Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni-Tierärzte entwickelten Hightech-Bandage für Pferde

24.10.2012
"Dr. Brehm" steht auf der Verpackung einer neuartigen Bandage für Pferde, die von einem Expertenteam der Chirurgischen Tierklinik der Universität Leipzig entwickelt wurde.

Federführend dabei war Klinikdirektor Prof. Dr. Walter Brehm. Nach dem Pferdeexperten wurde die Weltneuheit benannt. Seit kurzem wird sie unter der Marke "Dr. Brehm" weltweit vertrieben und hat sich schon jetzt als lebenserleichternde Neuerung für Pferde erwiesen.


Pferdeexperte Prof. Dr. Walter Brehm legt eine Bandage an. Foto: Swen Reichhold

Die Innovation ist das Ergebnis einer zweijährigen Zusammenarbeit zwischen der Chirurgischen Tierklinik und der mittelständischen Firma Born aus Dingelstädt in Thüringen. Diese hatte bisher nur Bandagen für Menschen hergestellt und wollte diese nun auch für Pferde auf den Markt bringen.

"Die Firma ist im Jahr 2010 auf mich zugekommen", erinnert sich Prof. Brehm. Er recherchierte daraufhin erst einmal, welche Bandagen es für Pferde bisher gab.

Eine High-Tech-Bandage, wie sie mit der thüringischen Firma geplant war, fand Brehm nicht. "Wir beschlossen, da anzufangen, wo keiner bisher etwas gemacht hatte", sagt der Professor. Also entwickelten er und zwei seiner Kollegen eine sehr spezielle Bandage für das anatomisch komplizierte und verletzungsanfällige Sprunggelenk der Tiere. Wichtig war dabei, dass sie an den schmaleren Stellen nicht rutscht, an den breiteren nicht drückt und jede Bewegung des Pferdes mitmacht. "Die Entwicklung dauerte insgesamt eineinhalb Jahre und war hochtechnologisch", erklärt Brehm.

Zunächst musste ein Pferdebein dreidimensional gescannt werden. Anhand dieses Abbildes designten Softwareingenieure der Firma Born die Bandage, die von Brehm und seinem Team im Praxistext kontinuierlich verbessert wurde. Sie besteht aus funktionellen, äußerst elastischen Elementen sowie antibakteriellen und leicht zu reinigenden 3D-Gestricken und sehr speziellen Klettverschlüssen. "Da sind verschiedene Stricktechniken in einem Stück vereint", sagt Prof. Brehm. Am Bein eines Pferdes gebe es besondere Punkte, die bei Verletzungen einen sehr elastischen Verband erforderten, damit das Tier beim Beugen seines Beines keinen Druck verspürt.

Die neue Bandage kann übrigens von den Pferdebesitzern selbst angelegt werden. Sie ist wiederverwendbar und wird - wie Brehm sagt - auch von den oftmals etwas lebhafteren Jungpferden angenommen. Durch sie kann Ödemen vorgebeugt werden. Zudem ermöglicht die Bandage eine unkomplizierte Wundversorgung nach Verletzungen und Operationen. Da Brehm und seine Kollegen mit der Sprunggelenksbandage gute Erfahrungen machten, entwickelten sie in den vergangenen Monaten auch Bandagen für die unteren Beinabschnitte des Pferdes. Als nächstes größeres Projekt will Brehm - wieder in Zusammenarbeit mit Born - mit Hightech-Methoden einen Spezial-Kopfschutz für Pferde kreieren.

Anfang dieses Jahres hat die Universität Leipzig beim Deutschen Patent- und Markenamt ein Gebrauchsmuster für die neue Bandage angemeldet. Vor wenigen Tagen wurde es eingetragen und veröffentlicht. "Die Universität bekommt einen Anteil an den Verkaufserlösen", berichtet Brehm.

Gefördert wurde das Projekt "VETBAN" vom Bundeswirtschaftsministerium.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Walter Brehm
ChirurgischeTierklinik
Telefon: +49 341 97-38251
E-Mail: brehm@vetmed.uni-leipzig.de
ctk.vetmed.uni-leipzig.de
Onlineansicht mit Abbildungen:
http://www.zv.uni-leipzig.de/?id=674&ifab_modus=pmanzeige&ifab_id=4703

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fraunhofer IGB wirkt bei Gestaltung des europäischen Fahrplans für Organ-on-a-Chip-Technologie mit
14.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Entwicklung modernster Navigationssysteme für die Gefäßchirurgie
06.11.2017 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung