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Wenn die innerste von drei Wandschichten der Hauptschlagader reißt, sprechen Mediziner von einer Aortendissektion.
Das Blut fließt in die Zwischenräume, die Organe werden nicht mehr ausreichend versorgt und die äußere, dünne Wandschicht der Aorta kann platzen: eine lebensgefährliche Situation, in der so schnell wie möglich operiert werden muss.
In der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist jetzt dem fünften Patienten ein neuartiger Aortenstent, das "Zenith Dissection Endovascular System" der Firma Cook Medical, eingesetzt worden.
"Der Stent schient den gerissenen Aortenabschnitt von innen und das Verfahren erspart den Patienten eine große Operation", erklärt PD Dr. Omke Teebken, Oberarzt in der HTTG-Chirurgie. Der Aortenstent wird minimal invasiv im gefalteten Zustand über einen Zugang in der Leiste mit Hilfe eines dünnen Katheters an die richtige Position in der Aorta gebracht. Er besteht aus einem ummantelten Anteil, der den eigentlichen Riss in der Wand abdeckt und einem Drahtgerüst, das die einzelnen Wandschichten der Aorta wieder zusammen fügt. Die früher notwendige traumatische Operation an der Hauptschlagader mit Eröffnung des Brustkorbes und der damit verbundene lange Krankenhausaufenthalt sind nicht mehr nötig.
"Alle bisherigen Patienten wurden innerhalb einer Woche schmerzfrei nach Hause entlassen", betont Dr. Teebken. "Auch solche besonderen Eingriffe führen wir mit großer Routine durch, dank unserer Erfahrung in der Aortenchirurgie ist die Komplikationsrate in unserer Klinik äußerst niedrig." Die MHH ist das überregionale Referenzzentrum für die Behandlung von Aortenerkrankungen, die Patienten kommen aus ganz Deutschland an die Hochschule.
Der Stent wird zur Zeit in einer weltweiten Studie an zahlreichen Herzzentren getestet. In Deutschland beteiligen sich die MHH, das Universitätsklinikum Rostock und das Herzzentrum Leipzig an der Stable-Studie. Hier wurden bislang 13 Implantate eingesetzt, allein fünf davon in der MHH. Insgesamt soll die Wirksamkeit des Verfahrens an 500 Patienten untersucht werden, weitere 500 Patienten werden als Kontrollgruppe herkömmlich behandelt.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Privatdozent Dr. Omke Teebken unter Telefon (0511) 532 6589
Stefan Zorn | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mh-hannover.de/
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