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Automatisierung im Dienst der Gesundheit – AUTOMATICA 2012 zeigt Lösungen für die Medizin-, Pharma- und Kosmetik-Branche

11.01.2012
Automatisierung ist in der Medizintechnik auf schnellem Vormarsch. Denn Montage- und Handhabungstechnik, Robotik und Industrielle Bildverarbeitung bieten für diese innovative Branche große Vorteile – hinsichtlich Produktivität, Präzision und Qualität.
Besucher der AUTOMATICA 2012, die vom 22. bis 25. Mai auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfindet, können sich einen Überblick verschaffen, wie Roboter, Montageanlagen und Bildverarbeitung sowie eine Vielzahl verschiedener Automatisierungskomponenten im Gesundheitsdienst tätig sind.

In die Medizin-, Pharma- und Kosmetikindustrie zieht vermehrt Automatisierungstechnik ein. Sie hilft diesen innovativen Branchen zu schnellerem Markteintritt neuer Produkte und zu wirtschaftlicher Produktion. Bereits seit Jahren haben sich Roboterhersteller und andere Automatisierungsanbieter auf die vielfältigen Anforderungen dieser Branchen konzentriert. Sie können heute mit ausgereiften Techniken aufwarten.

Sie stellen einerseits hochkomplexe, vielachsige Roboterlösungen zum Beispiel fürs Schleifen und Polieren von Implantaten bereit. Andererseits liefern sie auch einfachere, jedoch meist hochpräzise Automatisierungseinheiten. Entsprechende Sensoren, Greifer oder Visionsysteme sind ebenfalls verfügbar, wovon sich die Besucher der AUTOMATICA 2012 vor Ort überzeugen können.

Dr.-Ing. Andreas Pott, Gruppenleiter Intralogistik am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart, bestätigt die Verfügbarkeit passender Roboter und Automatisierungskomponenten für den Einsatz in der Medizin-, Pharma- und Kosmetik-Branche. Dabei unterscheidet er zweierlei Anforderungen, die je nach Einsatzfall erfüllt werden müssen: „Manche Roboter müssen sich für den produktionstechnischen Einsatz unter Reinraumbedingungen eignen, also strenge Richtlinien hinsichtlich eingesetzter Materialien und freiwerdender Partikel einhalten. Für andere Einsätze gelten zum Teil strenge Hygieneanforderungen, wie wir sie aus der Lebensmittelbranche kennen. Für die Robotertechnik ist beides kein Problem. Viele Anbieter bieten speziell gestaltete Modelle an, die auch entsprechend zertifiziert werden können.“

Flexible Roboter für Pick&Place-Aufgaben
Die Zahl der in der Medizin-, Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzten Roboter steigt rasant. Technisch besonders anspruchsvoll sind Roboterlösungen, die bis in den Operationssaal und zum direkten Einsatz am Patienten reichen. Jedoch spielen diese Einsatzfälle hinsichtlich der Roboter-Stückzahlen eine untergeordnete Rolle, da es sich weitgehend um Sonderlösungen handelt. Die meisten Roboter sind in Standard-Anwendungen im Einsatz. Meist handelt es sich um Automatisierungslösungen mit Pick&Place-Aufgaben, deren besondere Herausforderungen die möglichst hohe Anzahl Picks pro Minute und die zunehmende Flexibilität sind. Das erfordert extrem schnelle Roboter, meist eine sichere Bilderkennung und die Intergration von Linetracking-Funktionen.
Eine nahezu ideale Lösung für solche Pick&Place-Aufgaben sind sogenannte Deltaroboter – Parallelkinematiken mit bis zu sechs Achsen. Sie bewältigen meist keine besonders hohen Traglasten, sind dafür aber extrem schnell. Um sie besonders flexibel einsetzen zu können, werden diese Roboter gerne mit zusätzlichen Visionsystemen ausgestattet. Das ermöglicht den kontrollierten Zugriff auf unterschiedliche Objekte. Seit kurzem bietet ein Roboterhersteller seine Delta-Roboter bereits mit einem eigenen, vorinstallierten Visionsystem an, das sogar die Farbverarbeitung beherrscht. So können beispielsweise Tabletten unterschiedlicher Farbe exakt in der Verpackung platziert werden.

Vielfältiger Einsatz von Bildverarbeitungssystemen
Generell hat sich die Industrielle Bildverarbeitung bereits in vielen medizinischen und pharmazeutischen Bereichen etabliert. Fortschritte wurden vor allem in der Farbverarbeitung und 3D-Vision erzielt, was eine Vielzahl neuer Automatisierungsmöglichkeiten eröffnet. Farbverarbeitende Visionsysteme werden zum Beispiel in der Zytologie beziehungsweise der Zytodiagnostik und der Pathologie zur Gewebe- oder Karzinomerkennung eingesetzt. Um komplexe Strukturen wie Zellen und Dendriten zu erkennen, bedarf es jedoch einer zuverlässigen Farbklassifikation, was wiederum eine leistungsstarke Bildverarbeitungssoftware voraussetzt.

Auch die 3D-Verfahren können signifikante Leistungssteigerungen vorweisen, was sie in der medizinischen Bildanalyse immer wichtiger werden lässt. Mit dem Lichtschnittverfahren kann beispielsweise ein ausgebohrter Zahn mittels einer Laserlinie dreidimensional gescannt werden, was zu einem 3D-Modell des herzustellenden Inlays führt. Nach diesem Modell fräst anschließend ein Roboter exakt den fertigen Zahnersatz.

In der Pharma-Branche wird die Bildverarbeitung in erster Linie für Qualitätskontrollen bei der Herstellung von Medikamenten eingesetzt. Zu den Aufgaben gehört die Kontrolle von Kristallwachstum oder Füllständen bei Ampullen. Auch die Farbe von Tabletten oder die Unversehrtheit von Blistern kann mittels moderner Visionsysteme geprüft werden. Selbst für Beipackzettel und Verpackungen steht mit Druckbildkontrolle (OCV) eine geeignete Lösung zur Verfügung.

Automatisches Montieren und Prüfen für hohe Qualität
Montageanlagen leisten bereits seit langem einen wichtigen Beitrag zu optimierter Produktivität und Qualität bei der Herstellung medizintechnischer Kleingeräte wie Autoinjektoren oder Inhalatoren. Neben zahlreichen Detailverbesserungen ist ein grundlegender Trend hin zu modular aufgebauten Anlagen festzustellen. Das hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe, denn die Zeitersparnis in der Zulassung durch eine frühe Prozessvalidierung und dadurch verkürzte Zeit zum Markteintritt ist enorm.
Voraussetzung dafür ist eine Maschinenplattform, die sich stufenweise von der Pilotanlage bis zur Hochleistungsproduktion ausbauen lässt: Bereits für ein noch in der Entwicklung befindliches Gerät kann ein Handarbeitsplatz mit teilautomatisierten Prüf- und Montageoperationen entwickelt und gebaut werden, wobei bereits in dieser Pilotanlage alle kritischen Prozesse in ihrer Endkonfiguration qualifiziert sein sollten. Diese Prozesse werden dann 1:1 in eine halbautomatische Montagelinie und schließlich in die vollautomatisierte Ausbaustufe übernommen.

AUTOMATICA – Plattform für Automatisierung in der Medizintechnik
Ob Roboterhersteller, Visionsystem-Anbieter oder Spezialisten für Montageanlagen – für die AUTOMATICA 2012 sind rund 180 Unternehmen angemeldet, die Produkte zur Automatisierung in der Medizin-, Pharma- und Kosmetikindustrie anbieten.
Für Fachbesucher aus diesen Branchen bietet das AUTOMATICA Forum hochwertige Vorträge: am 24. Mai 2012 werden unter dem Motto „Neue Branchen im Fokus: Food, Medizin, Pharma und Biotech“ den ganzen Tag Automatisierungsthemen in der Medizintechnik behandelt. Vormittags gibt es Vorträge zum Thema „Labor- und Produktionsautomatisierung in der Pharmaindustrie“, „Biotech: Ohne Automation versandet die nächste große Innovationswelle“ und „3D-Vision und intelligente Greiftechnik im Einsatz bei der Lebensmittelverpackung“. Nachmittags werden Trends in der Service- und Medizinrobotik dargestellt, z.B. in den Vorträgen „Der sterile Roboter: Stand der Technik und was Anwender wünschen“ oder „Modulare Montage in der Medizin- und Pharmaindustrie“. Die abschließende Podiumsdiskussion behandelt die Pharma- und Medizinindustrie sowie Lebensmittel als Wachstumsmärkte der Robotik.

Weitere Informationen zur AUTOMATICA 2012 unter www.automatica-muenchen.com.
Fotos der letzten AUTOMATICA unter http://media.messe-muenchen.de/Automatica/Standard/SelectCatalog_Presse.jsp
Über die AUTOMATICA
Internationale Fachmesse für Automation und Mechatronik
Die AUTOMATICA ist die internationale Fachmesse, die alle Segmente des Bereiches Robotik + Automation unter einem Dach vereint. Sie findet seit 2004 im zweijährigen Rhythmus auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Fokus der Messe ist, die komplette Wertschöpfungskette darzustellen. Hinter dem industriegetriebenen Konzept der AUTOMATICA stehen die Messe München GmbH und VDMA Robotik + Automation, ideell-fachlicher Träger der Messe. Die Aussteller- und Besucherzahlen der AUTOMATICA sind von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) geprüft und international durch UFI (Global Association of the Exhibition Industry) zertifiziert.

Über die Messe München International (MMI)
Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa und Asien sowie 64 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 messerelevante Länder der Welt betreuen, verfügt die MMI über ein weltweites Netzwerk. Als global tätiges Unternehmen leistet die Messe München International bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit einen wesentlichen Beitrag. Weitere Informationen unter www.messe-muenchen.de.

Ansprechpartner für die Presse:
AUTOMATICA
Claudia Huber – Pressereferentin Messe München GmbH
Tel. (+49 89) 949 - 21471
Fax (+49 89) 949 – 97 21471
E-Mail: claudia.huber@messe-muenchen.de
VDMA Robotik + Automation
Thilo Brodtmann, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation
Tel. (+49 69) 6603 - 1590
Fax (+49 69) 6603 - 2590
E-Mail: thilo.brodtmann@vdma.org

Claudia Huber | Messe München GmbH
Weitere Informationen:
http://www.vdma.org/r+a
http://www.messe-muenchen.de

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