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Einer für alles. Weltrekord-Algorithmus steht für Anwendungen in der Wirtschaft zur Verfügung

15.04.2011
Präsentation auf der „transport logistic 2011“ in München

Mit einem Weltrekord-Algorithmus haben Physiker der Universität Regensburg in der Vergangenheit wiederholt auf sich aufmerksam gemacht.

Der Algorithmus gehört zur Klasse der physikalischen Optimierungsmethoden und konnte alle relevanten Weltrekorde im Bereich Logistik einstellen und übertreffen. Nicht umsonst wurde das Optimierungsverfahren 2009 durch das Time Magazine als eine der 50 weltweit bedeutendsten Erfindungen ausgezeichnet.

Auf der Internetplattform earth2tech.com wurde der Algorithmus zudem im selben Jahr als eine der zehn grünsten Errungenschaften prämiert. Aber auch in anderen Feldern lassen sich exzellente Ergebnisse erzielen, da der Algorithmus leicht übertragbar ist. Die Entwickler um den Regensburger Physiker Prof. Dr. Ingo Morgenstern und PD Dr. Johannes Schneider (Mainz) wollen den Algorithmus deshalb jetzt für die breite Nutzung im wirtschaftlichen Bereich zur Verfügung stellen.

Als erster Schritt ist im Raum Regensburg bereits ein sogenanntes „Optimum Valley“ initiiert worden. In diesem Rahmen soll das Patent für den Optimierungs-Algorithmus, das die Physiker der Universität Regensburg halten, den im Raum Regensburg ansässigen IT-Firmen kostengünstig zur Verfügung gestellt werden. Eine Ausdehnung auf andere Wirtschaftsbereiche im Raum Regensburg wird angestrebt. Mit Dr. Martin Ransberger hat ein Mitarbeiter von Morgenstern bereits 30 Weltrekorde, die der Algorithmus auf dem Feld der Logistik aufgestellt hat, dem Bundesverband Logistik zur Verfügung gestellt.

Der Algorithmus ist aber grundsätzlich in allen ökonomischen Bereichen einsetzbar; auch im Bereich der Energiewirtschaft. Gerade hier scheint – als Reaktion auf die durch die Ereignisse in Japan ausgelöste Energiekrise – „eine beschleunigte Einführung modernster Optimierungsmethoden zur Reduktion des Energieverbrauchs absolut notwendig zu sein“, wie Morgenstern betont. Der Algorithmus könnte in Zukunft dazu beitragen, den immer noch hohen Kohlendioxid-Ausstoß erheblich zu reduzieren. Mit dem Weltrekord-Algorithmus lässt sich zudem die Aufstellung bzw. der Einsatz von Windkraftanlagen optimieren. Derzeit ist weiterhin eine ineffiziente Massierung der Anlagen zu beobachten. „Der hier erzeugte Nachtstrom sollte aber angesichts der Energiekrise nicht einfach im Netz verpuffen“, so Morgenstern. Der Algorithmus könnte neue Wege für den optimalen Einsatz der einzelnen Anlagen aufzeigen. So sind Speichermöglichkeiten im Effizienzbereich von Pumpspeicherkraftwerken durchaus denkbar.

In der Medizin führte der Einsatz des Algorithmus schon zu Fortschritten bei der Optimierung der Strahlentherapie von Krebspatienten. Zudem kam er auch auf inneruniversitären Themenfeldern zum Einsatz. So wurde nachgewiesen, dass sich bei der Verteilung von Studienanfängern auf ihre Wunschuniversitäten (ZVS-Problem) über den Einsatz geeigneter Optimierungsmaßnahmen der Anteil der Studierenden, die keinen Platz an einer ihrer Wunschuniversitäten erhalten, drastisch reduzieren lässt.

Um die einzelnen Anwendungsmöglichkeiten des Computer-Algorithmus für Wirtschaftsunternehmen zu erläutern, wird das Optimierungsverfahren im Rahmen der Messe „transport logistic 2011“ in München vorgestellt. Während einer Pressekonferenz am Dienstag, den 10. Mai 2011, von 11.30 bis 12.30 Uhr im Pressekonferenzraum 2 auf dem Messegelände werden die Physiker der Universität Regensburg das große Potential ihrer Entwicklung einer breiten Öffentlichkeit darstellen.

Der Schwerpunkt der Präsentationen auf der Messe wird auf den Anwendungen des Algorithmus in der Logistik-Branche liegen. Die Hauptattraktion stellt die Vorstellung eines Verfahrens zur optimalen Ausnutzung des deutschen Straßenverkehrsnetzes – auf der Grundlage des Optimierungsverfahrens – dar. Die Grundlagen dazu wurden in der Dissertation von Ransberger erarbeitet. Dafür nutzt der Algorithmus die durch Mobiltelefone oder Navigationsgeräte übertragenen GPS-Daten. Der Algorithmus könnte durch den regelmäßigen Abgleich der jeweiligen Fahrtendpunkte zu einer optimalen Ausnutzung des Straßenverkehrsnetzes führen. Zunächst ist an eine Anwendung im LKW-Tourenplanungsbereich gedacht. Eine Ausdehnung auf den PKW- Individualverkehr ist langfristig geplant.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Ingo Morgenstern
Universität Regensburg
Institut für Theoretische Physik
Tel.: 0941 943-1767
ingo3003@netscape.net

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

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