Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Sache für Individualisten: wirtschaftliche Produktion von Mikro-Implantaten durch Mikro-Stereolithographie

03.06.2013
Mit atemberaubender Geschwindigkeit erobert die Technik quer durch die Forschung immer weitere Einsatzfelder: Hüftimplantate, neuerdings sogar künstlich erzeugte Blutgefäße, wenn der Hörnerv geschädigt ist oder eine chronische Mittelohrentzündung das Hörvermögen beeinträchtigt, wenn durch den Grauen Star die Sehkraft nachlässt, dann können Mikroimplantate helfen.

"Die Zukunft der Medizintechnik sind individuell angepasste Implantate", sieht Mark Vehse vom Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock die großen Herausforderungen. Individualisierte Miniaturen oder miniaturisierte Individualisten?


Mark Vehse an der von ihm entwickelten Maschine, mit der Mikro-Implantate für Auge und Ohr hergestellt werden. Foto: Julia Tetzke

Mark Vehse, der Physiktechnik studiert hat und ein zweijähriges Aufbaustudium in den optischen Technologien absolvierte, dann vier Jahre Praxiserfahrungen als Entwicklungsingenieur in einem Unternehmen sammelte, ist solch ein Individualist. Er hat eine neue Maschine entwickelt, die die bislang sehr kostenintensive individualisierte Herstellung von Mikrobauteilen bei gleicher Qualität erstmals wirtschaftlich attraktiv macht.

"Die Idee dazu hatte ich einfach so im Kopf", sagt der junge Forscher. "Wir haben unter anderem auf zwei teure Bauteile einer bereits in Forschungseinrichtungen laufenden Maschine verzichtet", sagt der gebürtige Wittenberger. Möglich wurde ihm das durch eine neue Generation von Diodenlasern. Nun steht der Prototyp, der von den Bauteilen her auf das Wesentliche reduziert ist und kürzlich auf einer Fachtagung vorgestellt wurde, in der Rostocker Maschinenbauhalle. "Die Maschine ist so weit entwickelt, dass ihrem industriellen Einsatz nichts mehr im Wege steht", ist Vehse stolz.

Die Medizintechniker dürfte es freuen, da sich die Maschine auch zur Herstellung von Mikroimplantate beispielsweise für Augen und Ohren eignet. Das Herstellungsverfahren, die so genannte Mikro-Stereolithographie, bei der aus 3D-CAD-Daten mit Hilfe eines flüssigen Harzes durch Einsatz von Lasertechnik schichtweise Kleinstbauteile gefertigt werden, hat schon einige entscheidende Hürden überwunden. Damit wird in Zukunft aus Rostock eine Technologie zur Verfügung stehen, die die Herstellung von passgenauen Mikro-Implantaten auf der Grundlage von Computertomographie-Aufnahmen des Patienten ermöglicht.

Der Rostocker Lehrstuhlinhaber Professor Hermann Seitz schätzt die "große Selbstständigkeit, Ausdauer und Kreativität, mit der Mark Vehse seine Idee umgesetzt hat". Er wird seine Erfindung am 13. und 14. Juni beim Rostocker Nachwuchswissenschaftler-Wettbewerb "Rostock's Eleven" vorstellen, auf dem Nachwuchsforscher ihre Ergebnisse populär präsentieren und von einer Jury, die mit Journalisten aus ganz Deutschland besetzt ist, bewertet werden.

Die Vision des fächerübergreifenden Forschungsprojektes REMEDIS der Uni Rostock, das der anwendungsorientierten Forschung und der Entwicklung innovativer Implantate für minimalinvasive Verfahren gilt, ist jetzt bereits ein Stück Realität. Im Fokus stehen dabei eben neuartige Mikroimplantate.

Kontakt
Universität Rostock
Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik Mark Vehse
Fon: +49 (0)381 498 9115
Mail: mark.vehse@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten
23.03.2017 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

nachricht Herzultraschall: Die dritte Dimension
21.03.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen

Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko

23.03.2017 | Medizin Gesundheit

Die Evolutionsgeschichte der Wespen, Bienen und Ameisen erstmals entschlüsselt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie