Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Röntgenstrahlung bei Katheter-Interventionen

08.08.2011
Siemens erweitert seine Angiographie-Systeme mit Navigations-Technologie von St. Jude Medical

Siemens Healthcare integriert die Navigations-Technologie MediGuide von St. Jude Medical, St. Paul, Minnesota, USA, in seine Artis-zee-Angiographie-Systeme.


Während einer minimal-invasiven Intervention am Herzen lokalisiert MediGuide den Katheter mittels magnetischer Ortung und projiziert seine Position in Echtzeit auf ein vorher aufgenommenes Fluoroskopie-Bild des Patienten. So muss der Patient nicht immer wieder mit dem Angiographie-System durchleuchtet werden, um die Position des Katheters zu verfolgen. Insbesondere bei langwierigen Prozeduren kann mit diesem neuen Verfahren viel Strahlung eingespart werden.

Die Navigation mit der MediGuide-Technologie von St. Jude Medical nutzt ein spezielles elektromagnetisches Ortungsverfahren, um die Position von medizinischen Instrumenten bei minimal-invasiven Eingriffen zu bestimmen. Siemens integriert die MediGuide-Technologie als erster Hersteller in seine Artis-zee-Angiographie-Systeme. Damit können Kardiologen bei minimalinvasiven Herz-Interventionen mit dem Katheter schneller als bisher navigieren, ohne den Patienten dabei ständig zu durchleuchten.

Während des Eingriffs empfängt ein in den Katheter integrierter, miniaturisierter Sensor die elektromagnetischen Positionierungssignale von Sendern, die im Detektorgehäuse von Artis zee eingebaut sind. Die MediGuide-Technologie berechnet dann die jeweiligen Positionen und Orientierungen des Katheters im Körper. Diese Koordinaten werden in Echtzeit auf vorab erzeugte Durchleuchtungsbilder des Patienten übertragen, sodass der Kardiologe auf dem Bildschirm jederzeit sehen kann, wo er sich mit dem Katheter gerade befindet. Dabei kompensiert die MediGuide-Technologie in der Anzeige des Katheters auch Bewegungen des Patienten, die durch die Atmung oder den Herzschlag entstehen.

Speziell bei längeren Eingriffen oder lang andauernden Untersuchungen im Katheterlabor kann diese Methode große Vorteile bringen. Der Kardiologe muss den Patienten nun nicht mehr, wie beim bisherigen Verfahren, für jede Positionierung seines Instruments mit dem Angiographie- System durchleuchten. So ist es möglich, die Strahlendosis zu senken und weniger Kontrastmittel zu verwenden.

„Mit der MediGuide-Technologie haben wir unsere CARE-Initiative zur Reduktion der Strahlendosis um eine entscheidende Funktion erweitert“, sagte Dr. Heinrich Kolem, Leiter der Business Unit Angiography & Interventional X-ray bei Siemens Healthcare.

„Wir sind überzeugt, dass unsere Kunden damit insbesondere bei komplexen Prozeduren ein besseres klinisches Ergebnis erreichen können und dabei sowohl Strahlenbelastung als auch Zeit einsparen können.“

Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Leipzig hat schon erste Eingriffe mit Artis zee und der MediGuide-Technologie durchgeführt. „Die strahlungsarme, präzise Lokalisierung der Katheterspitze auf dem vorher aufgenommenen Durchleuchtungsbild ist die beeindruckendste Funktion, weil das System in der Lage ist, Bewegungen vom Herzschlag und Atembewegungen auszugleichen“, sagte Professor Dr. Gerhard Hindricks, Leiter der Abteilung für Rhythmologie.

„Für mich und mein Team ist die Kombination dieser Technologien die Zukunft in der Elektrophysiologie.“ Dr. Christopher Piorkowski, Leiter des MediGuide-Projekt-Teams am Herzzentrum Leipzig, fügte hinzu: “Wir haben MediGuide inzwischen bei mehr als 50 Patienten eingesetzt. Diese Technologie wird sowohl bei Katheter-Ablationen als auch bei der Stimulation der linken Herzkammer für die kardiale Resynchronisation von signifikanter Bedeutung sein.” Das hier genannte Produkt ist in einigen Ländern noch nicht käuflich zu erwerben. Aufgrund von medizinprodukterechtlichen Vorgaben kann die zukünftige Verfügbarkeit in keinem Land zugesagt werden. Detaillierte Informationen sind bei der jeweiligen Siemens Organisation vor Ort erhältlich. St. Jude Medical entwickelt medizinische Technologien und Leistungen und konzentriert sich dabei hauptsächlich darauf, Ärzten auf der ganzen Welt mehr Kontrolle bei der Behandlung von Patienten der Kardiologie, der Neurologie und mit chronischen Schmerzen zu geben.

Das Unternehmen engagiert sich für den medizinischen Fortschritt durch eine weitestmögliche Minimierung der Risiken und Beiträge zu den Behandlungserfolgen für jeden Patienten. St. Jude Medical hat seinen Hauptsitz in St. Paul, Minnesota und hat vier Geschäftsbereiche: Cardiac Rhythm Management, Atrial Fibrillation, Cardiovascular und Neuromodulation.

Weitere Informationen unter www.sjm.com und www.sjm.de.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2010 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 750 Millionen Euro.

Sonja Fischer | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften