Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahn-Sensoren messen Bakterienbelastung im Mund

08.11.2012
"Zahn-Tattoos" sollen Krankheiten frühzeitig erkennen

Winzige Mikrochips auf den Zähnen von Menschen sollen künftig dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. US-Wissenschaftler der Tufts University und der Princeton University haben einen entsprechenden Mikro-Sensor entwickelt, der die Konzentration verschiedener Bakterien im Speichel feststellen soll.

Dadurch könnten Krankheiten wie Parodontitis und bakterielle Zahnfleischentzündungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, wie discovery.com berichtet. Modifizierte Versionen der "Tooth Tattoo" genannten Sensoren könnten auch andere Leiden frühzeitig erkennen.

Tests an Kühen

"Speicheltests werden bereits eingesetzt, allerdings mittels Abstrichen, die dann im Labor untersucht werden. Das kommt relativ selten vor, meist bei akuten Problemen. Parodontitis ist mit herkömmlichen Methoden eigentlich recht gut frühzeitig zu diagnostizieren, man erkennt sie zum Beispiel auf Röntgenbildern. Für eine Überwachung mittels Chip müsste geklärt werden, wie hoch die Kosten sind und welche Versicherungen bereit sind, das zu bezahlen", sagt der Wiener Zahnarzt Michael Aigner http://www.zahnarzt-aigner.at im Gespräch mit pressetext.

Die Zahn-Tätowierungen bestehen aus Gold, Graphit, Seide und Peptiden. Eine Schicht aus Gold fungiert als Elektrode, darüber liegt eine Graphitschicht, an die sich die Peptide binden können. An diese Proteine lagern sich dann die Bakterien an, was den Stromfluss im Sensor verändert. Die speziellen Peptide verbinden sich nur selektiv mit verschiedenen Bakterienarten, deshalb müssen für den Nachweis unterschiedlicher Krankheiten jeweils genau auf die Erreger abgestimmte Peptide eingesetzt werden. Der Strom für die Chips soll drahtlos an die Sensoren übertragen werden, dasselbe gilt für die Daten der Sensoren.

Seide als Kleber

Für die nötige Haftung an den Zähnen sorgt eine speziell kreierte Seide, deren Proteine modifiziert wurden. Ein einzelner Seidenfaden an der Kontaktfläche der Sensoren löst sich bei Druck auf und bildet eine Schicht aus bioverträglichem Kleber. Bislang wurde die Technologie lediglich an Kuh-Zähnen getestet. Für einen Einsatz beim Menschen sind noch einige Fragen zu klären. Der Mundraum ist sehr sensibel, weshalb die Sensoren nur wenige Mikrometer dick sein dürfen. Ob die Chips stören, muss erst getestet werden. Die Herstellung maßgeschneiderter Peptide ist zudem sehr aufwendig.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.tufts.edu
http://www.princeton.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen
22.06.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Forschungsprojekt BabyLux: Neues Messinstrument schützt Frühgeborene vor Gehirnschädigungen
12.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften