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Die Bayerische Forschungsallianz auf dem Forum Life Science 2013

21.02.2013
Aktuelle europäische und bayerische Projekte aus dem Medizin- und Chemiebereich präsentieren sich am Gemeinschaftsstand der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR). 13./14. März 2013, Technische Universität München, Fakultät für Maschinenwesen, Boltzmannstraße 15, 85748 Garching.

Mit nur wenigen tausend Betroffenen weltweit ist NBIA (Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn) eine der seltensten Krankheiten. NBIA beginnt oft bereits in der Kindheit oder Jugend und verläuft in der Regel sehr schwer. Bislang ist über die Krankheit wenig bekannt.

Seit Anfang 2012 arbeitet das von der EU geförderte Projekt TIRCON daran, die Situation der an NBIA Erkrankten zu verbessern. Auf dem 8. internationalen Fachkongress „Forum Life Science“ informieren die Wissenschaftler am Gemeinschaftsstand der BayFOR über ihre Fortschritte. Dort präsentieren auch die EU-Projekte CAMbrella (Komplementär- und Alternativmedizin) und Chemlab II (länderübergreifende Ausbildung von Chemielaboranten) sowie der Bayerische Forschungsverbund FORMOsA (Muskelschwund und Osteoporose im Alter) ihre Arbeit.

Das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Forum Life Science wird auch dieses Jahr wieder Fachbesucher aus aller Welt nach Garching führen. Im Mittelpunkt stehen jüngste Entwicklungen und aktuelle Forschungsergebnisse zu den Themen „Pharma Development“, „Food & Nutrition“ sowie „Industrial Biotechnology“. Die BayFOR gewährt an ihrem Stand Einblick in die Möglichkeiten der europäischen Forschungsförderung. Zudem stellen sich dort mit TIRCON, CAMbrella und Chemlab II drei europäisch geförderte Projekte, an denen die BayFOR beteiligt ist, sowie mit FORMOsA ein Bayerischer Forschungsverbund vor.

TIRCON: Neue Therapiemöglichkeiten für NBIA-Erkrankung
TIRCON („Treat Iron-Related Childhood-Onset Neurodegeneration”) widmet sich der Erkrankungsgruppe „Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation“ (NBIA). Die Projektpartner führen eine multizentrische klinische Therapiestudie mit der eisenbindenden Substanz Deferiprone durch. Darüber hinaus bauen sie ein internationales Patientenregister sowie eine Biobank auf. Gleichzeitig führt TIRCON präklinische Arbeiten zur Entwicklung eines Biomarkers durch. „Wir hoffen, durch diesen mehrgleisigen Ansatz die Erkrankung mittelfristig besser behandeln zu können“, so Prof. Dr. med. Thomas Klopstock vom Friedrich-Baur-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, der das Projekt koordiniert. Insgesamt sind 13 Projektgruppen aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Polen, den Niederlanden, Slowenien, Kanada und den USA beteiligt. Die EU fördert TIRCON seit Dezember 2011 mit 5,2 Mio. Euro. http://www.tircon.eu
CAMbrella: Komplementär- und Alternativmedizin europaweit vernetzen
Die „sanfte“ Medizin ist in Europa weit verbreitet und gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Einheitliche Regelungen und Terminologien sowie statistische Erhebungen und weitergehende Forschungen zu den einzelnen Praktiken und ihren Anwendern existieren jedoch nicht in ausreichendem Maß. Im Rahmen von CAMbrella („A Pan-European Research Network for Complementary and Alternative Medicine”) haben Wissenschaftler aus zwölf europäischen Ländern daher von 2010 bis 2012 zum einen ein transnationales Netzwerk in diesem Bereich aufgebaut und zum anderen eine Roadmap für künftige Forschungsfragen erstellt. Dr. Wolfgang Weidenhammer vom Kompetenzzentrum Komplementärmedizin und Naturheilkunde am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München koordinierte das von der EU mit 1,5 Mio. Euro geförderte Projekt. Über einen Beirat waren zahlreiche Interessenvertreter – Patienten, Ärzte, Arzneimittelhersteller etc. – in die Arbeit eingebunden. http://www.cambrella.eu
Chemlab II
Die Ausbildung von angehenden Chemielaboranten steht bei Chemlab II („European Apprenticeship Training for Chemical Laboratory Technicians”) im Zentrum des Interesses. Ziel ist eine vergleichbare, länderübergreifende Ausbildung in Europa nach einem einheitlichen System, die langfristig mit einem europäischen Abschluss enden soll. Dabei setzen die Projektpartner – neben Deutschland sind bislang Georgien, Griechenland, Polen und die Türkei beteiligt – auf ein duales Ausbildungssystem, das Theorie mit Praxis verbindet. Die Koordination des Projekts liegt bei PD Dr. Thomas Letzel vom Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität München. Die EU fördert Chemlab II mit 300.000 Euro für zwei Jahre. http://www.eu-chemlab.eu
FORMOsA
Der neu gestartete Bayerische Forschungsverbund FORMOsA („Muskelschwund [Sarkopenie] und Osteoporose – Folgen eingeschränkter Regeneration im Alter“) beschäftigt sich mit dem Muskelschwund, einer besonders im Alter weit verbreiteten Krankheit, die wiederum andere Erkrankungen wie Osteoporose begünstigt. Im Laufe der nächsten drei Jahre will der Verbund in enger Kooperation mit der produzierenden Industrie und deren Unterstützung die Ursachen dieser Krankheiten näher erforschen, messtechnische Standards zur Diagnose von Muskelschwund erarbeiten sowie geeignete Therapien und Präventionsstrategien entwickeln. FORMOsA wird von der Bayerischen Forschungsstiftung mit 2 Mio. Euro gefördert. http://www.formosa.uni-wuerzburg.de
Zur Bayerischen Forschungsallianz GmbH (BayFOR)
Die Bayerische Forschungsallianz GmbH berät und unterstützt bayerische Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft umfassend beim Einwerben von europäischen Forschungsgeldern mit dem Ziel, den Wissenschafts- und Innovationsstandort Bayern im Forschungsraum Europa fortzuentwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU und dem künftigen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, „Horizon 2020“. Als Partner im Enterprise Europe Network (EEN) bietet die BayFOR zudem gezielte Beratung und Unterstützung für bayerische Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – an, die sich für eine Teilnahme an EU-Forschungsprojekten interessieren. Des Weiteren koordiniert die BayFOR die gemeinsamen Aktivitäten der Bayerischen Forschungsverbünde und unterstützt ihre Vernetzung auf europäischer Ebene. Die BayFOR beheimatet außerdem die Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern-Québec/Alberta/International der Bayerischen Staatsregierung, die den Aufbau gemeinsamer Forschungsprojekte mit Wissenschaftlern aus diesen Regionen gezielt unterstützt. Die BayFOR ist eine Partner-Organisation im bayerischen Haus der Forschung (http://www.hausderforschung.bayern.de). Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bayfor.org.

Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung erhalten Sie unter http://www.bayfor.org/forum-life-science2013-pi.

Kontakt in der BayFOR:
Anita Schneider
Teamkoordinatorin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bayerische Forschungsallianz GmbH
Tel.: +49 (0)89 9 90 18 88-191
E-Mail: schneider@bayfor.org

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayfor.org

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