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Verfahren macht komplexe Operationen sicherer

04.09.2008
Patienten mit höchstem Aneurysma-Risiko in Zukunft identifizierbar

Wissenschaftler des University College London haben ein neues Verfahren entwickelt, das gefährliche Veränderungen des Blutdrucks während schwierigen Eingriffen am Gehirn erkennbar machen kann.

Hoch komplexe Operationen könnten in Zukunft so sicherer werden. Das Verfahren beruht auf einer Kombination von Scans und massivem Computereinsatz um hervorzusagen, wie die Blutgefäße des Gehirns auf die Operation reagieren werden. Eines Tages soll die Simulation so ermöglichen, die Patienten mit dem höchsten Aneurysma-Risiko zu identifizieren. An der Studie sind auch Teams der Universitäten Manchester und Edinburgh beteiligt. Details der Studie wurden in New Scientist New Scientist http://www.newscientist.com veröffentlicht.

Das Gehirn verfügt über ein komplexes Netz an winzigen Blutgefäßen. Ein Chirurg, der eine Anomalie beheben will, muss sich in diesem Netz zurechtfinden. Werden die falschen Blutgefäße verletzt, dann können Schlaganfall oder Tod die Folge sein. Modernste Methoden wie die 3D-Rotationsangiographie werden genutzt, um eine dreidimensionale "Karte" der Verteilung der Blutgefäße zu erstellen. Das neueste Verfahren versucht vorherzusagen, welche Auswirkungen auf Blutdruck und Durchblutung entstehen, wenn Blutgefäße während der Operation stillgelegt werden müssen.

Druckmessungen von einem Katheder in einer Hauptarterie werden in eine Modell-Software eingespeist, die bis zu einer Trillion Berechnungen pro Sekunde durchführt, um Veränderungen des Blutflusses im restlichen Gehirn zu berechnen. Die notwendige Computer-Power macht den Zugang zu einem Netzwerk mit 20 Supercomputern in Amerika und Großbritannien erforderlich. Stefan Brew, einer der Mitarbeiter des Projekts, erklärte, dass die Forscher versuchten, eine Möglichkeit zur Minimierung von Problemen zu finden. Derzeit gebe es meist keine genaue Vorstellung davon, was wirklich passiert, wenn in die Blutversorgung des Gehirns eingegriffen wird.

In Zukunft seien weitere Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens denkbar, wie die Vorhersage des Risikos durch Aneurysmen im Gehirn. Einer von 100 Menschen hat ein derartiges Aneurysma. Aber nur bei einem Prozent kommt es laut BBC zu einem häufig tödlichen Riss des Blutgefäßes. Auch eine Operation kann einen derartigen Riss hervorrufen. Theoretisch kann das neue Verfahren laut Brew auch eingesetzt werden, um vorherzusagen von welchen Aneurysmen die größte Gefahr ausgeht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk

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