Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen: Nebeneffekt eines Osteoporose-Medikaments

21.01.2014
Jede Therapieform birgt Risiken und Nebenwirkungen, deren genaue Ursachen häufig nicht bekannt sind.

Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) haben herausgefunden, dass Frauen, die in der Post-Menopause mit Aminobisphosphonaten gegen Osteoporose behandelt werden, weniger Coenzym Q10 bilden und auch weniger Vitamin E im Blut haben.

Dieser Zusammenhang weist möglicherweise auf eine neue Ursache für bekannte Nebenwirkungen der Therapie wie Knochen- und Gelenkschmerzen hin. Die Ergebnisse dieser Studie sind kürzlich in der führenden Fachzeitschrift „The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism“ erschienen.

Knochenerkrankungen wie Osteoporose bei Frauen in der Post-Menopause und Knochenmetastasen von Tumoren werden standardmäßig mit Aminobisphosphonaten behandelt. Der Wirkstoff verhindert den fortschreitenden Abbau der Knochensubstanz. Als Nebenwirkungen einer Langzeittherapie mit diesem Medikament können Knochen- und Gelenkschmerzen oder Knochenbrüche auftreten, in seltenen Fällen kann auch der Kieferknochen absterben.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der CAU und am UKSH um Professor Dieter Kabelitz, Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät, und Professor Gerald Rimbach, Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät, konnten nun erstmals einen Zusammenhang zwischen der Langzeit-Therapie mit Aminobisphosphonaten und einem Mangel an Coenzym Q10 zeigen. „Die Ergebnisse dieser Studie eröffnen uns einen ganz neuen Ansatzpunkt, um langfristig die Nebenwirkungen einer Osteoporose-Therapie mit Aminobisphosphonaten zu verbessern“, sagt Kabelitz.

Coenzym Q10 ist maßgeblich an der Energieversorgung des Körpers beteiligt. Aber es hat auch noch eine weitere wichtige Funktion: Als Antioxidantien fangen Coenzym Q10 und auch Vitamin E freie Radikale in der Zelle ab, die Zellbestandteile zerstören. Für die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen ist bereits beschrieben, dass ein Mangel an Coenzym Q10 Muskel- und Knochenschmerzen verursachen kann. Diese können als Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit Statinen auftreten, die den Cholesterinwert senken sollen. „In weiterführenden Studien wollen wir nun untersuchen, ob die reduzierten Coenzym Q10- und Vitamin E-Spiegel wirklich die Ursache für bestimmte Nebenwirkungen bei Therapien mit Aminobisphosphonaten sind“, erklärt Kabelitz die nächsten Schritte für das Forschungsprojekt. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, könne eine therapeutische Gabe von Coenzym Q10 möglicherweise entsprechende Nebenwirkungen verringern oder sogar verhindern.

Originalpublikation:
Nitrogen-bisphosphonate therapy is linked to compromised coenzyme Q10 and vitamin E status in postmenopausal women. Kalyan S, Huebbe P, Esatbeyoglu T, Niklowitz P, Côté HC, Rimbach G, Kabelitz D. J Clin Endocrinol Metab. 2014 Jan 13. doi: 10.1210/jc2013-3648.
Zwei Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2014/2014-016-1.jpg
Bildunterschrift: Tabletten gegen Erkrankungen können zwar helfen, aber auch unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Copyright: CAU, Foto: Jürgen Haacks

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2014/2014-016-2.jpg
Bildunterschrift: Professor Dieter Kabelitz ist der Ursache von Nebenwirkungen von Aminobisphosphonaten auf der Spur.

Copyright: UKSH

Kontakt:
Prof. Dr. Dieter Kabelitz
Institut für Immunologie
Telefon: 0431/597-3340
E-Mail: dietrich.kabelitz@uksh.de
Dr. Ann-Kathrin Wenke
Medizinische Fakultät der CAU
Telefon: 0431/880-2126
E-Mail: wenke.dekanat@med.uni-kiel.de
Oliver Grieve
Pressesprecher des UKSH
Telefon: 0431/597-5544, Mobil: 0173 4055 000
E-Mail: oliver.grieve@uksh.de
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de

Dr. Ann-Kathrin Wenke | Uni Kiel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de
http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2014-016-osteoporose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Fit im Alter durch Hirnstimulation und Training
19.04.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht CTCelect – die Projekt(erfolgs)geschichte wird fortgeschrieben
06.04.2017 | Fraunhofer ICT-IMM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten