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Telemedizin: Dreidimensionale digitale Bilder auf dem Vormarsch - Trierer Neuheiten auf der Medica

10.10.2002


Bessere Diagnosemöglichkeiten mit dreidimensionalen Bilden bekommen Ärzte auf der Fachmesse Medica 2002 (20. bis 23. November in Düsseldorf) präsentiert. Das Trierer Institut für Telematik e.V. (Stand 16/H05, 06) hat die Vorstellung einer Software angekündigt, mit der herkömmliche Tomographie-Aufnahmen so bearbeitet werden, dass aus einer Bildserie ein dreidimensionales Objekt hergestellt werden kann. Wie der Direktor des außeruniversitären und gemeinnützigen Forschungs- und Entwicklungszentrums (www.ti.fhg.de), Professor Christoph Meinel, mitteilte, ist der Arzt dann bei der Diagnose in der Lage, solch ein 3-D-Objekt am Computer-Bildschirm frei zu bewegen und es sogar zu "durchwandern". Demonstrieren werden das die Trierer Gesundheitstelematik-Spezialisten am Beispiel der Tomographie-Aufnahme eines Kiefers, bei der die Bildumwandlung die Diagnose einer Zahnwurzelerkrankung wesentlich erleichtert. Verwendet wird der DICOM-Standard, ein in der Medizin weltweit anerkanntes Format für Bilddaten.



Auf der diesjährigen Medica wird das Institut für Telematik e.V. außerdem die neuartige Software "DICOM-Manager" vorstellen, die Krankenhäusern und Arztpraxen das Speichern und Versenden digitaler medizinischer Bilder drastisch erleichtern soll. Der DICOM-Manager hilft, Röntgen-, Tomographie- und Ultraschall-Bilder auf jedem beliebigen Datenträger zu archivieren - komprimiert oder im Originalumfang. Auf Wunsch kann auf den jeweiligen Datenträger (CD, DVD, Streamer, Festplatte, Datenbank) auch ein Betrachtungsprogramm geschrieben werden, das es erlaubt, die Bilder an jedem normalen PC anzuschauen. Auch der Versand der Bilder per E-Mail sei mit dem DICOM-Manager sehr einfach, betont Institutsdirektor Prof. Meinel.

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Der DICOM-Manager ist die Weiterentwicklung des Patienten-CD-Systems, das die Trierer Wissenschaftler im April auf der Luxemburger Messe Telemedicine & Telecare 2002 vorgestellt haben. Es soll Kranken unnötige Strahlenbelastung durch Mehrfach-Röntgen ersparen helfen. Bei Untersuchungen kann der Arzt Röntgenbilder, aber auch Tomographie- und Ultraschallaufnahmen als digitale Daten schnell auf eine CD-ROM brennen. Der Patient bekommt die CD ausgehändigt und kann sie zu jedem anderen Arzt mitnehmen. Eine leistungsfähige Betrachtungs-Software, die auf der Patienten-CD gespeichert ist, sorgt dafür, dass die Bilder an jedem herkömmlichem PC angeschaut werden können - verlustfrei und in hervorragender Qualität.

Im März hatte das Institut für Telematik auf der CeBIT das patentierte Bildkomprimierungsverfahren "Dicomzip" vorgestellt. Es macht die Übermittlung übers Internet bis zu zehnmal schneller als bisher - wichtig für die Notfallmedizin, aber auch für den Bilddatenaustausch zwischen Radiologen, Chirurgen und Orthopäden. Das Verfahren sorgt in Arztpraxen und Kliniken ferner dafür, dass die gewaltigen Datenmengen für Röntgen-, Tomographie- und Ultraschall-Bilder künftig zum Teil nur noch mit 10 Prozent ihres Ursprungsumfangs archiviert zu werden brauchen.

Das als eingetragener Verein verfasste gemeinnützige und außeruniversitäre Institut für Telematik e.V. ist in seiner Ausrichtung in Deutschland einmalig. Nach gut vier Jahren Arbeit kann es schon auf zwei Patente, vier Promotionen und mehr als 80 Fachbeiträge zu internationalen Konferenzen verweisen. Die gut 50-köpfige Mannschaft rund um Prof. Christoph Meinel (48) entwickelt anwenderfreundliche und praxistaugliche Hightech-Lösungen. @security, @banking, @knowledge, @government, @publishing, @learning und @health - das sind die derzeitigen Tätigkeitsfelder des Instituts. Es ist u.a. Mitglied der Initiative D21, des Vereins TeleTrust und Träger des Erfinderpreises Rheinland-Pfalz.


Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.ti.fhg.de

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