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30.04.2010
Siemens Healthcare und Olympus Medical Systems entwickeln ein neues System für schonende Magenspiegelungen mit Magnetsteuerung

Siemens Healthcare und Olympus Medical Systems Corporation entwickeln gemeinsam ein neues System für Magenspiegelungen, das in der Bedienung einfach und für den Patienten schonend sein wird. Der Patient schluckt lediglich ein Endoskop in Kapselform, das der Arzt von außen per Magnetismus an die gewünschten Stellen im Magen steuern kann. Die Endoskopie-Kapsel liefert hochauflösende Bilder des Mageninneren, die sofort auf einem Bildschirm für eine Diagnose zur Verfügung stehen.


„Wir läuten gemeinsam mit unserem Partner Olympus eine neue Ära in der Endoskopie ein. Das magnetgesteuerte Kapselendoskop wird schnelle und für den Patienten angenehme Untersuchungen ermöglichen und beispielsweise im Rahmen der Nachsorge eine hervorragende Ergänzung aktueller Endoskopiemethoden sein“, sagte Hermann Requardt, CEO von Siemens Healthcare.

„Als führender Hersteller von Endoskopen arbeitet Olympus kontinuierlich an der Entwicklung von Produkten, die sich durch eine sichere und zuverlässige Anwendung auszeichnen. Unser Ziel sind Endoskope, die den Stress für den Patienten minimieren und für den Arzt einfach zu bedienen sind. Kapselendoskope bieten in dieser Hinsicht beste Voraussetzungen. Für uns stellt dieses gemeinschaftliche Entwicklungsprojekt mit Siemens die Verwirklichung einer unserer Visionen für die Zukunft der Kapselendoskopie dar“, sagte Haruhito Morishima, Präsident der Olympus Medical Systems Corporation.

Konventionelle Endoskope in Kapselform werden ausschließlich durch die Muskelbewegungen des Magen-Darm-Trakts (Peristaltik) transportiert. Dies macht die gezielte Navigation der Kapsel an einen spezifischen Ort nahezu unmöglich. Untersuchungen mit Kapsel beschränken sich deshalb auf bestimmte Bereiche des Gastrointestinaltrakts wie beispielsweise den Dünndarm. Oft erkrankt jedoch der Gastrointestinaltrakt außerhalb des Dünndarms, aber Kapseln zur Verwendung im Dünndarm sind für die dann notwendigen Untersuchungen nicht geeignet.

Siemens und Olympus entwickeln nun gemeinsam eine Technologie, die es dem Arzt ermöglichen wird, ein Kapselendoskop an jeden beliebigen Ort innerhalb des Magens zu steuern.

Siemens Healthcare ist einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, wie beispielsweise der Magnetresonanztomographie (MR), und Olympus ist weltweit führender Hersteller von Endoskopen und innovativen Lösungen für viele Bereiche des Gesundheitswesens. Die zwei Unternehmen kombinieren ihre Technologien und Kompetenzen für dieses Projekt und entwickeln gemeinsam das Kapselendoskop, die Magnetsteuerung und die Bildverarbeitungs- und Steuerungsinformationssysteme.

Die beiden Hersteller haben gerade einen Prototypen entwickelt, der die Sicherheit, Effektivität und Leistungsfähigkeit dieser neuen Endoskopiemethode nachweisen wird.

Eigenschaften des Prototypen, der aus Kapselendoskop, Bildverarbeitungs- und Steuerungsinformationssystem und Magnet bestehen wird:

. Das Kapselendoskop ist etwa 31 mm lang und hat einen Durchmesser von 11 mm.

. Kameras an beiden Enden der Kapsel werden Bilder des Mageninneren liefern, die per Funk an das Bildverarbeitungssystem übertragen werden.

. Das Steuerungsinformationssystem wird das Kapselendoskop durch magnetische Navigation positionieren.

. Für die Untersuchung wird der Magen des Patienten mit Wasser gefüllt, um das Kapselendoskop frei bewegen zu können. Der Patient wird so positioniert, dass sich der Magen samt Kapselendoskop im Zentrum des Magnetsystems befindet. Der Arzt wird die Bewegung der Kapsel mit einem Joystick steuern können. Es wird möglich sein, die Kapsel zu neigen, zu drehen sowie horizontal und vertikal zu bewegen.

. Zur Navigation der Kapsel in Echtzeit wird der Magnet variierende Magnetfelder erzeugen. Die Feldstärken bewegen sich zwischen denen eines Magnetresonanztomographen (MR) und dem Magnetfeld der Erde.

Der Siemens-Sektor Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen und führend in der medizinischen Bildgebung, Labordiagnostik, Krankenhaus-Informationstechnologie und bei Hörgeräten. Siemens bietet seinen Kunden Produkte und Lösungen für die gesamte Patientenversorgung unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Durch eine Optimierung der klinischen Arbeitsabläufe, die sich an den wichtigsten Krankheitsbildern orientiert, sorgt Siemens zusätzlich dafür, dass das Gesundheitswesen schneller, besser und gleichzeitig kostengünstiger wird. Siemens Healthcare beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter und ist rund um den Globus präsent. Im Geschäftsjahr 2009 (bis 30. September) erzielte der Sektor einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 1,5 Milliarden Euro.

Olympus entwickelte 1950 die erste Gastrokamera und seither ein breites Spektrum an Fiberskopen und Videoskopen für die direkte interne Beobachtung des menschlichen Körpers. Heute weiten wir unseren Geschäftsbereich für minimal invasive Therapie aus, um ein breites Spektrum an Instrumenten und Peripheriegeräten für die klinische Diagnose, therapeutische Intervention, sowie der endoskopischen Chirurgie anbieten zu können.Wir verbessern die medizinische Versorgung durch die Entwicklung einer patientenfreundlicheren Technologie für die Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen, erhöhen die Zuverlässigkeit unserer Geräte und die Effizienz unserer Produkte und Dienstleistungen, um noch besser den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.

Pressekontakt Olympus Corporation: pr_info-m@ot.olympus.co.jp

Florian Gersbach | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/med-bilder/MGCE
http://www.olympus-global.com/de

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