputer genauso einfach wie ein Papierdokument zur Besprechung am Konferenztisch mitnehmen zu können, hat das IPSI jetzt das System "Passage for Windows" (Passage4Win, p4w) entwickelt.

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Gezeigt wird die neue Kombination aus Software, Hardware und Interaktionsdesign, die wie ein physikalisches Lesezeichen in der virtuellen Welt funktioniert, nun auf der Orgatec-Messe in Köln vom 22. bis 26. Oktober am Stand von Wilkhahn. Dort werden komplette Roomware-Installationen gezeigt, auch die jetzt als Serienprodukte erhältlichen Besprechungstische "ConsulTable" und "InteracTable". Passage4Win erleichtert den effizienten und sicheren Datenaustausch in einer Büro- oder Roomware-Umgebung durch den Einsatz physikalischer "Lesezeichen" - z.B. über das eingangs erwähnte Schlüsselbund oder andere Objekte des täglichen Lebens.

Sowohl innerhalb typischer Besprechungssituationen als auch bei der alltäglichen Büroarbeit treten ohne diese Möglichkeiten immer wieder Verzögerungen beim Datenaustausch zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen auf. So sind etwa Zugriffsrechte und Ordnerfreigaben im Netzwerk nicht richtig konfiguriert, der Austausch von Arbeitsergebnissen scheitert an inkompatiblen Speichermedien oder der Wechsel zwischen Präsentationen geht mit Aufbauaktionen von Note-books am Beamer einher. Das wollen die IPSI-Forscher ändern.

Passage4Win, so Streitz, sorge für einen reibungslosen und schnellen Datenaustausch zwischen beliebigen Windows-Rechnern, indem es den Informationsverkehr über physikalische Objekte (sog. "Passenger"), die mit Tags versehen sind, steuert. Dabei werden die Daten natürlich nicht auf dem Schlüsselbund gespeichert, sondern sind über das Netzwerk verfügbar. Die entsprechend vorbereiteten Objekte fungieren als physikalische Lesezeichen in diese virtuelle Welt.

Der Benutzer könne hierbei durch bloßes Ablegen eines Passengers neben seinem Rechnerarbeitsplatz auf ein automatisch geöffnetes virtuelles Laufwerk zugreifen und dort unbegrenzt viele Dateien ablegen und öffnen.

Die Passengers dienen dabei als Tokens, mit denen die Kommunikation zwischen den p4w-Clients und einer zentralen Server-Anwendung gesteuert wird. Die Hardware zum Erkennen der Passengers besteht aus RF-ID-Leseeinheiten (Radio Frequency Identification), die einfach an Standard-PC-Systeme angeschlossen werden können. Die Passengers selbst sind mittels RF-ID-Tags realisiert, die in unterschiedliche Artefakte wie Visitenkarten, Chipkarten integriert oder z.B. an einen Schlüsselbund angehängt werden können.

Im Gegensatz zu traditionellen Datenträgern wie Disketten, Zip, Jaz oder CD-R sei der Zugriff auf einen Passenger ohne nennenswerte Zugriffszeiten und ohne Kapazitätsbeschränkung möglich. Im Gegensatz zum herkömmlichen Datentransfer über Netzwerkstrukturen sei weder eine explizite Rechteverwaltung noch die Kenntnis komplexer Pfadstrukturen nötig.

Im Zusammenspiel mit den Roomware-Komponenten interaktiver Bürolandschaften wie ConsulTable, InteracTable oder interaktiven Wänden soll Passage4Win eine praktikable Lösung zum Transfer von Daten zwischen einzelnen Roomware-Komponenten darstellen. Die zum Betrieb von Passage4Win benötigten Hardware-Bausteine können in die Roomware-Komponenten integriert werden.

Michael Kip | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipsi.fraunhofer.de/ambiente
http://www.roomware.de

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