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acqua alta: Internationaler Austausch zum Küstenschutz

21.09.2011
Vielfältige Ansätze für die Sicherung von tiefer liegenden Regionen

Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau - vom 11. bis 13. Oktober 2011 im CCH-Congress Center Hamburg

Die Küstengebiete zählen weltweit zu den bedeutendsten Lebens- und Wirtschaftsräumen. Seit 1870 ist der globale Meeresspiegel um rund 20 Zentimeter angestiegen, und diese Entwicklung hat sich nach Aussage des aktuellen Berichts des UN-Weltklimarates beschleunigt. Dem Küstenschutz kommt demzufolge eine immer größere Bedeutung zu. Allein Niedersachsen stellt im Jahr 2011 mehr als 65 Millionen Euro zum Schutz seiner 300 Kilometer langen Nordsee-Küstenlinie und den tidebeeinflussten Flussmündungen zur Verfügung. Auf der acqua alta, der Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau, diskutieren Vertreter aus Forschung, Wirtschaft, Kommunen und Politik unter anderem weltweite Anpassungsstrategien für die Küstenregionen. Vom 11. bis 13. Oktober stellen Experten aus dem In- und Ausland im CCH-Congress Center Hamburg neue Entwicklungen und Projekte vor, insgesamt werden rund 70 Referenten aus 13 Nationen erwartet. Die Hafenmetropole bietet 2011 als Umwelt-Hauptstadt Europas einen besonderen Rahmen für diese Fachveranstaltung.

Wie entwickeln sich die Wasserstände bei Sturmfluten?
Wichtig für die Entwicklung von Küstenschutzmaßnahmen ist ein möglichst realistisches Zukunftsszenario über die tatsächlichen Folgen des Klimawandels. Doch gerade hier wird es immer wieder Unsicherheiten geben, denn Prognosemodelle – so präzise sie auch sind – bleiben eine Annäherung an die Realität. An der Bundesanstalt für Wasserbau versucht man, die künftige Entwicklung der Wasserstände von Sturmflutscheiteln möglichst genau zu prognostizieren. „Der eigentliche Forschungsbedarf steckt darin, die unterschiedlichen Ursachen der Sturmflutereignisse so miteinander in Verbindung zu bringen, dass wir wahrscheinliche Szenarien benennen und analysieren können, wie sich der Sturmflutscheitelwasserstand verändert“, so die Projektleiterin Annette Schulte-Rentrop. Ihr mathematisches Simulationsmodell liefere hier für das Tidegebiet der Elbe gute Einschätzungen, die sie auf der acqua alta präsentieren wird.

Küstenschutz durch Wiederaufforstung
Kein Kontinent wird so stark vom Klimawandel betroffen sein wie Afrika. Die Erwärmung der ozeanischen Gewässer und der Anstieg des Meeresspiegels haben direkte Auswirkungen auf die Schutzfunktion und die Artenvielfalt der Mangrovenwälder und Korallenriffe. Das Niger-Delta ist nicht nur Afrikas bevölkerungsreichste Region, es rangiert zugleich auf Platz vier der weltweiten Öl-Produktion. Auf der acqua alta berichtet Yemi Akegbejo-Samsons von der University of Agriculture in Nigeria über die diversen Herausforderungen dieses multifunktionalen Ökosystems und die Bedeutung der Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern als Küstenschutz.

Exemplarische Beispiele aus Deutschland und Europa
Auch der Küstenschutz in Deutschland ist Thema der acqua alta. Bei einer Küstenlinie von 3700 Kilometern und weit ins Land hineinreichenden Tidemündungen sind auch hier viele Landstriche überflutungsgefährdet. Dr. Frank Ahlhorn vom Centre for Environment and Sustainability Research (COAST) an der Universität Oldenburg sucht mit Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung nach regionalen Klimaanpassungsstrategien für die zu weiten Teilen unter dem Meeresspiegel liegende Wesermarsch. Ein Ansatz: Den Boden befähigen, möglichst viel Wasser aufnehmen zu können, zusätzliche Zwischenspeicherflächen schaffen, Dächer begrünen oder Wasserwege verbreitern. Bis Ende dieses Jahres sollen die Vorschläge von der North Sea Commission beschlossen und allen Küstenkommunen im Nordseeraum nahe gelegt werden.

Dr. Jimmy Murphy vom Hydraulics and Maritime Research Center der Universität Cork in Irland forscht an der Weiterentwicklung von Baumaterial für Deichkämme, um Überschwemmungen in Küstengebieten zu verringern. Auch am Institut für Wasserbau der TU Hamburg-Harburg entwickelt Dipl.-Ing Frederik Treuel innovative Methoden des Küstenschutzes. In einem großmaßstäblichen Feldversuch an der Westküste der Nordseeinsel Sylt testet er im Rahmen des KLIMZUG-NORD Forschungsvorhabens den Einsatz von Polyurethan-Kleber zur Verklammerung von Uferdeckwerken aus Eisensilikatschotter. Dieses Deckwerk schützt den dortigen Strandabschnitt, indem es die Kraft der brechenden Wellen aufnimmt und das Abtragen des Strandes verhindert. Mehr zum Kongress gibt es im Internet unter www.acqua-alta.de

Die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress, findet vom 11. bis 13. Oktober 2011 im CCH-Congress Center Hamburg statt. Mit den Themenschwerpunkten Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau bietet sie allen beteiligten Organisationen, Instituten, kommunalen Spitzenverbänden und Branchen eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien. Auf der Fachmesse in der Ausstellungshalle des CCH präsentieren spezialisierte Unternehmen innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Weitere Informationen: www.acqua-alta.de

Pressekontakt: Gudrun Blickle, Tel.: 040/3569-2442, Fax: -2449, gudrun.blickle@hamburg-messe.de

Gudrun Blickle | Hamburg Messe
Weitere Informationen:
http://www.acqua-alta.de
http://www.hamburg-messe.de

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