Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flexible und bunte Solarzellen auf dem Weg zur Marktreife

04.02.2008
Deutsche Projekte auf Nanotechnologie-Fachmesse in Tokio

Flexible und bunte Solarzellen sind auf dem Weg in Richtung kommerzieller Verwendung. Aktuelle Entwicklungs-Ergebnisse werden Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) auf der Nanotechnologie-Fachmesse nano tech 2008 in Tokio präsentieren. Die beiden Projekte repräsentieren dort den Stand der deutschen Nanotechnologie-Forschung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Flexible Solarzellen könnten Energie für mobile Kleingeräte liefern und sogar als Stromquelle energieautarker Mikrosysteme dienen. Der technische Zugang zur Umsetzung ist, organische Schaltkreise aus halbleitenden Polymeren auf Substratfolien anzubringen. "Wir verwenden kommerziell erhältliches Trägermaterial, das geeignet angepasst wird", erklärt Michael Niggemann vom Fraunhofer ISE auf Anfrage von pressetext. Ziel ist es, eine massenproduktionstaugliche Herstellung in etablierten Rolle-zu-Rolle-Drucktechniken zu ermöglichen. "Das Druckverfahren ist das, woran wir derzeit arbeiten", meint Niggemann. Ferner werde nach geeigneten Barrierematerialien für höhere Langzeitstabilität gesucht.

Weiterentwickelt wurden die Farbstoff-Solarzellen der ISE-Teams um Andreas Hinsch (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=060331026 ). Die in einem Siebdruck-Verfahren gefertigten Solarmodule könnten beliebige, auch mehrfarbige Motive enthalten. In Tokio werden jetzt Prototypen präsentiert, die es auf einen Wirkungsgrad von vier Prozent bringen. Als Konkurrenz zu Silizium-Solarzellen sieht Hinsch die Farbstoff-Module nicht. Entsprechend gestaltete Module für Glasfassaden, die durch die Integration der Solarmodule einen Energieerzeugungs-Beitrag leisten können und gleichzeitig dekorativ oder werbewirksam sind, könnten aber eine Marktnische finden. "Wir wollen zeigen, dass solche Module reproduzierbar und zuverlässig hergestellt werden können", meint Hinsch gegenüber pressetext. Es werde jetzt eine Zertifizierungs-Phase angestrebt.

... mehr zu:
»Solarzelle »Wirkungsgrad

Die flexiblen Solarzellen liegen im Wirkungsgrad derzeit bei etwa zwei Prozent für ein Modul von 100 Quadratzentimetern, gibt Niggemann an. Für kleinere Module wären schon höhere Werte erreicht worden, langfristig seinen rund zehn Prozent denkbar, so der Forscher. Auch sie sind im Bereich der Energieausbeute damit keine Konkurrenz zu kristallinen Siliziumkollektoren, die beim chinesischen Anbieter Suntech derzeit vielfach 13 bis 14 Prozent erreichen. Dies ist ein guter Richtwert für handelsübliche Kollektoren, denn Suntech hat den deutschen Anbieter Q-Cells und den Weltmarktführer Sharp beinahe eingeholt, wie aus der aktuellen Ausgabe des Magazins Photon http://www.photon.de hervorgeht. In Forschungsprojekten wurde der Wirkungsgrad von Silizium-Solarzellen schon auf über 40 Prozent getrieben (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070801029 ).

Für die Praxis sei aber nicht nur der Wirkungsgrad, sondern besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig, wie Bernd Schüßler, Pressesprecher des Solar Verlags, gegenüber pressetext betont. Zumindest für spezielle Anwendungsbereiche scheinen sich Politik und Wirtschaft diesbezüglich gute Ergebnisse von den ISE-Projekten zu erhoffen. Beide Technologien werden im Rahmen von BMBF-geförderten Projekten und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern weiterentwickelt.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Solarzelle Wirkungsgrad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Analytica 2018 – „World of Temperature“
14.02.2018 | JULABO GmbH

nachricht Come together: Gemeinsam zur optimalen Mischbauweise
14.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

Unternehmenssteuerung und Controlling im digitalen Zeitalter

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Stahl ist nicht gleich Stahl: Informatiker und Materialforscher optimieren Werkstoffklassifizierung

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Wenn Eiweiße einander die Hand geben

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics