Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückenmarksschäden: Gerät kontrolliert Harnblase

07.11.2013
Verbleibende Nervensignale genutzt - Erste Tests an Ratten erfolgreich

Ein Gerät, das eines Tages die Blasenfunktion bei Patienten mit einem durchtrennten Rückenmark wiederherstellen kann, haben Forscher der University of Cambridge entwickelt und bereits an Tieren getestet.


Rückenmark: Blase und Gehirn kommunizieren dank Technik wieder (Foto: SPL)

Die Schädigung der Nerven kann dazu führen, dass die Betroffenen nicht mehr wissen, wann die Blase voll ist. Auch können sie sie beim Leeren nicht kontrollieren. Das in Science Translational Medicine vorgestellte Gerät entschlüsselt die verbleibenden Nervensignale und kann eingesetzt werden, um die Organfunktion zu ermöglichen.

Willentliche Kontraktion

Der Verlust der Funktion von Harnblase, Darm und der Sexualfunktion nach einer Verletzung des Rückenmarks wird von den Patienten häufig als die größte Auswirkung auf die Lebensqualität beschrieben. Wird das Rückenmark verletzt, erreichen die Signale der vollen Harnblase das Gehirn nicht mehr.

Umgekehrt kann das Gehirn das Signal nicht mehr an die Blase weitergeben, dass es Zeit ist, auf die Toilette zu gehen. Die jetzt entwickelte Lösung für dieses Problem nutzt die in der Harnblase noch vorhandenen Nerven. Elektroden rund um Nervenbündel können jene Signale interpretieren, die mitteilen, dass die Blase voll ist. Die Stimulation einer anderen Nervengruppe ermöglicht es, dass die Kontraktion der Blase wieder willentlich erfolgt.

Miniaturisierung im Fokus

Laut Daniel Chew, einer der Autoren der Studie, wurde das Gerät an Ratten bereits erfolgreich getestet. "Es ist sehr effektiv. Die Durchführbarkeitsstudien sind abgeschlossen. Jetzt gilt es nur noch die Technologie zu verkleinern." Die Bestandteile des Geräts, die einer Ratte eingesetzt wurden, könnten für den Einsatz beim Menschen adaptiert werden. Der Rest der Technologie, die die aufgezeichneten Informationen auswertet, benötigt derzeit jedoch noch einen zwei Meter hohen Turm an Geräten.

Die Technik soll auf ein tragbares Gerät reduziert werden, das den Patienten informiert, wenn die Blase voll ist. Angedacht ist ein Schalter, der die Blase kontrahiert. Chew betont jedoch, dass dieses Gerät nicht der letztendliche Schluss sein kann. Das wirkliche Ziel sei es, das Rückenmark wiederherzustellen. "Derzeit stellen wir nur einen Teil der Funktionen wieder her und heilen keine Rückenmarksverletzungen."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk

Weitere Berichte zu: Blase Harnblase Kontraktion Nervensignale Ratte Rückenmark Rückenmarksschäden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Neues DaVinci-OP-System: Universitätsmedizin Mainz erweitert Spektrum an robotergestützten OP´s
03.02.2017 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Deutschlandweit erste Installation: Kompakter Roboter assistiert bei MRT-geführter Prostatabiopsie
02.02.2017 | Universitätsklinikum Leipzig AöR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung