Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayreuther Bio-Makromolekülforschung auf der BIOTECHNICA 2009

05.10.2009
Vom 6. bis 8. Oktober 2009 nimmt der Lehrstuhl für Biopolymere der Universität Bayreuth an der BIOTECHNICA in Hannover teil, die als Leitmesse der europäischen Biotech-Industrie gilt. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie/Medizin, Ernährung und Biotechnologie sind eingeladen, am Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ (Halle 9, Stand F42) die Forschungs- und Servicekompetenzen der Bayreuther Bio-Makromolekülforschung kennen zu lernen.

Vom 6. bis 8. Oktober 2009 nimmt der Lehrstuhl für Biopolymere der Universität Bayreuth an der BIOTECHNICA in Hannover teil, die als Leitmesse der europäischen Biotech-Industrie gilt. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie/Medizin, Ernährung und Biotechnologie sind eingeladen, am Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ (Halle 9, Stand F42) die Forschungs- und Servicekompetenzen der Bayreuther Bio-Makromolekülforschung kennen zu lernen.

Strukturanalyse und Produktion von Biopolymeren

Das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Rösch ist insbesondere in der Lage, komplexe dreidimensionale Strukturen von Proteinen und Nukleinsäuren aufzuklären. Auf dem Bayreuther Campus stehen dafür mehrere NMR-Spektrometer zur Verfügung, die mit Feldstärken zwischen 400 und 800 MHz arbeiten und ein Magnetfeld erzeugen können, das bis zu 350.000 mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde. Die Bayreuther Forscher können dadurch bis in strukturelle Details von Bio-Makromolekülen vordringen und so die atomaren Strukturen sowie kleinste Bewegungen innerhalb dieser "Bausteine des Lebens" messen. Ergänzend werden für deren Analyse die Fluoreszenz-, die Zirkulardichroismus- und die Infrarot-Spektroskopie, aber auch die Röntgenkristallographie eingesetzt. Hierfür steht in Bayreuth gleichfalls eine hochmoderne Infrastruktur bereit.

Für die Fähigkeit zur präzisen Aufklärung der Strukturen und der inneren Dynamik von Bio-Makromolekülen ist es eine Voraussetzung, dass der Lehrstuhl darüber hinaus in der Lage ist, im Labormaßstab größere Milligramm-Mengen komplexer Proteine und Nukleinsäuren zu erzeugen. Deren Herstellung erfordert eine vergleichsweise aufwändige technische Infrastruktur. Unternehmen der Biotech- Branche, die diesen Aufwand mit eigenen Mitteln nicht leisten können, aber derartige Bio-Makromoleküle für eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten einsetzen wollen, finden deshalb an der Universität Bayreuth einen kompetenten Partner, der die von ihnen gewünschten Mengen produziert.

Forschungen zur Bekämpfung von Krankheiten: das "Schloss- und Schlüsselprinzip"

Die Forschungstechnologien am Lehrstuhl für Biopolymere sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung von Wirkstoffen gegen Krankheiten, die beispielsweise durch Viren oder durch infektiöse Eiweiße, die sogenannten Prionen, ausgelöst werden. Des Weiteren stehen Allergien im Blickpunkt der Bayreuther Forscher. Bei der Bekämpfung derartiger Krankheiten kommt das "Schloss- und Schlüsselprinzip" zur Anwendung: Zunächst wird die molekulare Struktur der beteiligten Bio-Makromoleküle bestimmt; in einem weiteren Schritt werden chemische Verbindungen daraufhin untersucht, ob und wie sie auf die krankmachende Struktur reagieren. Falls eine Verbindung in die Struktur hineinpasst wie ein Schlüssel ins Schloss und imstande ist, die Struktur auf dem Weg einer chemischen Reaktion unschädlich zu machen, ist sie ein potenzieller Wirkstoff gegen die jeweilige Krankheit.

Der Bayreuther Lehrstuhl für Biopolymere: ein Partner bei der Entwicklung medizinischer Wirkstoffe

Die Bayreuther Experten für Biopolymere können die pharmazeutische Industrie bei der Entwicklung und Optimierung solcher Wirkstoffe wesentlich unterstützen. Denn in den Forschungs- und Entwicklungslabors nicht weniger Unternehmen sind im Laufe der Zeit ganze "Bibliotheken" chemischer Verbindungen entstanden. In Bayreuth können diese Substanzen wie bei einer Reihenuntersuchung daraufhin überprüft werden, ob sie als "Schlüssel" in Frage kommen. Falls ja, werden die Strukturen der Erfolg versprechenden Substanz genauer analysiert. Die Forscher um Professor Rösch versuchen dann, deren Funktionsweise in doppelter Hinsicht zu optimieren: Einerseits geht es darum, die Spezifität des Wirkstoffs zu erhöhen, so dass er möglichst nur die schädliche Zielsubstanz bindet und keine anderen Substanzen, was zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde. Andererseits wird die Affinität des Wirkstoffs erhöht, d.h. er wird so verändert, dass bereits durch die Verabreichung geringster Mengen des Wirkstoffes eine Wirkung erzielt werden kann. So ist das interdisziplinäre Forscherteam am Lehrstuhl für Biopolymere in der Lage, wichtige Beiträge zur Entwicklung von Therapien im Bereich der Allergien, bei Viruserkrankungen wie HIV oder bei neurodegenerativen Erkrankungen zu leisten.

Seine daraus resultierende Kompetenz bietet der Lehrstuhl jetzt auch in Form maßgeschneiderter Serviceleistungen für Unternehmen der Pharmabranche, der Biotechnologie- und der Lebensmittelindustrie an. Die Palette reicht dabei von der Synthese und Reinigung schwieriger Proteine und Ribonukleinsäuren über Stabilitäts- und Interaktionsstudien bis hin zur Aufklärung von dreidimensionalen Strukturen und zum Ligandendesign. Professor Rösch und Privatdozent Stephan Schwarzinger vom Lehrstuhl für Biopolymere freuen sich darauf, am Messestand in Hannover mit interessierten Firmen ins Gespräch zu kommen: "Wir verstehen uns als Servicepartner von Unternehmen, die zu einer verbesserten Lebensqualität beitragen wollen, sei es durch Bekämpfung von Krankheiten oder durch die Schaffung von Voraussetzungen für eine gesunde Ernährung."

Kontaktadressen:

Lehrstuhl für Biopolymere
Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Prof. Dr. Paul Rösch
Tel: +49 (0) 921 / 55-3540 oder -3541
paul.roesch@uni-bayreuth.de
PD Dr. Stephan Schwarzinger
Tel: +49 (0) 921 / 55-2046
stephan.schwarzinger@uni-bayreuth.de

Christian Wißler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht COMPAMED 2017 zeigte neue Fertigungsverfahren für individualisierte Produkte
06.12.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Schlanke Motorsteuergeräte schaffen Platz im Schaltschrank erweitert RiLine Compact - Portfolio
30.11.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten