Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was kostet die vernetzte Welt?

16.05.2008
Auf der Intralogistikmesse CeMAT 2008 in Hannover zeigt das BMWi-geförderte Projekt LogNetAssist, wie komplexe Materialflüsse in Echtzeit visualisiert und gesteuert werden. Zudem wird das erste ganzheitliche Verfahren zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit von RFID-Investitionen vorgestellt.

Maßgeschneiderte Industrieprodukte, Lieferengpässe, Produktionsänderungen - um in komplexen Produktionsabläufen die heute notwendige Flexibilität zu erreichen, muss eine Vielzahl von logistischen Prozessen in Echtzeit beobachtet und gesteuert werden.

Wie dies mit einem RFID-gestützten Assistenzsystem realisiert wird und wie Unternehmen den Umstieg auf RFID in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbeziehen können, zeigt vom 27. - 31. Mai auf der CeMAT 2008 das im Rahmen der Initiative next generation media vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Verbundprojekt LogNetAssist. Anlaufpunkt ist der Stand des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML (Halle 27/G19), weitere Komponenten werden am Stand der PSI AG (Halle 27/E18) vorgestellt.

Ganze Produktionswelt in Echtzeit steuern
Das Prinzip ist einfach: Alle relevanten Bauteile und Produktionseinheiten werden per RFID-Tag gekennzeichnet und können so auf ihrem Weg vom Zulieferer über Straße oder Schiene bis schließlich in und durch die Produktion verfolgt und dargestellt werden. "Eine ganze Produktionswelt, alle relevanten Daten von Zulieferern, Logistikdienstleistern und Herstellern fließen zusammen und werden in einer neu entwickelten Leitzentrale visualisiert", erläutert André Alberti, Projektleiter von LogNetAssist beim Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. So findet per RFID jedes relevante Produktionsteil oder Ereignis auf dem Leitstand seine virtuelle Entsprechung. Vor allem im Störungsfall ist dies von großer Wichtigkeit: "Erkennt der Operator ein Problem bereits kurz nach seiner Entstehung, bestehen gute Chancen, die Produktion umzustellen und Ausfälle zu vermeiden", betont Alberti. Aber auch auf individuelle Kundenwünsche, unerwartete Produktionsänderungen oder Lieferengpässe kann so schneller und flexibler reagiert werden. Dazu liefert das System Entscheidungshilfen, in dem mögliche Prozessverläufe modelliert und Handlungsalternativen vorgeschlagen werden.
Wirtschaftlichkeit von RFID-Anwendungen en detail bewerten
Ohne die RFID-Technologie sind Echtzeitsysteme dieser Komplexität kaum denkbar. Die Funkchips zur Kennzeichnung von Einzelteilen oder Produktionseinheiten können im Gegensatz zum bisher üblichen Barcode berührungslos und ohne unmittelbaren "Sichtkontakt" gelesen und beschrieben werden. Aufgrund dieser Vorteile räumen über 60 Prozent der Entscheider in Unternehmen der RFID-Technologie eine hohe strategische Priorität ein. Die Anzahl realisierter Projekte bleibt allerdings noch weit hinter dieser Zahl zurück. Insbesondere dämpfen hohe Investitionskosten bei der Umstellung den Innovationsgeist. Klarheit über das zu erwartende Kosten-Nutzen-Verhältnis schafft hier eine neue Methode zur ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsbewertung, die ebenfalls zur CeMAT vorgestellt wird. Das Verfahren, das im Projekt LogNetAssist bereits eingesetzt wird, erlaubt erstmals eine umfassende Einschätzung der Chancen und Risiken, die mit einer Umstellung auf RFID-Technologie einhergehen können. Es eignet sich dabei für kleine und mittlere Betriebe ebenso wie für die Industrie. Hierfür wurden bestehende Bewertungsansätze - wie die etablierte Kapitalwertmethode - kombiniert und weiterentwickelt. Qualitative, nicht unmittelbar bewertbare Faktoren werden in quantitative Werte überführt. So lässt sich bereits in der Pilotvorbereitung die Wirtschaftlichkeit eines Gesamtvorhabens abschätzen. Während der Betriebsphase eines Projekts bietet eine Realoptionsbewertung dem Management zudem erstmals eine aktive Entscheidungshilfe. Alberti: "Die Software bezieht damit zum ersten Mal die strategische Dimension der RFID-Anwendung in die konkrete Wirtschaftlichkeitsbewertung ein."
LogNetAssist
LogNetAssist führt alle Fäden eines Logistiknetzwerkes zusammen und ermöglicht die Steuerung von Logistik- und Produktionsabläufen. Das im Projekt entwickelte System erfasst alle relevanten Objekte, Prozesse und Parameter zwischen Zulieferern, Logistikdienstleistern und Herstellern in Echtzeit. Auf dieser Basis wird ein virtuelles Abbild des Logistiknetzes modelliert und in einer Leitzentrale übersichtlich dargestellt. Ein intelligentes Assistenzsystem gibt Entscheidungshilfen und berechnet Prozesse und Handlungsoptionen im Voraus. LogNetAssist wird im Rahmen der Initiative next generation media gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Projektpartner sind: BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Daimler AG, ebp E-Business- und Prozess-Consulting GmbH, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und die PSI AG.
next generation media
Mit Blick auf das "Internet der Dinge", das im Rahmen des IT-Gipfels 2007 zum Leuchtturmvorhaben der Bundesregierung erklärt wurde, zeigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in der Initiative next generation media zukunftsweisende Lösungen der internetbasierten Vernetzung unserer Lebens- und Arbeitswelt auf. In einem bundesweiten Technologiewettbewerb haben sich 11 Projekte qualifiziert, an denen insgesamt über 70 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen im Verbund mitwirken. In den vier Innovationsfeldern Logistiknetze, Produktionsanlagen, Konsumelektronik und Gesundheitsversorgung schaffen sie in übergreifender Zusammenarbeit Referenzmodelle und Vorzeige-Beispiele, die Machbarkeit und wirtschaftlichen Nutzen nachweisen und Anreize zur Nachahmung schaffen sollen.

Stefan Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.LogNetAssist.de
http://www.iml.fraunhofer.de
http://www.nextgenerationmedia.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen