Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UZH-Starthilfe für junge Innovatorinnen und Innovatoren

30.05.2018

Neben ihren Kernaufgaben - Forschung und Lehre - fördert die Universität Zürich gezielt Innovationen. Mit den neuen BioEntrepreneur-Fellowships unterstützt die UZH junge Forschende dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien kommerziell zu nutzen. Dank einer grosszügigen Donation kann die Förderung ausgebaut werden.

Laufend werden in der Forschung neue Entdeckungen gemacht oder neue Technologien entwickelt. Doch nur vereinzelt entstehen daraus echte Innovationen - kommerziell erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen.


Mit dem neu entwickelten Oximeter lässt sich der Sauerstoffgehalt im Gehirn von Frühgeborenen präzise und verlässlich messen.

USZ


Aus einem Pferdeembryo wurden jene Zellen isoliert, die das Sexualhormon produzieren – der Ausgangspunkt, um das Hormon mithilfe von Zellkulturen herzustellen.

Jane Beil-Wagner, UZH

Für die Universität Zürich ist hervorragende Wissenschaft kein Selbstzweck, sondern soll letztlich der ganzen Gesellschaft zugutekommen. Die UZH unterstützt deshalb junge Forscherinnen und Forscher darin, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ideen wirtschaftlich nutzbar zu machen. Ein Engagement, das sich lohnt: Die UZH hat über 300 aktive Patente, und über 100 Spin-Off-Firmen wurden aus der Universität gegründet.

Von der Wissenschaftlerin zur Unternehmerin

Wie vielfältig die Unterstützung für innovative Projekte ist, zeigt sich insbesondere in den Life Sciences: Angeboten werden den Nachwuchswissenschaftlern Kurse und Trainings zu Firmengründung und Unternehmertum, Zugang zu erstklassiger Forschungsinfrastruktur, Kontakte zu Industrievertretern, Coachings - und Geld. Das neueste Förderinstrument nennt sich BioEntrepreneur-Fellowships:

Doktorierende und Postdocs aus Medizin- und Biotechnologie erhalten für 18 Monate 150 000 Franken, um ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. "Wir geben jungen Talenten das erforderliche Rüstzeug, um den Weg zur Spin-Off-Gründung möglichst effizient und erfolgversprechend zu gehen", sagt Michael Schaepman, Prorektor Veterinärmedizin und Naturwissenschaften, anlässlich der Jahresmedienkonferenz der UZH.

Hormon aus Zellkulturen anstatt aus Pferdeblut

Jane Beil-Wagner, Postdoktorandin am Institut für Labortierkunde, ist eine der vier ausgewählten Fellows, die am 2017 erstmals lancierten Programm teilnimmt. Ihre Geschäftsidee dreht sich um Pferde - genauer: um das Sexualhormon Gonadotropin. Breit angewendet wird es in der Zucht von Nutztieren wie Schweinen. Gonadotropin wird aus dem Blut trächtiger Stuten isoliert.

Die Produktionsstätten in Südamerika, wo die Pferde häufig unter unethischen Bedingungen gehalten werden, werden auch als "Blutfarmen" bezeichnet. Ziel von Beil-Wagner und ihrem Team ist es, diese Situation zu verbessern, indem sie das Hormon im Labor mithilfe von Zellkulturen herstellen.

Verlässliche Sauerstoffmessung im Hirn von Frühgeborenen

"OxyPrem" heisst das zweite Projekt auf dem Weg zur Marktreife. Stefan Kleiser und sein dreiköpfiges Team haben ein neuartiges Oximeter entwickelt, mit dem sich der Sauerstoffgehalt in Geweben hochpräzise bestimmen lässt, was insbesondere für die Messung der Sauerstoffversorgung im Gehirn von frühgeborenen Babys zentral ist.

"OxyPrem" erlaubt es, bei einer Sauerstoffunterversorgung umgehend zu reagieren, um akute Hirnschäden und deren Langfristfolgen bei den jungen Patienten zu vermeiden. Das lichtbasierte Messgerät wird derzeit in einer klinischen Studie am Universitätsspital Zürich mit Frühgeborenen getestet und soll sich in den nächsten Jahren als Standardwerkzeug in der medizinischen Anwendung etablieren.

Werner Siemens-Stiftung ermöglicht Programmausbau

Auf Interesse stösst das neue Innovationsförderungsinstrument auch bei einer bekannten Förderstiftung: Mit einer Spende von rund 10,7 Millionen Franken für die nächsten zehn Jahre unterstützt die Werner Siemens-Stiftung den Ausbau des UZH-Fellowship-Programms auf die Medizintechnologie. Die Zuwendung für das Programm MedTechEntrepreneur-Fellowship beinhaltet neben der Stipendienfinanzierung auch die Erstausstattung der Labors am Campus Schlieren.

"Solche Finanzierungspartnerschaften ermöglichen uns, bestehende Fachgebiete zu ergänzen, weitere Forschungsfelder zu erschliessen oder neue Schwerpunkte zu setzen", betont UZH-Rektor Michael Hengartner. 2017 durfte die UZH Foundation insgesamt 27,5 Millionen Franken an Donationen entgegennehmen.

Wachstumstrend bei Drittmitteln, stabile Studierendenzahlen

Der Gesamtumsatz von 1,38 Milliarden Franken ist um 19 Millionen Franken bzw. 1,4 Prozent höher als im Vorjahr - hauptsächlich aufgrund deutlich höherer Projektbeiträge Dritter, insbesondere vom Schweizerischen Nationalfonds und der EU, sowie leicht höherer Grundfinanzierungsbeiträge der öffentlichen Hand. "Mit einem Beitrag von 301 Millionen Franken haben sich die Drittmittel einmal mehr sehr erfreulich entwickelt", sagt Stefan Schnyder, Direktor Finanzen und Personal, "sie sind seit 2010 um knapp 50 Prozent gewachsen".

Im Herbstsemester 2017 waren 25 672 Studentinnen und Studenten an der UZH eingeschrieben. Die Studierendenzahl liegt damit verglichen mit dem Vorjahr (25 542) stabil auf hohem Niveau. Die MINT-Fächer mit total 4967 Studierenden und die Humanmedizin mit 3490 Studierenden zeigen weiterhin eine deutliche Zunahme. Insbesondere das Beispiel der Biomedizin macht deutlich, dass auch für innovative, neue Studiengänge eine starke Nachfrage vorhanden ist.

Weitere Informationen:

http://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2018/UZH-Starthilfe.html

Melanie Nyfeler | Universität Zürich

Weitere Berichte zu: Biomedizin Gehirn Hormon Pferde UZH Zellkulturen innovative Projekte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Immer mehr Patienten profitieren von Innovationen in der Gefäßmedizin
08.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

nachricht Doppelschichtstents in der Halsschlagader schützen vor Schlaganfall
07.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics