Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltpremiere: Neue Maschine «HOPE» rettet Menschen mit schweren Leberschäden

19.12.2013
In der Schweiz sterben jährlich viele Patienten, weil nicht genug Spenderlebern für eine Transplantation zur Verfügung stehen. Nun haben Ärzte des UniversitätsSpitals Zürich erstmals weltweit die neue HOPE-Methode angewendet, mit der mehr Organe als bisher für die Lebertransplantation verwendet werden können.
Weltweit herrscht Organmangel. In der Schweiz sind derzeit 143 Patienten auf der Warteliste für eine neue Leber registriert. Um diese Situation zu verbessern, werden am UniversitätsSpital Zürich seit Oktober 2011 auch Organe nach Herzstillstand entnommen.

Dieses Verfahren erfolgt streng nach gesetzlichen Bestimmungen. Nach dem Eintreten des Herzstillstands beim Spender wird nach einer Wartezeit von 10 Minuten der Hirntod fachmännisch bestätigt. In der Zeit zwischen Herzstillstand und Entnahme der Organe werden diese jedoch weder gekühlt noch mit Sauerstoff versorgt.

Weil dies bei den Empfängern der Lebern zu einem erhöhten Komplikationsrisiko führen kann, werden die Spenderorgane teilweise nicht eingesetzt. Damit gehen sie für potentielle Empfänger auf der Warteliste verloren.

«HOPE» – Hoffnung für Leberkranke

Nun haben Mitarbeiter der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des UniversitätsSpitals Zürich nach langjähriger Forschungs- und Entwicklungstätigkeit die HOPE-Methode (HOPE = Hypothermic Oxygenated machine PErfusion) erstmals weltweit angewendet. Das Besondere der HOPE-Technik ist eine Spülung der Leber mit einer kalten, mit Sauerstoff angereicherten Lösung. Die Ärzte führen diese Spülung im Operationssaal durch, direkt vor der Einpflanzung der Leber in den Empfänger. Die neue Technik soll Vorschäden am Spenderorgan reduzieren und die Funktion der Leber im Empfänger verbessern.

Viele Menschen könnten profitieren

«Wir haben im Rahmen unseres Programms bis heute 14 Patienten mit schweren Lebererkrankungen auf diese Weise mit einer neuen Leber versorgt und haben dabei sehr gute Erfahrungen gemacht», sagt Prof. Pierre-Alain Clavien, Direktor der Klinik für Viszeral- und Transplantationsmedizin. Der Erfolg sei das Ergebnis von 15 Jahren intensiver Forschungsarbeit von mehreren Teams. Derzeit wird die Methode weiterhin im Rahmen einer Studie untersucht. Die verantwortlichen Ärzte sind vorsichtig optimistisch. Sollte sich der Erfolg weiterhin bestätigen, könnte die HOPE-Methode weltweit angewendet werden. Prof. Pierre-Alain Clavien: «Damit könnten rund 25% der Patienten auf den Wartelisten zusätzlich mit einer Leber versorgt werden. In der Transplantationschirurgie wäre das ein grosser Schritt vorwärts.»

Patienten:
Bei Interesse vermitteln wir Kontakte zu transplantierten Patienten.

Publikation:
Studie im Journal of Hepatology: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24295869

Die Unternehmenskommunikation vermittelt Ansprechpartner für die Medien:
Tel.: +41 044 255 86 20
medien@usz.ch

Martina Pletscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.hope-liver.com
http://www.usz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose
28.04.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Highspeed-Laser erkennt Krebs in zwei Minuten
25.04.2017 | University of Hong Kong

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie