Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transfusionszentrale setzt leistungsfähigeres Hightech-Gerät zur Diagnostik von Blutspenden ein

01.10.2014

Die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz nimmt ein neues Hightech-Gerät zur Diagnostik bei Blutspenden in Betrieb.

Bis zu sechs Erregertypen – HIV, die Hepatitis A-, B- und C-Viren, West Nil Virus und das Parvovirus B19, das zu Ringelröteln führt – lassen sich damit in einem Testlauf nachweisen. Bislang waren für den Nachweis der verschiedenen Erreger mehrere Testläufe erforderlich.


Der Direktor der Transfusionszentrale, Professor Walter Hitzler, und sein Mitarbeiter Stefan Runkel nutzen jetzt ein leistungsfähigeres Hightech-Gerät zur Diagnostik von Blutspenden.

Das Foto darf unter Nennung der Bildquelle „Foto Markus Schmidt, Universitätsmedizin Mainz“ kostenfrei verwendet werden.

Darüber hinaus versetzt das neue Gerät die Transfusionszentrale in die Lage, fünfmal so viel Testungen wie vorher durchzuführen: Waren mit dem alten Verfahren in einer Acht-Stunden-Schicht 48 Untersuchungen möglich, so sind es mit dem neuen Gerät mehr als 250.

Eine noch höhere Versorgungssicherheit für die klinischen Bereiche der Universitätsmedizin mit Blutprodukten ist mit dem neuen Hightech-Gerät gewährleistet. Darüber hinaus profitiert die Patientensicherheit von der erhöhten Sensitivität der Untersuchungen.

„Rechtlich ist es erforderlich, dass wir neben der Untersuchung auf Antikörper und Antigen alle Blutspenden mit negativem Ergebnis auf virales Erbgut untersuchen. Zurzeit sind dies HIV, Hepatitis C Virus, Hepatitis B Virus, Hepatitis A Virus, Parvovirus B19 und West Nil Virus. Mit dem neuen System ist nur noch ein einziger Testlauf erforderlich, um auf alle diese Erreger zu testen, dadurch erhalten wir die Ergebnisse deutlich früher“, sagt der Direktor der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Walter Hitzler, und ergänzt: „Bemerkenswert ist zudem, dass wir jetzt eine höhere Sensitivität und genauere Testergebnisse im Vergleich zum alten Testverfahren erreichen.“ Eine hohe Sensitivität wirkt sich positiv auf die Patientensicherheit aus, da sich Infektionen früher nachweisen und somit schneller Gegenmaßnahmen ergreifen lassen.

Ein weiterer Vorteil des neuen Diagnosegerätes ist, dass sich damit ein wesentlich höherer Durchsatz erzielen lässt. Statt bisher 48 kann die Transfusionszentrale fortan mehr als 250 Testreagenzien und Proben in einer Acht-Stunden-Schicht untersuchen. Möglich macht dies unter anderem auch die sogenannte „On-Board“-Lagerung von Reagenzien für bis zu 1000 Untersuchungen, die sich in einem integrierten Kühlschrank lagern lassen. Das erlaubt einen besonders schnellen Zugriff auf die Reagenzien. Der Bestand des Kühlschranks wird elektronisch verwaltet. Die mit einem Chip versehenen Reagenzien erkennt das System bei der Einlagerung automatisch. Das alte Gerät verfügte nicht über einen solchen Kühlschrank, die Reagenzien wurden extern gelagert.

Das beschleunigte Testverfahren ist laut Professor Hitzler auch Garant einer hohen Versorgungssicherheit mit Blutprodukten. „Thrombozytenkonzentrate haben beispielsweise eine kurze Haltbarkeit von vier Tagen. Bei ihrer Herstellung besteht die Herausforderung darin, dass die Patientenversorgung immer gewährleistet ist und gleichzeitig der Verfall möglichst gering bleibt.

Daher muss bei erhöhtem Bedarf und einer daraufhin gesteigerten Produktion eine schnelle Freigabe gewährleistet sein. Genau das – die Produktionssteigerung und die Möglichkeit, Blutprodukte schnell freizugeben – leistet unser neues System“, so Professor Hitzler.

Mit dem Gerät „Cobas 6800“ von Roche Diagnostics kann die Transfusionszentrale zudem eigene Tests auf bestimmte Erreger-spezifische Antikörper entwickeln. „Damit können wir zeitnah und flexibel auf die fortwährend neuen Herausforderungen im Bereich der Transfusionsmedizin reagieren“, bemerkt Professor Hitzler.

Kontakt:
Prof. Dr. Walter Hitzler
Direktor der Transfusionszentrale
der Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131 17-3211

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Oliver Kreft | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neues DaVinci-OP-System: Universitätsmedizin Mainz erweitert Spektrum an robotergestützten OP´s
03.02.2017 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Deutschlandweit erste Installation: Kompakter Roboter assistiert bei MRT-geführter Prostatabiopsie
02.02.2017 | Universitätsklinikum Leipzig AöR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie