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BIOTECHNICA 2008: Naturstoffe - eine wiederentdeckte Pharma-Quelle

16.09.2008
Weit über 100 000 Naturstoffe kennt die Wissen-schaft. Jedes Jahr kommen etwa 2 000 neue hinzu. Sie stammen aus Pflanzen, Pilzen oder Mikroorganismen.

Naturstoffe sind Klassiker in der Medizin - etwa die Hälfte aller heute verwendeten Medikamente hat ihre Wurzeln in diesen Stoffen aus Flora und Fauna. Nach einer Phase, in der die chemische Totalsynthese das Credo der Pharmaforschung war, erleben derzeit die Naturstoffe als Pharmakagrundlage eine Renaissance: Am 7. Oktober auf der europäischen Biotechnologie-Leitmesse BIOTECHNICA tauschen sich hochrangige Experten im Rahmen des Wissenschafts-kongresses European BioPerspectives über 'Natural Products' aus.

Diese Naturprodukte haben sich ihren Platz in der Pharmaforschung als Basis für halb- oder auch totalsynthetische Wirkstoffe zurückerobert. Vor allem neue Waffen gegen Krebs findet die Wissenschaft in der Natur. Besonders im Fokus der Naturstoffsuche stehen marine Organismen. Im Meer leben unüberschaubar viele Mikroorganismen, Schwämme und andere Lebensformen, die ein unerschöpfliches Reservoir an un-bekannten Stoffen in sich tragen. Insbesondere wenn ein Lebensraum dicht besiedelt ist, der Konkurrenzdruck groß ist, sind die Waffen derer die dort leben äußerst wirksam. Diese Stoffe präsentieren sich in Tests als Zell-, Bakterien- und Pilzgifte. Die Kunst, diese Stoffe zu finden, ist ein Thema des Kongresses.

Meist sind die so gefundenen Naturstoffe dabei letztlich nur Vorbild für neue Pharmawirkstoffe. Sie werden so lange chemisch modifiziert, bis medizinische Wirkung und Schaden im Körper in einem pharmazeutisch nutzbaren Verhältnis zueinander stehen, denn oft haben die Stoffe aus Pflanzen und Mikroorganismen neben ihrer drastischen Wirkung auf Krebszellen ebenso starke Nebenwirkungen. Auf dem Kongress werden Methoden diskutiert, wie sich wichtige Bestandteile der Moleküle identifizieren und als so genannte Building Blocks einsetzen lassen. Basierend auf diesen Blöcken können Chemiker dann ganze Reihen von Molekülen mit ähnlicher Struktur erzeugen und mit biologischen Tests nach Wirkstoffkandidaten durchsuchen - die dann möglichst den Weg in die Klinik finden.

Über die EUROPEAN BIOPERSPECTIVES

Die EUROPEAN BIOPERSPECTIVES ist ein Biotechnologie-Fachkongress, der 18 Fachgesellschaften und Organisationen aus Biowissenschaften und Biotechnologie in dem Ziel vereint, ein aktuelles und anspruchsvolles wissenschaftliches Vortrags-programm anzubieten. Die Partner repräsentieren zusammen rund 30 000 individuelle wissenschaftliche Mitglieder. Das wissenschaftliche Komitee setzt sich aus renommierten Fachvertretern zusammen, die die thematische Breite der verschiedenen Biotechnologie-Teildisziplinen im mehrsträngigen Programm gewährleisten. Die BIOPERSPECTIVES hat sich seit ihrem Start 2004 als Weiterentwicklung der traditionsreichen DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen zur wichtigsten wissenschaftlichen Biotechnologie-Kongressveranstaltung in Deutschland entwickelt, die zuletzt 2 000 Teilnehmer zusammenführte.

Katharina Siebert | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.biotechnica.de
http://www.messe.de

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