Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ansagen statt Alarmton beschleunigen Evakuierung

30.09.2010
Bei Bränden soll die Räumung von Gebäuden künftig durch Sprachansagen optimaler ablaufen. Siemens stellt auf der Messe Security 2010 in Essen (5. bis 8. Oktober) Lösungen zur Evakuierung vor, die mit Sprachnachrichten arbeiten. Anstelle eines Sirenentons werden Warnungen und Handlungs-Anweisungen im Klartext ausgegeben. Das beschleunigt die Räumung, denn Menschen reagieren Studien zufolge bis zu viermal schneller auf das gesprochene Wort als auf Alarmtöne.

Die größte Herausforderung bei einem Brand ist die schnelle Evakuierung der betroffenen Räume. Viele Menschen sind aber nicht sicher, wie sie auf Alarmsignale wie Hupen oder Sirenen reagieren sollen oder ignorieren sie schlicht. Sprachdurchsagen mit klaren Anweisungen vermeiden Verwirrung und Verzögerungen.


Je nach Situation kann das System Personen nicht nur zum Gehen auffordern, sondern sie auch auf Fluchtwege hinweisen. Außerdem lässt sich ein Komplex stufenweise räumen, indem man die Menschen in bestimmten Gebäudeteilen zunächst zum Bleiben auffordert. Zusätzlich kann man die Anweisungen in verschiedenen Sprachen einspielen. Insgesamt wird die Evakuierung besonders bei komplexen Gebäuden oder Anlagen geordneter und schneller.

Das System E100 von Siemens setzt die Signale aus der Alarmanlage in entsprechende, vorher in einem Evakuierungsplan festgelegte Sprachnachrichten um. Breitet sich der Brand aus, kann das System die Anweisungen anpassen, einzelne Fluchtwege sperren oder weitere Gebäudeteile mit einbeziehen. E100 steuert auch die Notbeleuchtung und die Markierung der Fluchtwege. Über ein Mehrkanalsystem werden in verschiedenen Gebäudeteilen unterschiedliche Nachrichten ausgegeben. Das System beinhaltet Mikrofone für Liveansagen – zum Beispiel für die Feuerwehr – und Lautsprecher in Gängen und an den Arbeitsplätzen.

Die von Siemens USA entwickelte Lösung Syngal – eine weitere Komponente für Sprachalarme – nutzt die bestehende Infrastruktur wie Computernetzwerk, Telefonanlage oder Anzeigetafeln. Syngal arbeitet auf drei Kommunikationsebenen: Im Gebäude, im Freien – hier greift es auf Werbetafeln, Notfallsäulen oder Lautsprecher zurück – und mit einer direkten, individuellen Ansprache.

Dahinter steckt der Gedanke, dass eine zunehmend mobile Bevölkerung am besten erreicht wird, wenn man Warnungen zum Beispiel direkt auf Mobiltelefone übermittelt. Massenbenachrichtigungslösungen sind in den USA schon länger etabliert.

Fortschritte bei der Normierung erleichtern nun auch ihre Verbreitung in Europa. Das Siemens E100 erfüllt bereits den Europäschen Standard, der ab 2011 für alle Sprachalarmsysteme gilt. (IN 2010.09.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Safety first – höchstmöglicher IT-Schutz
06.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Schaltschrank-Standards zum Anfassen
06.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten

24.01.2017 | Förderungen Preise

„Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern

24.01.2017 | Förderungen Preise

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten