Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirbelsäulen-Operationen mit höchster Präzision

05.05.2015

Bergmannsheil setzt innovatives Navigationssystem in der Neurochirurgie ein

Mit einem neuen Navigationssystem optimiert das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil seine Geräteausstattung, um die Präzision bei Operationen an der Wirbelsäule weiter zu erhöhen.


Detailaufnahme des Neuronavigationssystems

Bildnachweis: Volker Daum/Bergmannsheil

Das Navigationssystem erlaubt es, das Implantieren von Schrauben in die Wirbelkörper mit deutlich erhöhter Genauigkeit durchzuführen. Postoperative Probleme, die durch unerwünschte Abweichungen der Schraubenplatzierung entstehen können, werden dank der neuen Technologie erheblich reduziert.

Das Navigationssystem, das seit Kurzem in der Abteilung für BG Neurochirurgie und Neurotraumatologie (Leitung: Priv.-Doz. Dr. Ramón Martínez-Olivera) eingesetzt wird, kostet in der Anschaffung über 600.000 Euro.

Komplikationen durch abweichende Schraubenplatzierung

Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule zählen bei Instabilitäten etwa durch Traumata oder Degenerationen zu den häufig angewandten Therapieverfahren. Zur Stabilisierung werden Schrauben in die Wirbelkörper implantiert.

„Die Schrauben werden in die Wirbelbogenwurzeln, die sogenannten Pedikel, eingebracht“, erläutert Dr. Martínez-Olivera. „Weil die Pedikel alle unterschiedlich geformt sind, ist diese Prozedur für den Operateur sehr anspruchsvoll und selbst kleine Abweichungen von der erforderlichen Position können zu postoperativen Problemen führen.“ Mögliche Folgen: Schmerzen treten erneut auf, es kommt zu neurologischen Ausfällen und im schlimmsten Fall ist eine erneute Operation erforderlich.

Dreidimensionaler „Lageplan“ aus dem Inneren des Patienten

Durch den Einsatz des neuen Navigationssystems lassen sich die Risiken solcher Komplikationen erheblich reduzieren. Das Prinzip: Eine vor der Operation durchgeführte Untersuchung im Computertomographen wird mit Aufnahmen des Patienten auf dem OP-Tisch verknüpft. Es entsteht so ein exakter, dreidimensionaler „Lageplan“ aus dem Inneren des Patienten.

Dieser gibt Aufschluss über die Position und die Größe der Wirbelkörper und somit über die zu verwendenden Schraubentypen bzw. die richtige Schraubengröße. Bei der Operation registrieren Infrarotkameras, die Signale aussenden, spezielle Marker am Patienten und an den Instrumenten des Operateurs.

Diese Informationen werden mit den Bilddaten des Patienten verbunden, sodass der Operateur auf dem Bildschirm nachverfolgen kann, wo er sich mit seinen Instrumenten gerade befindet – auch dann, wenn er keine volle Sicht auf das Operationsgebiet hat, so zum Beispiel im Rahmen von sogenannten perkutanen Operationen, bei denen nur kleine Schnitte vorgenommen werden.

Kleine Schnitte dank Neuronavigation

„Dank dieser Technologie können wir also auch minimalinvasiv sicher arbeiten, wobei lediglich kleinste Hautschnitte von nur 1,5 Zentimeter erforderlich sind“, so Dr. Martínez-Olivera. Die Vorteile: postoperative Wundschmerzen treten seltener auf, das Risiko von Wundheilungsproblemen wird deutlich verringert.

Zugleich lassen sich auf diese Weise die intraoperativen, für den Patienten und das Personal belastenden Röntgen-Kontrolluntersuchungen reduzieren. Dabei ist das Navigationssystem nicht nur bei Wirbelsäulenoperationen, sondern auch bei Schädeloperationen aller Art anwendbar.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 23 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 652 Betten werden jährlich rund 22.000 Patienten stationär und 61.000 Patienten ambulant behandelt.

Das Bergmannsheil gehört zum Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (KUV). Der KUV besteht aus neun berufsgenossenschaftlichen Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen, den BG-Kliniken. Mit 12.000 Mitarbeitern und jährlich über 500.000 Patienten ist der KUV einer der größten Klinikverbünde Deutschlands. Weitere Informationen: www.bergmannsheil.de, www.k-uv.de

Weitere Informationen:

Priv.-Doz. Dr. Ramón Martínez-Olivera
Leitender Arzt der Abteilung BG Neurochirurgie und Neurotraumatologie
Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle de la Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel: 0234/302-6600 (Sekretariat)
E-Mail: neurochirurgie@bergmannsheil.de

Pressekontakt:

Robin Jopp
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

Weitere Informationen:

http://www.bergmannsheil.de - Website des Bergmannsheil
http://www.k-uv.de - Website des KUV

Robin Jopp | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose
28.04.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Highspeed-Laser erkennt Krebs in zwei Minuten
25.04.2017 | University of Hong Kong

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie