Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens-Software macht herzkranken Kindern das Leben leichter

04.05.2010
„Herznetz Nordbayern“ Vorbild für ganz Deutschland – 5. Mai ist Tag des Herzkranken Kindes

Vor einem Jahr hat der elfjährige Peter Neumeier (Name geändert) an der Universitätsklinik Erlangen schon seine zweite künstliche Herzklappe bekommen. Seitdem musste er viel seltener als zuvor den Weg von seiner Heimat in Unterfranken zu Kontrolluntersuchungen nach Erlangen antreten und muss deshalb nur noch selten sein geliebtes Fußballtraining absagen. Dieses Glück haben in Nordbayern nun viele Kinder mit angeborenen Herzfehlern.

Siemens-Software für Telemedizin vernetzt hier mittlerweile flächendeckend niedergelassene Kinderkardiologen, kommunale Krankenhäuser und Universitätskliniken zum bundesweit einmaligen „Herznetz Nordbayern“. Peters Facharzt zu Hause kann seither die gewonnenen und im System hinterlegten klinischen Informationen aus Peters stationärer Behandlung einsehen: Von OP- Bildern über Laborwerte bis zur Echokardiographie macht er sich nun selbst ein Bild von Peters Zustand nach der Operation und erspart ihm damit weitere Reisen nach Erlangen. Am 13. Mai feiert das Herznetz Nordbayern einjähriges Jubiläum.

„Wenn ich früher ein Kind, das in der Universitätsklinik operiert wurde, weiterbehandelt habe, stand mir nur ein Abschlussbericht mit einer Befundbeschreibung zur Verfügung“, erinnert sich Dr. Werner Eberhardt, niedergelassener Kinderkardiologe in Erlangen, der von Anfang an beim Herznetz mit dabei war. „Heute kann ich problemlos auf die Vorbefunde der Klinik zugreifen und zum Beispiel die Echokardiographie-Bilder direkt einsehen. Bei menschlichen Organen kann eben keine Beschreibung ein Bild ersetzen.“ Die Verfügbarkeit der klinischen Informationen vermeidet Missverständnisse in der Beurteilung von Befunden und Dr. Eberhardt muss seine Patienten nicht zwingend noch einmal zur Untersuchung in die Klinik schicken, wenn ihm ein schriftlicher Befund bedenklich erscheint.

Professor Dr. Sven Dittrich, Leiter der kinderkardiologischen Abteilung an der Uniklinik Erlangen, hat das Herznetz Nordbayern gemeinsam mit Professor Dr. Robert Cesnjevar gegründet, der dort die kinderherzchirurgische Abteilung leitet. Das Universitätsklinikum hatte die institutionsübergreifende Kommunikationsplattform Soarian Integrated Care von Siemens schon in anderen Abteilungen und für andere Anwendungen erfolgreich genutzt und wollte sie deshalb auch als Kommunikationsbasis für die Telemedizin im Herznetz verwenden. Zum ersten Jubiläum der Kooperation freuen sich die Ärzte besonders darüber, dass sich inzwischen flächendeckend die Kinderkardiologen in den Regionen Unter-, Mittel-, und Oberfranken sowie der Oberpfalz beteiligen – und deshalb viel selbstständiger und schneller die Behandlung ihrer ambulanten Patienten planen können.

Fast alle Patienten, die im ersten Jahr nach der Herznetz-Gründung an der Uniklinik Erlangen behandelt wurden – das waren über 500 herzkranke Kinder – haben nun eine Patientenakte mit Daten über ihre Diagnosen und Behandlungen, die ihre betreuenden Ärzte abrufen können. „Von unseren Patienten beziehungsweise ihren Eltern wird das Herznetz zu 100 Prozent angenommen“, sagt Dittrich. „Wir erklären ihnen, dass wir mit ihren Daten durch die genau festgelegten Zugriffsberechtigungen und die verschlüsselte, sichere Datenübertragung in der Plattform absolut verantwortungsvoll umgehen. Und sie sehen, dass sowohl ihre stationäre Aufnahme als auch die ambulante Anschlussbehandlung sehr gut vorbereitet sind und dass ihr Facharzt zu Hause genau weiß, was hier in der Uniklinik passiert.“

Für das zweite Jahr Herznetz Nordbayern sind schon die nächsten Schritte zum Ausbau der Zusammenarbeit geplant. So sollen bald auch die niedergelassenen Kinderkardiologen die Möglichkeit haben, Netzpatientenakten anzulegen. Dann könnte Peters Facharzt auch der Universitätsklinik Erlangen seine Befunde zur Verfügung stellen und ihm so vielleicht noch mehr Untersuchungen und Anfahrtswege ersparen. Und Peter würde kein Fußballspiel mehr verpassen.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2009 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 1,5 Milliarden Euro.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/pressebilder-herznetz
http://www.kompetenz-ahf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen
24.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson
11.04.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics