Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schonende Röntgentechnik für Kinder

28.07.2009
Thüringens Kinderradiologie im Universitätsklinikum Jena setzt neue Durchleuchtungsanlage ein

Als einzige kinderradiologische Einrichtung Thüringens verfügt der Arbeitsbereich Pädiatrische Radiologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ) seit diesem Monat über eine besonders behutsame Röntgentechnik für die jungen Patienten. Zur Untersuchung von Früh- und Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen wird eine neue gepulste Durchleuchtungsanlage eingesetzt. Durch die neue Technik kann die Strahlungsdosis um bis zu 90 % reduziert werden.

Wann immer es geht, versuchen die Kinderradiologen bei der Untersuchung ihrer kleinen Patienten ohne Röntgenstrahlen auszukommen. Da sich Kinder im Wachstum befinden und ihre Zellen sich viel schneller teilen als die der Erwachsenen, sind sie anfälliger für Strahlenschäden. Die Spezialisten für Kinderradiologie setzen deshalb für eine schnelle und genaue Diagnose häufig andere bildgebende Verfahren, wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie, ein, die keine ionisierende Strahlung benötigen.

"Trotzdem sind Röntgenstrahlen manchmal notwendig, zum Beispiel bei Knochenbrüchen oder Lungenentzündungen", so Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Leiter des Bereiches Kinderradiologie im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Jenaer Universitätsklinikum. Für Untersuchungen dynamischer Prozesse im Körper verfügt die einzige kinderradiologische Einrichtung in Thüringen jetzt über eine sogenannte digitale gepulste Durchleuchtungsanlage, mit der die Strahlenbelastung auf einen Bruchteil gesenkt werden kann. Dieser Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Verfahren mit kontinuierlicher Bilderzeugung und analoger Übertragung kommt durch digitale Technik zustande. Drei Röntgenpulse pro Sekunde reichen jetzt für ein qualitativ gleichwertiges Bild aus, ausgeklügelte Software errechnet die "fehlenden" Bilddaten. Das digitale Bild wird dann in das Bildarchiv des Klinikums eingespeist und ist für die zuständigen Ärzte an ihren Arbeitsplätzen zugänglich.

Im Aufbau ist die neue Durchleuchtungsanlage ebenfalls an die Bedürfnisse der Kinderradiologie angepasst: Ein Lichtvisier zeigt exakt das zu untersuchende Gebiet an, so dass Fehlaufnahmen vermieden werden. Zusätzlich kommen sogenannte Kinder-Filter zum Einsatz, die für die Aufnahme unnötige Strahlung absorbieren.

Das Durchleuchtungsverfahren wird insbesondere zur Diagnostik von funktionellen Abläufen eingesetzt - zum Beispiel zur Untersuchung der Passage durch den Magen-Darm-Trakt oder zur Beurteilung von Blase und Harnröhre beim Wasserlassen. Mit Hilfe von Kontrastmitteln werden die dynamischen Prozesse im Körper sichtbar gemacht, je nach Fragestellung kommen hier barium- oder jodhaltige Substanzen zum Einsatz. "Weil sie bei Kindern relativ selten sind und zum Beispiel falsch gewählte Kontrastmittel große Probleme bereiten können, sollten diese Untersuchungen von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden", rät Professor Mentzel, dessen Bereich nicht nur die stationären und ambulanten Patienten des Universitätsklinikums diagnostisch betreut, sondern auch die kleinen Patienten von niedergelassenen Ärzten.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel
Pädiatrische Radiologie
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 938337
Fax: 03641 / 938257
E-Mail: hans-joachim.mentzel[at]med.uni-jena.de

Daniela Kollascheck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Einfacher Schieltest mit neu entwickelter Strabismus-Video-Brille
19.07.2017 | UniversitätsSpital Zürich

nachricht Kunstherz auf dem Prüfstand
13.07.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops