Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit kleinste Pumpe fürs Herz als Brücke bis zur Transplantation

04.04.2013
Neues Behandlungsverfahren: Weltweit kleinste Herzunterstützungspumpe am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen erfolgreich bei Patienten eingesetzt.

Herzschwäche kann bei einigen Patienten trotz medikamentöser Behandlung lebensbedrohlich sein. Die Wartezeit auf das rettende Spenderherz für die Transplantation beträgt oft mehrere Jahre. Herzunterstützungspumpen sind dann eine von wenigen Möglichkeiten, die Zeit bis zur Transplantation zu überbrücken.


Die neueste Version des Unterstützungssystems hat die Größe einer Batterie (AA). Foto: CircuLite

Die weltweit kleinste Herzunterstützungspumpe haben Mediziner am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen erstmals im Dezember 2012 einem schwer herzkranken Patienten erfolgreich implantiert. Durchgeführt wurde die Operation von Experten der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Friedrich Schöndube) der Universitätsmedizin Göttingen.

Der 53-jährige Patient konnte nach 15 Tagen stationärem Aufenthalt in die anschließende Rehabilitation entlassen werden. "Unser Patient ist nach dem Eingriff wieder wohlauf und verspürt eine deutliche Besserung seiner Beschwerden. Er kann endlich wieder lange Spaziergänge machen und auch wieder nahezu problemlos Treppen steigen", sagt Prof. Schöndube.

Die neue Pumpe ist kaum größer als eine Mignon-Batterie (AA) und wiegt nur 25 Gramm. Trotzdem kann das Gerät bis zu vier Liter Blut in der Minute pumpen. Das sind 80 Prozent der Pumpleistung eines gesunden Herzens. Wegen der geringen Größe kann das System ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter der Haut in der Nähe des Schlüsselbeins implantiert werden. Bisher war für das Einsetzen vergleichbarer größerer Systeme eine Öffnung des Brustkorbs mit der Verwendung einer Herz-Lungenmaschine nötig.

"Der operative Eingriff zum Einsetzen dieser kleinen Herzunterstützungspumpe ist deutlich schonender. So können wir das Operationsrisiko für Patienten mit einer schweren Herzerkrankung deutlich senken", sagt Priv.-Doz. Dr. Aron-Frederik Popov, Oberarzt der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.

Das neue Behandlungsverfahren wird am Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen von einem Expertenteam aus Herzchirurgen, Kardiologen, Anästhesisten und Intensivmedizinern durchgeführt. Die Mediziner sind auf die Behandlung von Patienten mit besonders starker Herzschwäche spezialisiert. Gemeinsam führen sie die Voruntersuchungen, die Implantation und die Nachbetreuung der Patienten durch. "Wir setzen unsere ganze interdisziplinäre Expertise im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen zum Wohle der Patienten ein. Und wir hoffen, mit diesem System die Lebensqualität schwer herzkranker Patienten weiter zu verbessern", sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Direktor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen.

Im Rahmen einer internationalen Studie kooperiert das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen eng mit anderen weltweit führenden Herzzentren. So werden die gewonnenen praktischen Erfahrungen mit der neue Herzunterstützungspumpe genutzt, um diese zum Wohle von Patienten weiterzuentwickeln.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
- Herzzentrum Göttingen
Priv. Doz. Dr. Aron-Frederik Popov, Telefon 0551 / 39- 6006,
popov@med.uni-goettingen.de
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Kardiologie und Pneumologie
- Herzzentrum Göttingen
Priv. Doz. Dr. Tim Seidler, Telefon 0551 / 39-6380,
tim.seidler@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-goettingen.de
http://www.med.uni-goettingen.de/presseinformationen/presseinformationen_18511.asp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken
28.03.2017 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten