Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens stellt Bildgebungs- und Labordiagnostiklösungen für Lebererkrankungen vor

31.03.2011

Auf der 46. Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Berlin zeigt Siemens Healthcare Bildgebungssysteme und klinische Laborlösungen, mit denen Mediziner eine Leberfibrose frühzeitig feststellen und deren Verlauf kontinuierlich überwachen können. Schwerpunkte bilden der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis) von Siemens – das erste standardisierte Biomarker-Testmenü zur Beurteilung von Leberfibrose in der klinischen Routine – und die weiterentwickelte Ultraschall-Technologie ARFI (Acoustic Radiation Force Imaging) zur noch genaueren Ermittlung der Gewebesteifheit.

Leberfibrose, der Vernarbungsprozess nach Schädigungen der Leber wie beispielsweise durch Virushepatitis, kann langfristig zu einer Zirrhose der Leber führen. Dabei entsteht eine gestörte Gewebearchitektur mit knotigen Veränderungen, die bis zu 50 Prozent der Leber einnehmen können. Die Leberfunktion ist eingeschränkt und das Risiko des Patienten, an Leberkrebs zu erkranken, erhöht sich drastisch.

Leberzirrhose und Leberkrebs gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit, insbesondere in den Industrienationen.1 Siemens bietet moderne Bildgebungs- und Labordiagnostik-Technologien an, die dabei helfen, eine Leberfibrose frühzeitig zu erkennen und ihre Entwicklung zu überwachen. Dazu gehören routinemäßige Hepatitis- Bluttests, Viruslasttests, Leberfibrosetests und hochentwickelte Ultraschallsysteme. Im Vergleich zur Leberbiopsie (Gewebeentnahme), dem bisherigen Goldstandard in der Leberdiagnostik, schonen diese nicht-invasiven Verfahren den Patienten und ermöglichen dabei ebenfalls präzise Diagnosen. Beim EASL 2011 legt Siemens einen Schwerpunkt auf zwei seiner neuesten Lösungen in diesem Bereich:

Biomarker-Testpanel zur Bestimmung von Leberfibrose in einem frühen Stadium

Der Enhanced Liver Fibrosis (ELF) Test von Siemens ist das erste standardisierte Biomarker- Testmenü zur Beurteilung von Leberfibrose in der klinischen Routine. Der sogenannte ELF-Score, der den Grad der Gewebeversteifung ermittelt, kombiniert drei Blutserum-Biomarker, die den Grad der Leberfibrose genauso verlässlich anzeigen wie eine Biopsie. Der Test wurde durch eine internationale Multicenter-Studie mit gemischten Patientengruppen klinisch validiert und ermöglicht, geringe, moderate und schwere Fibrose präzise zu differenzieren.2

Die Studie zeigte weiterhin, dass der ELF-Score mindestens so genau wie eine Leberbiopsie den klinischen Verlauf einer chronischen Lebererkrankung prognostizieren kann.3 Gegenwärtig wird der ELF-Test für den Einsatz mit den Advia Centaur Immunoassay-Systemen von Siemens weiterentwickelt, damit Labormediziner ihn mit einem automatisierten System schneller und einfacher anwenden können.

Ultraschall-Technologie misst Gewebesteifheit mit automatisiertem Verfahren

Siemens bietet für das Ultraschall-System Acuson S2000 die Technologie Acoustic Radiation Force Imaging (ARFI), mit der Gewebesteifheit präzise beurteilt werden kann. Die ARFISoftwarelösungen „Virtual Touch Tissue Imaging“ und „Virtual Touch Tissue Quantification“ messen, wie schnell sich die sogenannten Scherwellen – das sind physikalische Wellen, die vom Ultraschall ausgelöst werden – im Gewebe ausbreiten. So erhält der Untersucher eine detaillierte, numerische Klassifizierung der Gewebesteifheit. Im Gegensatz zur herkömmlichen Elastizitätsbildgebung, bei der der Arzt mit dem Schallkopf auf das zu untersuchende Gewebe Druck ausübt, ermittelt ARFI die Gewebesteifheit also automatisch.

“ARFI ist eine neuartige Ultraschall-Technologie, die künftig Biopsien reduzieren könnte”, erklärte Dr. Norbert Gaus, Leiter der Business Unit Ultraschall bei Siemens. Beim EASL 2011 wird Siemens die zweite Generation dieser Technologie vorstellen, die eine noch höhere Sensitivität und Genauigkeit aufweist.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2010 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 750 Millionen Euro.

Nicht alle hier genannten Produkte/Funktionen sind bereits käuflich zu erwerben. Aufgrund von medizinprodukterechtlichen Vorgaben kann die zukünftige Verfügbarkeit in keinem Land zugesagt werden. Detaillierte Informationen sind bei der jeweiligen Siemens-Organisation vor Ort erhältlich.

1 Bosetti,C. et.al. (2007): Worldwide mortality from cirrhosis: An update to 2002. Journal of Hepatology 46[5]: 827-839.

2 Rosenberg et al, (2004): “Serum Markers Detect the Presence of Liver Fibrosis: A Cohort Study”. Gastroenterology 127: 1704-1703.

3 Parkes et al. (2010): “Enhanced Liver Fibrosis Test Can Predict Clinical Outcome in Patients with Chronic Liver Disease,” <http://gut.bmj.com/content/59/9/1245.abstract>, Letzter Zugriff 08.09.2011.

Sonja Fischer | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Wachkoma: System soll Patienten helfen, sich zu verständigen
24.05.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Premiere einer verblüffenden Technik
23.05.2017 | Deutsches Herzzentrum Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten