Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfall: Sofortdiagnose per Mikrowellenhelm

18.06.2014

Mobiles Hightech-Gerät bereits auf dem Weg ins Krankenhaus einsetzbar

Forscher der Chalmers University of Technology http://chalmers.se in Kooperation mit der Sahlgrenska Academy http://sahlgrenska.gu.se und dem Sahlgrenska University Hospital http://bit.ly/1iDhlG4 haben einen Helm entwickelt, der schnell feststellen kann, ob ein Patient einen Schlaganfall erlitten hat. Damit würden sowohl Diagnose als auch Behandlung eines Schlaganfalls deutlich beschleunigt sowie die Heilungschancen verbessert.


Spezialhelm: Sofortdiagnose bei Schlaganfall

(Foto: chalmers.se/Gunilla Brocker)

Positive Tests mit 45 Patienten

Der Helm gibt Mikrowellen an das Gehirn ab, um festzustellen, ob es zu einer Blutung oder einem Gerinnsel gekommen ist. Die Forscher planen nun, das Gerät Ambulanzteams mitzugeben. Tests mit 45 Patienten verliefen bereits positiv.

Bei einem Schlaganfall ist das schnelle Reagieren von Bedeutung, um den am Gehirn entstehenden Schaden so gering wie nur möglich zu halten. Dauert es mehr als vier Stunden bis zur Einlieferung ins Krankenhaus, können Teile des Gehirngewebes bereits begonnen haben abzusterben.

In einem ersten Schritt ist bei der Behandlung festzustellen, ob der Schlaganfall durch ein geschädigtes Blutgefäß oder durch eine Blockade im Zuge eines Gerinnsels entstanden ist.

Ein CT-Scan macht die Ursache sichtbar. Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis diese Untersuchung stattfinden kann. Das dann auch dann der Fall sein, wenn ein Patient als Notfall in ein Krankenhaus eingeliefert wird, das über ein derartiges Gerät verfügt. Jede Verzögerung in der Behandlung kann jedoch die Heilungschancen negativ beeinflussen.

Prototyp umgebauter Fahrradhelm

Der Helm kann bereits auf dem Weg ins Krankenhaus eingesetzt werden. Die Funktion beruht auf Mikrowellen, wie sie von Mikrowellenherden und Handys in viel geringerem Umfang abgegeben werden.

Tests mit einem ersten Prototyp, einem umgebauten Fahrradhelm, zeigten, dass das Gerät genau zwischen Blutungen und Gerinnseln im Gehirn unterscheiden kann. Die Genauigkeit liegt allerdings nicht bei 100 Prozent.

In der Zwischenzeit wurde ein weiterer Helm entwickelt und getestet, der sich besser den verschiedenen Kopfformen der Patienten anpasst.

Er wurde im örtlichen Krankenhaus mit Unterstützung des Pflegepersonals und der Patienten getestet. Das Gerät soll in Zukunft so weiterentwickelt werden, dass des in das Kissen passt, auf dem der Kopf des Patienten ruht.

Laut den Wissenschaftlern sind weitere Tests erforderlich. Der Helm könnte jedoch in Zukunft eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von Schlaganfällen werden.

Andere Diagnosemethoden sind laut dem Fachmagazin "Transactions on Biomedical Engineering" http://tbme.embs.org wahrscheinlich ergänzend weiterhin einzusetzen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken
28.03.2017 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten
24.03.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE