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Internationale Entwicklung im Offshore-Bereich eines der Kernthemen der HUSUM WindEnergy 2008

06.05.2008
9. bis 13. September 2008 auf dem Gelände der Messe Husum

2008 und 2009 werden voraussichtlich die Offshore-Boomjahre in Europa – bei einer geplanten Inbetriebnahme von Windenergieanlagen mit insgesamt 1507,5 MW Leistung. Dazu wird wahrscheinlich allein Großbritannien mit rund 800 MW beitragen.

Ein weiterer Meilenstein für die Energiegewinnung auf dem Meer ist der kommerzielle Offshore-Einstieg verschiedener Windturbinen der großen 5 MW-Klasse. Bis Ende 2010 soll laut Europäischem Windenergie-Verband (EWEA) ein Volumen von insgesamt 3000 bis 4000 MW vor den Küsten Europas installiert werden.

Daher ist der Offshore-Bereich eines der zentralen Themen auf der HUSUM WindEnergy 2008. Die Leitmesse der Windenergie-Branche findet vom 9. bis 13. September in der norddeutschen Küstenstadt statt. Zahlreiche internationale Unter nehmen, die speziell für den Offshorebetrieb konzipierte Windenergieanlagen entwickeln oder bereits kommerziell betreiben, stellen auf der Messe in Husum ihre Produkte, Projekte und spezielle Dienstleistungen vor. Die neuesten technischen und wissenschaftlichen Fortschritte im Offshore-Bereich sind auch Thema beim HUSUM WindEnergy-Kongress, der die Fachmesse begleitet.

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Die Wachstumspläne sind vielversprechend: Bei der European Offshore Wind Conference 2007 in Berlin wurde ein europäisches Offshore-Ziel von 40 000 MW bis zum Jahre 2020 bekannt gegeben. Allein Grossbritannien will 33 000 MW installieren. Deutschland strebt rund 25 000 MW Offshore-Windenergie bis 2030 an, das entspricht 15 Prozent des nationalen Energiebedarfs. Weitere moderatere Planzahlen wurden von den Niederlanden (6000 MW bis 2020) und Schweden (2500 bis 3000 MW bis 2015) angekündigt. Engpässe könnten allerdings das knappe Angebot an Offshore-Windenergieanlagen sowie die begrenzte Anzahl der Lieferanten darstellen.

Außerhalb Europas haben Länder wie die USA und China Pläne bekannt gegeben, ihr Offshore-Windpotenzial zu nutzen. Laut einer Studie des National Renewable Energy Laboratory (NREL) beträgt das Offshore-Windenergiepotenzial der Vereinigten Staaten mehr als 1 000 000 MW. Zum Vergleich: Bis Ende 2007 waren in Europa rund 1100 MW im Meer installiert, vor allem vor Dänemark und Großbritannien. Den Angebots-Markt für Offshore-Windenergieanlagen dominieren derzeit Vestas (mit ca. 60 Prozent Anteil) und Siemens, beide Aussteller der HUSUM WindEnergy 2008. Anfang März wählte der holländische Entwickler Evelop den Hersteller Vestas für die Lieferung von 110 Anlagen (V90-3 MW) für sein 330 MW-Offshore-Projekt Belwind in Belgien.

Siemens hatte Ende 2007 Offshore-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 434 MW im Betrieb, Projekte mit mehr als 1080 MW sind in der Planung. 2007 errichtete das Unternehmen zum ersten Mal im Windpark Burbo Banks vor der englischen Küste 25 Offshore-Anlagen der 3,6 MW-Klasse. 2008 wird ein britisches Projekt mit 180 MW fertig gestellt, und für 2009 sind mindestens drei weitere Projekt vor England und Dänemark mit insgesamt 400 MW geplant.

Ab 2008 beleben mehrere Unternehmen den Wettbewerb auf dem Meer um den kommerziellen Einsatz der 5 MW-Klasse. Die deutschen Hersteller REpower und Multibrid, die ebenfalls in Husum ausstellen, entwickelten jeweils eine 5 MW-Anlage für den Offshore-Betrieb. Jedes Unternehmen betreibt seit Ende 2004 einen Prototyp an Land, und die Anlagen sind jetzt reif für die Serien­fertigung. Nachdem 2007 der französische Atomkonzern Arreva 51 Prozent der Multibrid-Anteile vom deutschen Projekt­entwickler Prokon Nord übernahm, wird eine rasche internationale Expansion erwartet. In diesem Jahr wird eine erste Charge von sechs Multibrid 5 MW-Anlagen im deutschen Offshore-Testfeld alpha ventus errichtet. REpower installiert dort 2009 weitere sechs Turbinen dieses Kalibers.

REpower hat als erstes Unternehmen der Welt 5 MW-Anlagen im „echten“ Offshore-Bereich errichtet: Zwei Windenergieanlagen stehen vor der schottischen Küste in einer Rekordwassertiefe von 44 Metern. Für weitere 60 Anlagen, die im Farshore-Windpark von C-Power vor der belgischen Küste mit einer Leistung von insgesamt 300 MW betrieben werden sollen, läuft zurzeit die erste Projektphase. In den nächsten Jahren wird ein aufskaliertes 6 MW-Modell eingeführt. Ein Joint Venture mit Rotorblatthersteller A&R Rotec unter der Bezeichnung PowerBlades beginnt demnächst in Bremerhaven mit der Produktion von 61,5 m-Offshore-Rotorblättern, die von REpower entwickelt wurden. Auch weitere Unternehmen sind auf dem Offshore-Markt aktiv. Converteam ist als Lieferant des Direkt­antriebs­generators ein Schlüssel­partner beim holländischen 4,7 MW-Offshore-Projekt, das DarWinD entwickelt.

Der deutsche Hersteller Nordex betreibt im Hafen von Rostock eine 2,5 MW-Anlage und soll 21 Einheiten für den ersten kommerziellen Windpark Deutschlands Baltic I liefern. Das 52,5 MW-Projekt soll 2009 in Betrieb genommen werden. Nordex entschied sich für einen schrittweisen Einstieg in den Offshore-Sektor, wobei das Unternehmen mit der Entwicklung einer neuen 3 bis 5 MW-Anlage mit „Offshore-Merkmalen“ begonnen hat. Ein Prototyp soll 2010, die Nullserie bis 2011/2 gebaut werden. Der finnische Anbieter WinWinD errichtete drei seiner 3 MW-Anlagen, basierend auf Multibrid-Technologie, im küstennahen Windpark Kemi Ajos-Hafen auf künstlichen Inseln.

Über seine neu entwickelte Technologie „schwimmender“ Offshore-Windenergieanlagen wird schließlich das holländische Unternehmen Blue H Technologies auf der HUSUM WindEnergy 2008 informieren. Ein Prototyp wird zurzeit vor der italienischen Küste getestet. Ein nächstes (Vor-)Serienmodell wird mit einer selbst modifizierten 2,5 MW-Windenergieturbine mit zwei Rotorblättern ausgestattet.

HUSUM WindEnergy 2008 – die Leitmesse der internationalen Windenergie­branche – wird zum ersten Mal als Kooperation zwischen der Messe Husum und der Hamburg Messe veranstaltet. Vom 9. bis 13. September stellen rund 700 Aussteller aus 35 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem Husumer Messegelände vor, darunter die weltweit führenden Hersteller von Windenergieanlagen und ihre Zulieferer. Die ganz auf die Windenergie-Branche spezialisierte Fachmesse wird fünf Tage lang zum internationalen Treffpunkt und Forum für Unternehmen und Fachbesucher.

Kontakt:
Gudrun Blickle, Tel.: +49 (0)40-3569-2442, gudrun.blickle@hamburg-messe.de
Klaus Lorenz, Tel.: +49 (0)2182-578780, presse@messehusum.de

Anne Lorenz | Lorenz Kommunikation
Weitere Informationen:
http://www.husumwindenergy.com
http://www.messehusum.de
http://www.hamburg-messe.de

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