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Wasserqualität im Fokus:

01.10.2009
Auf Pegelfahrt mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim

Obwohl die Oberfläche der Erde zu fast 70 % von Wasser bedeckt ist, sind nur 3,5 % Süßwasser - und davon steckt das meiste im Eis der Polkappen. Dem Menschen steht nur knapp 1 % des derzeitigen Süßwassers zur Verfügung. Dies entspricht nur 0,02 % des Wassers der Erde.

Da Trinkwasser eine knappe Ressource ist, befürchten manche Fachleute sogar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis darum Kriege geführt werden. Deshalb stellt die Kontrolle und Überwachung vorhandener Wasserressourcen global eine Aufgabe mit höchster Priorität dar.

In Bayern mit seiner Vielzahl von Seen und Flüssen sind die Wasserwirtschaftsämter, Behörden des Freistaates Bayern, mit der Überwachung der Gewässerqualität beauftragt. Sie zeigen sich jeweils für die regionale Wasserwirtschaft in einem bestimmten Landesteil verantwortlich.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim überwacht die Fließgewässer in einem Rhythmus von 14 Tagen an den sogenannten Hauptmessstellen, das sind die Isar in Mittenwald, die Loisach an der Proner Brücke und an der Brücke Kochel sowie die Ammer an der Brücke bei Fischen. Diese Messungen dienen der langjährigen Beobachtung und Dokumentation der Gewässerqualität. Dabei werden die elektrochemischen Parameter Temperatur, pH, Leitfähigkeit, Sauerstoff in mg/l und % Sättigung vor Ort gemessen. Zur Messung dieser Parameter dient das Multi 1970i oder die ProfiLine-Taschengeräte der Firma WTW.

Die Bestimmung der Parameter TOC, Gesamt-P, o-PO4-P, NH4-N, NO3-N, NO2-N, SiO2, Chlorid DOC und SO4 kann nur im Labor erfolgen. Dazu werden Wasserproben entnommen und in separate, verschlossene Gefäße abgefüllt. Um zu verhindern, dass in diesen Proben Abbauprozesse durch Bakterien stattfinden, werden die Proben bis zur Aufarbeitung gekühlt transportiert und gelagert. Die Analyse dieser Proben erfolgt später nach Filtration u.a. mit einem AutoAnalyzer.
Eine entscheidende Rolle für den Erhalt aussagekräftiger und verlässlicher Messwerte spielt das richtige Messen: Idealerweise werden die Werte direkt im Gewässer erfasst. Dabei ist es wichtig, dass die Messungen möglichst in der Mitte des Fließgewässers oder zumindest in deutlichem Abstand (1...2 m) entfernt vom Ufer erfasst werden, um Störungen durch Totwasser oder Randeffekte bei der Durchmischung des Fließwassers auszuschließen. Ist dies nicht möglich, muss die Entnahme der Probe aus der Mitte des Gewässers erfolgen, wobei das Entnahmegefäß gründlich mit dem zu entnehmenden Wasser auszuspülen ist.

Bei der Vor-Ort-Messung dieser Proben ist einiges zu beachten. Die Proben müssen zum einen sehr schnell vermessen werden, da Temperaturänderung und Sauerstoffeintrag zu verfälschten Ergebnissen führen könnten.

Die einfachste Messung stellt hier die Temperatur- und Leitfähigkeitsmessung dar. Bei der pH-Messung ist zu beachten, dass erst nach dem Rühren der Probe die Messung stattfinden darf. Dabei ist es wichtig, dass mit der AutoRead-Funktion gemessen wird. Nur sie garantiert einen stabilen Messwert. Der Messwert erscheint erst ohne zu blinken im Display, wenn Temperaturausgleich von Messkette und Medium sowie ein Stabilisieren des pH-Wertes erreicht ist.

Auch die Sauerstoffmessung erfordert ein Rühren der Probe, da der Sauerstoffsensor eine gewisse Anströmung benötigt. Es ist sehr empfehlenswert, den gefundenen Messwert mit dem direkt im Fließgewässer gemessenen Wert zu vergleichen, um den Befund in der Probe gegen den vor-Ort-Messwert abzusichern (Sauerstoffmessung ohne Rühren kann zu Fehlmessungen im Bereich von 10...20 % führen).

Die vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim durchgeführten Messungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Hauptmessstellen. Neben diesen werden auch sogenannte Nebenmessstellen beprobt.

Bei größeren Bauvorhaben, wie zum Beispiel einem Tunnel oder Maßnahmen zur Verbesserung der Abwasserreinigung an Kläranlagen, werden dort im betroffenen Fließgewässer Messungen der Wasserqualität vor, während und nach der Bautätigkeit vorgenommen. Das Ziel ist es zu kontrollieren, wie die Wasserqualität durch die Baumaßnahme beeinflusst wird.

Ein Beispiel dafür ist in Penzberg, wo ein größeres Industrieunternehmen seine Wasserreinigung neu strukturiert. Außerdem versucht man, über ein Regenrückhaltebecken die Wasserqualität des Säubaches zu verbessern.

All diese Messungen an unseren Gewässern dienen dem Erhalt und der Verbesserung der Wasserqualität. Diese hat sich in den letzten 20 Jahren signifikant verbessert. Mit der Arbeit der Wasserwirtschaftsämter wird dies hoffentlich auch in Zukunft so bleiben.

Wolfram Merz, Produktmanagement WTW GmbH | LABO
Weitere Informationen:
http://www.labo.de/xist4c/web/Wasserqualitaet-im-Fokus-_id_510__dId_464820_.htm

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