Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wo Luft ankommt – und wo nicht

24.09.2015

MHH-Forscher können mit Hilfe einer neuen Magnetresonanztomographie-Technik Luftzüge in der Lunge sichtbar machen / Neue Möglichkeiten für Therapiekontrolle und Diagnose

Magnetresonanztomographie (MRT) stellt mit Hilfe von Wasserstoffatomen wasserhaltige Gewebe wie Organe, Knorpel und Gehirn dar. In der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) können Forscher nun mittels MRT auch Luftströme in der Lunge sehen.


Zwei 19F-MRT-Aufnahmen: Links ist die Lunge eines gesunden Menschen mit normaler regionaler Atmung zu sehen und rechts die Lunge eines COPD-Patienten mit deutlich eingeschränkter regionaler Atmung.

Foto: ©Marcel Gutberlet, Jens Vogel-Claussen

Dafür setzen sie eine spezielle europaweit einmalige Spule ins MRT ein, mit der sie natürlich vorkommendes Fluor (19F) ausmachen können.

Die Forscher nutzen diese Technik in Studien zur lebensgefährlichen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Der Proband atmet Luft ein, der ein fluorhaltiges Gas zugefügt wurde. Dieses ungiftige und ungefährliche Gas können die Forscher im MRT verfolgen. So sehen sie, welche Lungenbereiche sich beim Einatmen mit Luft füllen.

„Damit könnten wir auch feststellen, ob ein inhaliertes Medikament, das die Bronchien weiten soll, auch an die Stelle in der Lunge gelangt, an der es wirken soll“, sagt Privatdozent Dr. Vogel-Claussen aus dem MHH-Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Die Spule wird derzeit in das Forschungs-MRT im Clinical Research Center (CRC) Hannover eingesetzt, wo Wissenschaftler klinische Studien zur Entwicklung von neuen Medikamenten durchführen.

Die neue Methode könnte künftig auch der Diagnostik dienen: Derzeit wird COPD in erster Linie nach Ergebnissen von Lungenfunktionstests klassifiziert. Die neue Technik könnte diese ergänzen und auch Auskunft über die regionale Atmung in der Lunge bieten. Allein in Deutschland leiden rund 6,8 Millionen Menschen an COPD.

Die 125.000 Euro teure Spule finanzierten die Fritz-Behrens Stiftung, BREATH (Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung) und der Exzellenzcluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie).

Weitere Informationen erhalten Sie bei PD Dr. Jens Vogel-Claussen, Telefon (0511) 532-9817, Vogel-Claussen@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Herzforschung - Neue Katheterklappe in Tübingen entwickelt
16.01.2017 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Fernüberwachung bei Herzschwäche kann Klinikaufenthalt ersparen
09.01.2017 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie