Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Nachweis von Malaria

21.11.2012
Das Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg koordiniert das Forschungsprojekt DiscoGnosis

Schätzungsweise 220 Millionen Menschen jährlich stecken sich mit Malaria an. Der Verlauf der Krankheit endet oft tödlich – vor allem in tropischen Entwicklungsländern, in denen die medizinische Versorgung unzureichend ist.


Die Foliendisk (links) wird zur vollautomatisierten Blutanalyse in ein Point-of-Care-Gerät eingelegt (rechts) / Quelle: IMTEK/Bernd Müller

Betroffene bekommen hohes Fieber. Dieses jedoch können auch andere Erreger hervorrufen. Für eine erfolgreiche Therapie ist es daher wichtig, dass eine schnelle und genaue Analyse Aufschluss über die Krankheitsursache gibt. Einen solchen Schnelltest wollen Forscherinnen und Forscher im Rahmen des im November 2012 gestarteten Projekts DiscoGnosis entwickeln.

Das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg koordiniert das Vorhaben, das von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro gefördert wird.

DiscoGnosis steht für „Disc-shaped point-of-care platform for infectious disease diagnosis“ – ein Gerät, das ähnlich aussieht wie ein DVD-Player. Es soll Blutproben von Patientinnen und Patienten reinigen und in einem Schritt alle relevanten, Fieber verursachenden Erreger gleichzeitig nachweisen. Die Projektträger wollen mit der Entwicklung dazu beitragen, dass auf kostengünstige Weise innerhalb einer halben Stunde feststeht, ob ein von Fieber befallener Mensch Malaria hat oder nicht. Studien haben gezeigt, dass 30 bis 40 Prozent der Betroffenen, die als Malariapatienten behandelt wurden, stattdessen an Typhus oder Dengue erkrankt waren.

Die zu entwickelnde, jeweils einmal verwendbare Disk wird mit integrierten biochemischen Analyseprozessen imstande sein, einen vollautomatischen und einfach zu bedienenden Krankheitsnachweis zu erbringen. Damit kann in infrastrukturarmen Ländern und Regionen dank moderner Diagnostik die Gesundheitsversorgung ganzer Bevölkerungsteile verbessert werden. Im Kampf gegen die Verbreitung von Malaria in Europa, die der Klimawandel begünstigt, soll dadurch eine Art Schutzschild entstehen.

Partner des IMTEK in dem Konsortium sind die Universitätsmedizin Göttingen, das Universitätsspital Basel/Schweiz, der Schweizer Werkzeug- und Maschinenbauer Rohrer AG, die Biotechnologie-Firmen MagnaMedics Diagnostics BV aus den Niederlanden und MAST Group Ltd. aus Großbritannien sowie die Europäische Stiftung für Klinische Nanomedizin.

Weitere Informationen:
www.pr.uni-freiburg.de/go/discognosis
Kontakt:
Dr. Konstantinos Mitsakakis
Projektkoordination
Institut für Mikrosystemtechnik, Lehrstuhl für Anwendungsentwicklung
Albert-Ludwigs-Universität
Tel.: 0761/203-73252
E-Mail: konstantinos.mitsakakis@imtek.uni-freiburg.de
Katrin Grötzinger
PR & Marketing
Institut für Mikrosystemtechnik
Albert-Ludwigs-Universität
Tel.: 0761/203-73242
E-Mail: katrin.groetzinger@imtek.uni-freiburg.de

Melanie Hübner | Uni Freiburg
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de
http://www.pr.uni-freiburg.de/go/discognosis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neuer Ansatz zur Behandlung von Mitralklappen-Erkrankungen: Erste Patientendaten
22.08.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP
17.08.2017 | Universitätsklinikum Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen